Über deutsches Design: Beobachtungen vom Berliner Designfestival Currents

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Über deutsches Design: Beobachtungen vom Berliner Designfestival Currents

Zwei Berliner Journalistinnen haben ein neues Festival ins Leben gerufen. Wir waren vor Ort und haben dabei einige Meter gemacht

Anne Feldkamp

Laura Ewert und Jasmin Jouhar
Laura Ewert und Jasmin Jouhar

Ein neues, ambitioniertes Design-Festival? Berlin schien danach zu lechzen. Zumal die Macherinnen, die Design-Journalistinnen Jasmin Jouhar und Laura Ewert über entsprechende Credibility verfügen – und sich vorgenommen haben, das kreative Potential der Stadt sichtbar zu machen. Herzstück der über die Stadt verteilten zweitägigen Veranstaltung: Das 1957 für die Internationale Bauausstellung erreichtete Eternithaus im Hansaviertel. Hier fanden Talks ("Berlin – The Lost Creative Capital?") statt, die "Currents Bar" wurde von Protagonisten der lokalen Designszene gehostet.

Mehrfamilienhaus im Hansaviertel, bekannt als Eternithaus von Paul Baumgarten, mit moderner Architektur, roten Fassadenelementen und Balkonen. Menschen sind vor dem Gebäude zu sehen, einige sitzen auf einer Bank, andere stehen in Gruppen. Im Vordergrund parken Autos. Fotografiert während des Gallery Weekend 2025 in Berlin.
Jahrgang 1957: Das Eternithaus von Paul Baumgarten.

Ausstellung in der Jalousiefabrik

Die Jalousiefabrik: Schauplatz einer Gruppenausstellung.
Die Jalousiefabrik: Schauplatz einer Gruppenausstellung.
Kunstvoll gewebte Wandteppiche von Noël Saavedras.
Kunstvoll gewebte Wandteppiche von Noël Saavedras.

So stellt man sich Berlin noch immer vor: In einer stillgelegten Rollladenfabrik in Kreuzberg, die seit Jahrzehnten nicht öffentlich zugänglich war, stellten vierzehn Designer aus. Mit dabei: etablierte Hersteller wie Berliner Studios. Die Location, die ein Berliner Büro bald in Wohnungen umbauen wird: ein Glücksfall. Der Parcours lässt viel entdecken – von den kunstvoll gewebten Wandteppichen Noël Saavedras über die Leuchten von Llot Llov, der in Berlin ansässigen Marke von Ania Bauer und Jacob Brinck bis hin zu den Bubble-Leuchten von Balzer Balzer Studio.

Bunte Überraschungen

Verspieltes Design von Friederike Delius alias Studio Berg.
Verspieltes Design von Friederike Delius alias Studio Berg.

Wer glaubt, Berliner Design setze ausschließlich auf coole Metalloptik, wurde hier und da eines Besseren belehrt. Die Arbeiten des 2024 von Friederike Delius gegründeten Studio Berg bewegen sich zwischen Kunst und Design. Delius übersetzt Ideen aus der Alltagskultur (wie Zuckerstangen oder Gugelhupfformen) in farbenfrohe, verspielte Designobjekte.

Experimente mit Studierenden

Kaldewei tat sich mit Studenten und Studentinnen der Uni Eindhoven zusammen.
Kaldewei tat sich mit Studenten und Studentinnen der Uni Eindhoven zusammen.

Eine Teppichmatte aus Haaren? Ein Waschbecken aus Seife? Am Savignyplatz ließ das Unternehmen Kaldewei den Designnachwuchs der Design Academy Eindhoven (DAE) experimentieren. "Behind Closed Doors: The Culture of Circularity" hieß die Ausstellung, in der sich zehn Studierende mit dem Badezimmer, dem wohl intimsten Ort einer Wohnung, auseinandersetzten. Oder besser: mit Themen wie Körperlichkeit und Ressourcen.

Synergien mit der Art Week

Dass das Designfestival Currents während der Art Week stattfand? Ein kluger Schachzug. So wurden Synergien genutzt. In Reinickendorf im Norden der Stadt zeigten über 65 Designerinnen, Designer, Marken und Studios ihre Arbeiten in einer luftigen, stillgelegten ehemaligen Brennerei in Berlin. Organisiert wurde sie von der Designplattform Deoron.

Die von Anna Carnick kuratierte Ausstellung
Die von Anna Carnick kuratierte Ausstellung fand in den Wilhelm Hallen statt.

Nicht weit davon entfernt: Die 1.680 Quadratmeter große Halle The Foundry, ein ehemaliges Eisenwerk auf dem Gelände der Wilhelm Hallen. Sie wurde von der Kuratorin Anna Carnick und dem kanadischen Leuchtenhersteller Bocci bespielt. (Anne Feldkamp, 17.9.2026)

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