Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj-Konkurrent gibt neuen Job bekannt
Aktualisiert am 28.08.2026 - 21:30 UhrLesedauer: 22 Min.
Deutschland dürfe die Drohnenentwicklung nicht verschlafen, sagt Robert Browdi. Mychailo Fedorow hat einen neuen Job. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 28. August
Selenskyj-Konkurrent gibt neuen Job bekannt
Der aus dem Amt gedrängte ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow wird "Berater für Innovationen in der Verteidigung" des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto. Dieser habe ihm die Stelle angeboten, erklärte Fedorow am Freitag in Onlinediensten. "In dieser Funktion werde ich Italien dabei unterstützen, Technologien für die moderne Kriegsführung zu entwickeln." Gleichzeitig werde er weiter "an Projekten zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit" der Ukraine arbeiten.
Das italienische Verteidigungsministerium bezeichnete die Ankündigung als "wichtige Chance" für Italien und teilte mit, Fedorow werde als "Innovationsberater" fungieren. Dieser verfüge über "umfangreiche Erfahrungen" mit "autonomen Systemen und mit der Luftverteidigung". Der italienischen Zeitung "La Repubblica" zufolge hatte Crosetto Fedorow bereits im Juli eine Beraterstelle angeboten. Fedorows Büro zufolge wird er weiter in Kiew bleiben und von dort aus arbeiten. Von der ukrainischen Präsidialverwaltung gab es zunächst keine Stellungnahme.
Der technikaffine 35-jährige Fedorow war vor sechs Wochen vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus dem Amt gedrängt worden. Grund waren offenbar Spannungen zwischen dem Minister und der Armeeführung. In der Folge gingen tausende Ukrainer auf die Straße und verlangten Fedorows Wiedereinsetzung. Anfang August forderte Fedorow dann Wahlen in der Ukraine, was das Verhältnis zu Selenskyj weiter eintrübte. Wegen des seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 geltenden Kriegsrechts sind Wahlen ausgesetzt. Selenskyjs reguläre Amtszeit als Präsident endete im Mai 2024. Er wies den Vorschlag zurück, weil dieser das Land "spaltet".
Ukrainischer Drohnenexperte warnt Deutschland
Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, warnt Deutschland davor, die Transformation der Bundeswehr durch Drohnen zu verschlafen. Nicht nur Armeen, sondern auch Terroristen oder andere böswillige Akteure könnten Drohnen zur hybriden Kriegsführung oder für Anschläge einsetzen, sagte Browdi dem "Tagesspiegel". Eine bessere Integration von Drohnen in die Bundeswehr sowie Abwehrmaßnahmen dagegen seien unbedingt nötig. Drohnen könnten nicht einfach an eine Armee "angeschlossen" werden, sondern die gesamte Armee müsse sich auf die Drohnentechnologie einstellen.
Browdi verwies auch auf die Gefahr durch Drohnen für Zivilisten. So könnten auch Terroristen die kleinen Fluggeräte für Anschläge nutzen. "Hooligans könnten mit Drohnen bei Fußballspielen Unruhe stiften", so Browdi weiter. "Es reichen zwei Drohnen bei einem Champions-League-Spiel in der Allianz-Arena und es bricht eine Massenpanik aus. Dafür müssen die Drohnen gar nicht mit Sprengsatz beladen sein – aber wer weiß schon, ob sie es sind?", so der Major, dessen Drohneneinheiten in Russland gefürchtet sind.