Ukraine-Krieg: Russischer Online-Händler offenbar erneut schwer getroffen

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russischer Onlinehändler Ozon wohl schwer getroffen


Aktualisiert am 24.08.2026 - 08:33 UhrLesedauer: 28 Min.

Eine russische Drohne trifft einen ukrainischen Passagierzug. In Russland wird erneut ein Objekt des Onlinehändlers Ozon getroffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 24. August

Drei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt Charkiw

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.

Frederiksen überrascht: Ukraine soll Patriots erhalten

Die westlichen Länder könnten nach Meinung der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen durchaus mehr Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. "Sofern der politische Wille dazu da ist", fügte sie im Gespräch mit dänischen Medien bei ihrem Besuch in Kiew hinzu. Ohne bestimmte Länder zu nennen, meinte sie, dass durchaus mehr Unterstützung für Kiew im Bereich der Flugabwehr getan werden könne. "Wenn wir das nicht tun, steht der Ukraine ein Winter bevor, in dem die Russen unerbittlich zuschlagen, bombardieren - auch mit ballistischen Raketen - und viele Menschen töten werden", sagte sie.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in den vergangenen Wochen wiederholt um dringende Lieferung von Patriot-Raketen gebeten, da die ukrainischen Bestände aufgebraucht seien. Russland nutzt dies aus, um Kiew und andere Städte der Ukraine mit ballistischen Raketen anzugreifen. Patriots sind bisher das einzige Mittel zur Raketenabwehr.

Der finnische Präsident Alexander Stubb, der ebenfalls zu dem Treffen baltischer und nordischer Staaten zum Tag der Staatsflagge der Ukraine nach Kiew gereist war, berichtete auf der Plattform X von einer Reihe von neu unterzeichneten Abkommen. Unter anderem habe die finnisch-norwegische Rüstungsfirma Patria ein entsprechendes Abkommen mit der Ukraine unterschrieben.

EU will Druck auf Russland erhöhen, bis das Töten endet

Die EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. "Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen", sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert.

Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen gegen dessen Land. "Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt", sagte der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.

Über den Krieg hinaus verwies Costa auf die europäische Perspektive der Ukraine. Den angestrebten EU-Beitritt bezeichnete er als "die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt". Derzeit wird laut Costa das neue von den Staats- und Regierungschefs im Dezember vereinbarte Ukraine-Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro umgesetzt. Mit den Mitteln würden Vorbereitungen auf den nächsten Kriegswinter, die Beschaffung von Drohnen und die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung finanziert.

Großbrand nach Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum

Nach einem Drohnenangriff ist in einem Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb sei eingestellt worden, teilt das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es keine Opfer.

Zuvor hatte es schon am Samstag einen mutmaßlich ukrainischen Angriff auf ein Lager des Online-Händlers in der Stadt Tschapajewsk gegeben. Videos in sozialen Netzwerken zeigen einen Vollbrand. Ozon ist einer der größten russischen Onlinehändler. In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrere ukrainische Angriffe auf Lager des Händlers Wildberries gegeben. Wildberries ist so etwas wie das Amazon Russlands.

Russland meldet zwei Tote bei ukrainischem Angriff auf Krasnodar

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sollen in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands nach Behördenangaben zwei Kinder getötet worden sein. Bei der Attacke in der Nacht auf Montag seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Zwei Kinder seien getötet, sieben weitere verletzt worden, hieß es unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew. Auch zwei Erwachsene wurden demnach ins Krankenhaus gebracht. Die russischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Großbritanniens Premier Burnham besucht Kiew

Seine erste Auslandsreise im Amt führt den neuen britischen Premierminister Andy Burnham heute in die Ukraine. Großbritannien stehe unerschütterlich an der Seite des von Russland angegriffenen Landes - und das "so lange wie nötig", erklärte Burnham in einer Mitteilung seines Büros. "Russland sollte unsere Entschlossenheit nicht anzweifeln. Wir werden nicht aufgeben, bis es einen gerechten und dauerhaften Frieden gibt", heißt es darin. Die Sicherheit der Ukraine sei auch wichtig für die Sicherheit Großbritanniens.

Die Regierung in London erlaubt dem französisch-britisch-italienischen Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um Kiew die Fertigung von Marschflugkörpern vom Typ Scalp in der Ukraine zu ermöglichen, wie Burnhams Büro in der Nacht weiter erklärte. Die Freigabe der Informationen für die britischen Komponenten der Marschflugkörper ermögliche es der Ukraine und auch Frankreich, eine Produktion in der Ukraine zu etablieren.

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Kiews Militär nutzt die von Großbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Großbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie.

Sonntag, 23. August

Selenskyj weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurück

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt und kooperiert bei den Ermittlungen. "Die Ukraine hat sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt", sagt er vor Journalisten in Kiew. Die Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2 zwischen Russland und Deutschland wurden im September 2022 durch Explosionen beschädigt. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Verdächtige wegen des Verdachts der Mitwirkung in Untersuchungshaft.