Angriff mit Lenkbomben – erneut Tote in Saporischschja | Ukraine-Krieg aktuell

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Angriff mit Lenkbomben – erneut Tote in Saporischschja

Von J. Seiferth, T. Schibilla, F. Michalski, C. Cöln, J. Hartung, M. Küper, S. Cleven, C. Siemer, P. Riesbeck, A. Janzen, T. Wanhoff, M. Kloft, J. Fischer, M. Lattemann


Aktualisiert am 20.07.2026 - 01:19 UhrLesedauer: 34 Min.

Beim jüngsten Angriff des russischen Militärs auf Saporischschja gibt es Opfer. Und Russland attackiert offenbar ein türkisches Frachtschiff. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 20. Juli

Angriff mit Lenkbomben – Erneut Tote in Saporischschja

Bei einem russischen Luftangriff auf das südostukrainische Gebiet Saporischschja sind in der gleichnamigen Gebietshauptstadt mindestens zwei Menschen getötet worden. Mindestens 42 weitere wurden bei dem Angriff verletzt, darunter auch acht Kinder, wie der ukrainische Rettungsdienst in der Nacht auf Telegram mitteilte.

Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte das russische Militär die Stadt mit Lenkbomben angegriffen. Dabei sei ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen worden. Zwei Stockwerke des Hauses wurden demnach vollständig zerstört.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen einen russischen Angriffskrieg. Die Großstadt Saporischschja liegt nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Sonntag, 19. Juli

Ukrainische Marine: Fünf Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer nahe Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Die ukrainische Marine erklärte am Sonntag, Russland habe die "Golden Leo" mit drei Marschflugkörpern beschossen, als der mit Getreide beladene Frachter dabei gewesen sei, "das Kampfgebiet" zu verlassen. Der ukrainische Infrastruktur- und Verkehrsminister Mykola Kalaschny erklärte im Onlinedienst Telegram, sechs Seeleute seien tot, vier weitere würden noch vermisst. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, zwei von ihnen seien verletzt.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse. Die Besatzung des unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachters komme unter anderem aus Syrien und Indien. Der neue ukrainische Regierungschef Serhij Korezky erklärte, der Frachter sei nahe Odessa nach dem Auslaufen aus dem Hafen getroffen worden.

"Das ist ein weiterer gezielter Angriff Russlands gegen ein unbewaffnetes ziviles Schiff unter fremder Flagge, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte", erklärte die ukrainische Marine. Es handle sich um einen "Terrorakt" gegen die friedliche Schifffahrt und eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. Russland greift immer wieder ukrainische Hafen-Infrastruktur an. Betroffen ist insbesondere die Region um Odessa.

Putin dankt Nordkoreas Außenministerin für Unterstützung in Ukraine-Krieg

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Nordkorea für die Unterstützung von Moskaus Krieg in der Ukraine gedankt. Er wolle sich "noch einmal" für die von Pjöngjang erhaltene Unterstützung für Russlands "Spezialoperation" bedanken, sagte Putin am Sonntag bei einem Treffen mit Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui in Moskau laut einem vom Kreml veröffentlichten Video.

Die "heldenhaften Taten" der nordkoreanischen Soldaten würden "niemals vergessen". Sie würden "genauso geehrt wie unsere Landsleute", fügte Putin hinzu. Bei der Gelegenheit pries der Kreml-Chef zudem das gegenseitige Verständnis, das mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un aufgebaut worden sei.

Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew – Opfer

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Dutzenden ballistischen Raketen beschossen und damit erneut verheerende Zerstörungen angerichtet. Dutzende Explosionen, teils von Flugabwehrraketen, waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören, wie ein dpa-Reporter in der Stadt berichtete. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "der massivsten ballistischen Angriffe auf Kiew". Demnach gab es einen Toten und 16 Verletzte.

Außenminister Andrij Sybiha sprach auf X von "brutalem Terror" – Russland habe die bisher größte Zahl an ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn gegen Kiew eingesetzt. Der Staatschef und der Minister forderten den Westen zur raschen Lieferung von Flugabwehrraketen auf.

Ukraine: Putin will 500.000 neue Soldaten

Russland bereitet nach Angaben eines ukrainischen Regierungsvertreters für den Herbst die Mobilisierung von 500.000 Menschen vor. Das erklärte Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, am Samstag auf Telegram. Demnach sollen Teile der Rekruten bereits innerhalb der ersten zwei Wochen an die Front im Osten geschickt werden.

Ein weiterer Teil der Mobilisierten soll laut Kowalenko mindestens einen Monat lang ausgebildet werden. Sie könnten demnach für die Eröffnung eines neuen Frontabschnitts vorgesehen sein. Russland wolle mit der Mobilisierung sowohl akute Personalengpässe ausgleichen als auch neue militärische Möglichkeiten schaffen, schrieb der ukrainische Regierungsvertreter.

Moskau attackiert U-Bahnstation in Kiew

In der Nacht hat Russland laut Augenzeugenberichten die U-Bahnstation Lukjaniwska in der ukrainischen Hauptstadt Kiew angegriffen. Videos und Fotos, die auf dem Kurznachrichtendienst Telegram kursieren, zeigen die Zerstörung rund um den Eingang der Metro-Station. Berichte über Opfer gibt es noch nicht.

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Insbesondere Frauen und Kinder suchen in den U-Bahnstationen Schutz vor russischen Angriffen, da diese tief unter der Erde liegen. Es ist der erste direkte Angriff auf diese Schutzräume im Krieg, berichtet der ehemalige "Bild"-Journalist Julian Röpcke.