Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russlands bekanntester Militärblogger festgenommen
Aktualisiert am 09.10.2026 - 19:57 UhrLesedauer: 21 Min.
In Montenegro ist der Blogger Rybar festgenommen worden. Kiews Bürgermeister rät den Einwohnern, die Stadt zu verlassen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 9. Oktober
Russlands bekanntester Militärblogger in Montenegro festgenommen
Der Gründer des meistgelesenen russischen Militärblogs Rybar, Michail Swintschuk, ist in Montenegro festgenommen worden. Das teilte Ministerpräsident Milojko Spajić auf X mit, ohne allerdings den Namen zu nennen. Rybar bestätigte die Festnahme von Swintschuk auf Telegram. Er und die anderen Festgenommenen seien legal in dem Balkanland an der Adria gewesen. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, es versuche die Umstände über die russische Botschaft in Podgorica zu klären. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.
Nach Medienberichten wurden Swintschuk, seine Frau und drei weitere russische Staatsbürger in dem Ort Risan in der Bucht von Kotor festgenommen. Er war angeblich zu Dreharbeiten dort. Als Verfechter des russischen Angriffskriegs steht Swintschuk auf mehreren westlichen Sanktionslisten. Die Behörden von Montenegro äußerten sich zunächst nicht, was den Festgenommenen vorgeworfen werde. Spajić schrieb von einer "erfolgreichen Operation".
Seine Regierung hatte mehrfach vor hybriden Aktionen und Destabilisierungsversuchen gewarnt, die den europäischen Weg Montenegros behindern sollten. Montenegro gilt als aussichtsreichster Kandidat aus dem Kreis der Westbalkan-Staaten für eine baldige EU-Mitgliedschaft. Im weiteren Verlauf des Freitags verfügten die montenegrinischen Behörden die Ausweisung der fünf Russen. Die Maßnahme sei "aus Gründen der nationalen Sicherheit" getroffen worden, hieß es in einer Polizeimitteilung, die montenegrinischen Medien zuging.
Dieser Streit spielt Russland in die Hände
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Mehr Druck auf die Ukraine? Putin holt offenbar "General Armageddon" zurück
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Klitschko rät Einwohnern von Kiew, die Stadt zu verlassen
Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat den Einwohnern empfohlen, die Stadt vorübergehend zu verlassen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP wandte er sich insbesondere an Menschen, die Freunde oder Verwandte außerhalb der ukrainischen Hauptstadt haben.
"Täglich erreichen uns neue Meldungen über zerstörte Gebäude, Verletzte und Tote, da der Beschuss unserer Stadt immer heftiger wird", sagte der Bürgermeister. "Heute geht es ums Überleben."
Bei seiner Empfehlung gehe es ausdrücklich nicht um eine vollständige Evakuierung der Stadt. Das werde er niemals anordnen. "Das ist Putins Ziel… das beste Szenario für Putin wäre, wenn wir alle gehen und ihm unsere leeren Städte und unser Land übergeben würden", sagte Klitschko.
Erneut Rechenzentrum von Yandex in Russland von Drohnen getroffen
Beim russischen Technologiekonzern Yandex hat ein Drohnenangriff mehrere Module eines Rechenzentrums in der Region Kaluga vollständig außer Betrieb gesetzt. Es könne zu Beeinträchtigungen bei einigen Dienstleistungen des Unternehmens kommen, teilte Yandex mit. Am Donnerstag hatten ukrainische Drohnen erstmals ein wichtiges Rechenzentrum der Firma getroffen. Yandex bietet unter anderem mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Auch eine Suchmaschine gleichen Namens sowie Fahrdienst- und weitere Technologiedienste gehören zum Portfolio des Unternehmens.
Ukraine greift Treibstoffanlage für Marschflugkörper an
Die Ukraine hat in der Nacht zu Freitag mehrere russische Regionen angegriffen. Wie die Online-Zeitung "Kyiv Independent" berichtet, richtete sich einer der Angriffe gegen eine russische Fabrik, die Treibstoff für Marschflugkörper der Typen Kh-55 und Kh-101 herstellt. In dem Werk werden demnach Teile des Raketentreibstoffs Decilin-M sowie Zusätze für Diesel und Flugturbinentreibstoff hergestellt. Die Anlage war bereits im Februar 2026 Ziel eines ukrainischen Angriffs. Damals sollen laut ukrainischem Generalstab rund 6000 russische FPV-Drohnen zerstört worden sein.
Ein ukrainischer Angriff soll in der Nacht zudem einen Brand in einem Öldepot nördlich der Stadt Belgorod ausgelöst haben. Das geht aus Daten der NASA-Plattform Fire Information for Resource Management System (FIRMS) hervor. Über das Ausmaß des entstandenen Schadens war zunächst nichts bekannt.
Donnerstag, 8. Oktober
Selenskyj: Prüfen sektorale Waffenruhen
Die Ukraine erörtert alle Optionen für eine sektorale Waffenruhe, auch zu Wasser und im Energiebereich. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj im Gespräch mit Journalisten, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
"Was mögliche sektorale Waffenruhen betrifft: Wir besprechen alles, sowohl den Seeverkehr als auch die Energieversorgung. Was realistisch oder realistischer wäre, dazu bin ich noch nicht bereit, etwas zu sagen, aber ich verstehe es”, so Selenskyj. Er erklärte, er wolle Details nicht vorschnell preisgeben, da Russland bewusst entgegen den Vereinbarungen handeln könnte.
Wadephul verschärft Ton gegenüber Putin
Außenminister Johann Wadephul verschärft nach dem ergebnislosen Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York den Ton gegenüber Moskau. Nach den jüngsten massiven Angriffen auf die Ukraine mit zahlreichen zivilen Opfern attackiert der CDU-Politiker Russland scharf und droht mit umfangreichen Sanktionen. "Putins Grausamkeit kennt keine Grenzen", kritisiert Wadephul.