Umfrage: 40 Grad in Saarbrücken – was Bürger jetzt von der Stadt fordern

Umfrage 40 Grad in Saarbrücken – was Bürger jetzt von der Stadt fordern

Saarbrücken · Beton, kaum Schatten, zu wenig Wasser? Saarbrückerinnen und Saarbrücker erzählen, was ihnen an heißen Tagen fehlt. Eine Idee sorgt sogar für zusätzlichen Strom.

09.09.2026 , 14:06 Uhr

Hitzeschutz ist ein vieldiskutiertes Thema. Wir haben Saarbrücker Passanten gefragt, ob die Stadt mehr Begrünung und andere Maßnahmen gegen die Hitze braucht.

Hitzeschutz ist ein vieldiskutiertes Thema. Wir haben Saarbrücker Passanten gefragt, ob die Stadt mehr Begrünung und andere Maßnahmen gegen die Hitze braucht.

Foto: Thomas Warnack/dpa/Thomas Warnack

(bub) Angesichts der lange andauernden Hitzeperiode in diesem Sommer, mit Rekordtemperaturen über 40 Grad, werden die Stimmen für verbesserten Hitzeschutz laut. Wir haben uns in der Saarbrücker Innenstadt umgehört, wie Menschen über den Hitzeschutz in Saarbrücken denken und wie sich die Stadt besser auf Hitzeperioden einstellen kann.

Beton heizt die Stadt auf

Den 71-jährigen Lutwin Schuster aus Dillingen treffen wir mit seiner Frau Karin. Er erzählt: „Ich habe gelesen, dass es in Saarbrücken nur fünf Trinkwasserbrunnen gibt. Für die Zukunft ist das ein bisschen wenig und man müsste sich besser aufstellen.“ Es gebe in Saarbrücken an mehreren Stellen schon genug Grün, beispielsweise am Staden, und man könne zur Begrünung ja auch nicht einfach die Bahnhofstraße umbauen. Auf die Frage, ob man mehr Räume klimatisieren sollte, sagt er: „Man muss da etwas tun. Dafür muss man sich nur mal umschauen, wie andere Länder im Süden damit umgehen“, so Schuster.

Karin Schuster schließt sich an und erzählt: „In Saarlouis gibt es einen Nebelregen, der in der Innenstadt aufgestellt ist. Das ist eine super Lösung gegen die Hitze.“ Auch sie findet, dass es in Saarbrücken bereits viele Grünflächen gibt, aber man hier auch noch nachbessern könnte.

Sandra Celina Kreis (31) aus Saarbrücken sagt: „Ich finde, es sollte mehr Grünflächen in der Stadt geben. Ich wohne direkt am St. Johanner Markt, und dieser Sommer war für mich sehr erschreckend.“ Man merke, wie der Beton die Stadt aufheizt, und wenn man Richtung Wald oder Staden geht, werde die Luft viel erträglicher. „Es wäre sinnvoll, längerfristig zu denken, denn die Sommer werden bestimmt immer härter“, so die 31-Jährige weiter. „Klimatisierte Räume und mehr Grünflächen wären ein guter Anfang.“

Sandra Celina Kreis glaubt, dass Saarbrücken mehr Grünflächen braucht.

Foto: BeckerBredel

„Ich denke, mehr Begrünung und Schatten wären schon ein Anfang“

Hans Eloy hingegen empfand den Sommer nicht als herausragend schlimm. „Die Hitzeperiode war in diesem Jahr schon sehr markant. Das könnte natürlich ein Vorbote für weitere noch heißere Sommer sein, aber auch einfach nur ein Ausreißer. Viele reagierten leicht panisch auf die Hitze. Für mich war die Hitzezeit toll, für meine Frau aber nicht“, sagt der 78-jährige Dillinger, den wir mit seiner Frau Elisabeth Eloy in der Saarbrücker Innenstadt trafen. „Gegen den Klimawandel kann die Stadt an sich ja nichts tun. Man könnte sich aber ein Beispiel an Singapur nehmen, wo Neubauten begrünt werden. Aber wir leben nicht in Singapur, sondern im Saarland. Ich wäre für kostenlose Wasserflaschen in der Stadt oder mehr Trinkwasserbrunnen.“

Elisabeth Eloy ergänzt: „Ich bin tagsüber gar nicht mehr rausgegangen, als es so heiß war. In größeren Städten gibt es Aufbauten mit Sprühregen als Erfrischung gegen die Hitze. Das kostet aber natürlich auch Wasser“, so die 76-Jährige. „Es gab dieses Jahr schon viele Hitzetote, auch ältere Menschen, weil sie meistens nicht genug trinken. Ich denke, mehr Begrünung und Schatten wären schon ein Anfang.“

Der 60-jährige Hanno Lange betont die Wichtigkeit eines Hitzeschutzes. „Es ist überall heiß. Städte könnten in Begrünung und mehr Trinkwasserstellen investieren. Generell sollten nicht nur Städte, sondern auch Bund und Länder in das Thema und generell in den Klimaschutz investieren“, so der 60-Jährige. „Leider bleibt das Thema oft ungehört und wenn es kühler wird, wird es wieder vergessen. Meine Idee wäre, in Städten Überdachungen mit Solarpaneelen einzurichten. Dann hätte man zusätzlich Strom gewonnen.“ (hck/brn)

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