Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und das Diakonissenhaus Teltow haben am Montag in Cottbus eine langfristig angelegte Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Sie regelt nach Angaben der Universität die gemeinsame Weiterentwicklung der Patientenversorgung, die Vernetzung von Versorgungsstrukturen und die Einbindung der Krankenhäuser und medizinischen Versorgungszentren des Diakonissenhauses in Lehre, Weiterbildung und Forschung der MUL – CT.
Zum Diakonissenhaus Teltow gehören nach eigenen Angaben sechs Krankenhäuser – die Lausitz Klinik Forst, das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben, das Evangelische Krankenhaus Luckau, das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow, das Evangelische Krankenhaus Lutherstift Frankfurt (Oder) und das Diakoniekrankenhaus Halle – sowie die Klinik für geriatrische Rehabilitation in Kloster Lehnin. Hinzu kommen vier medizinische Versorgungsgesellschaften mit mehr als 50 Praxen in Forst, Guben, Teltow und Halle. Der diakonische Verbund ist in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt tätig und hat nach eigenen Angaben mehr als 4500 Mitarbeitende.
Perspektivisch können Krankenhäuser des Diakonissenhauses als Lehrkrankenhäuser der MUL – CT qualifiziert werden. Auch die Versorgungszentren sollen in praktische Ausbildung, Weiterbildung und Forschung eingebunden werden. Beides ist bislang eine Absicht, keine beschlossene Umsetzung.
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Digitalisierung als zweiter Schwerpunkt der Vereinbarung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Die MUL – CT bezeichnet sich als digitales Leitkrankenhaus und will vernetzte Strukturen sowie datenbasierte Anwendungen entwickeln und in die Versorgung überführen. Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand für den Gesundheitsbereich des Diakonissenhauses Teltow, nannte den Verbund einen natürlichen Partner der Universität, die im Rahmen der Modellregion Gesundheit Lausitz ein sektorenübergreifend vernetztes Versorgungssystem anstrebe. Gemeinsam wolle man eine bedarfsgerechte Versorgung sichern, besonders in ländlich geprägten und strukturschwachen Regionen.
Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT, sprach von einer bereits bestehenden Partnerschaft, die nun offiziell besiegelt werde. „Die Vernetzung über Einrichtungen und Regionen hinweg ist ein zentral bedeutsamer Baustein für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger in der Lausitz – und darüber hinaus“, sagte er.
Universitätsmedizin in Cottbus startet erste Studierende
Die MUL – CT wurde am 1. Juli 2024 gegründet und ist nach eigener Darstellung die erste und einzige staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs. Land und Bund fördern sie bis 2038 mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro; die Universität bezeichnet sich als größtes Strukturwandelprojekt im Kohleausstieg. Derzeit arbeiten dort rund 4300 Beschäftigte aus mehr als 60 Nationen.
Zum Wintersemester 2026/2027 beginnen die ersten 36 Studierenden im Modellstudiengang Humanmedizin. Ab 2028 plant die Universität zusätzlich die drei Masterstudiengänge Advanced Nursing Practice, Medical Data Science und Gesundheitssystemwissenschaften.
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