Endlich mal wieder Stadionluft schnuppern! Das erste Mal in der neuen Spielzeit begrüßte der 1. FC Union Berlin am Sonntag seine Fans im Stadion An der Alten Försterei. Und für die 8825 Zuschauer und Zuschauerinnen, die gekommen waren, hieß es auch noch: Union International. Denn einen Tag nach dem Test gegen Dynamo Dresden am Sonnabend (1:2) empfingen die Eisernen am Sonntag den italienischen Erstligisten Cagliari Calcio.
Mit dieser besonderen Szenerie musste sich das Publikum aber begnügen. Denn das Spiel selbst bot zumindest in der ersten Halbzeit wenig Spektakel. Nach einer über weite Strecken chancenarmen Partie trennten sich beide Teams mit 2:2 (0:0). Ilyas Ansah erzielte spät (85., 90.+1) die beiden Treffer der Gastgeber. Yael Trepy (49.) und Paul Mendy (67.) waren für die Gäste erfolgreich.
Elf Änderungen in der Startelf
Im Vergleich zum Test in Dresden wechselte Lustrinelli komplett durch. Kein Spieler, der am Vortag in der Startelf gestanden hatte, begann auch gegen Cagliari.
Aufstellung Union
Tor: Fritz Gagzow
Abwehr: Christopher Trimmel (bis 83.), Marvin Friedrich (bis 68.), Oluwaseun Ogbemudia (bis 68.), Derrick Köhn (bis 68.)
Mittelfeld: Janik Haberer (bis 68.), Duje Sliskovic (bis 68.), Linus Güther (bis 68.), Livan Burcu (bis 68.)
Sturm: Dmytro Bogdanov (bis 68.), Julien Friedrich (bis 68.)
Eingewechselt: Zeno Van den Bosch, Leopold Querfeld, Tom Rothe, Aljoscha Kemlein, Woo-yeong Jeong, András Schäfer, Ilyas Ansah, Marin Ljubicic, Oskar Engel (alle 68.), Tim Blaszczak (83.)
Union war zu Beginn die bessere Mannschaft und kam durch Janik Haberer und Livan Burcu zu ersten Abschlüssen. Christopher Trimmel suchte über die rechte Seite gerne den Weg zu Dmytro Bogdanov.
Auf der anderen Seite schien Burcu bemüht, sich zu beweisen, schnappte sich mal hinten den Ball oder setzte auf der linken Angriffsseite zum Übersteiger an. Er hatte nach etwa einer halben Stunde die beste Union-Chance auf dem Fuß, als er einen Freistoß aus 20 Metern knapp am Tor vorbei schoss.
Union verliert in der zweiten Halbzeit
In einer sonst chancenarmen Partie waren auf Gästeseite in der ersten Hälfte die etwa 20 oberkörperfreien Fans am auffälligsten. Trotzdem dauerte es nach der Halbzeit keine drei Minuten, da erwischten die Italiener Union nach einem Einwurf komplett unsortiert.
Sliskovic und Oluwaseun Ogbemudia hatten ihre jeweiligen Zuständigkeiten nicht geklärt, wodurch Yael Trepy nach Vorlage von Harry Winks frei in den Strafraum einziehen konnte und Cagliari per Lupfer in Führung brachte (49.).
Auch beim zweiten Treffer der Italiener zeigte die Union-Abwehr alles andere als eine Glanzleistung. Paul Mendy spazierte mit dem Ball auf den Strafraum zu, wurde von gleich vier Unionern, die dicht an ihm dranstanden, nicht wirklich angegriffen und schloss einfach mal ab. Gagzow im Tor kam zwar an den Ball, konnte ihn aber nicht abwehren – und Union lag 0:2 hinten (67.).
Einwechselspieler bringen die Wende
Lustrinelli tauschte direkt nach dem Gegentor alle Feldspieler bis auf Trimmel (blieb bis zur 83.) aus und brachte den Großteil seiner Startelf vom Vortag ins Spiel.
Lange konnte auch die nichts am Ergebnis ändern. Doch in der 85. Minute leitete Leopold Querfeld einen Einwurf von Tom Rothe per Kopf weiter auf Ilyas Ansah, der ebenfalls per Kopf für den Anschlusstreffer sorgte.
Fußball-Bundesliga
Erstmals in der Alten Försterei: Besonderes Debüt beim 1. FC Union Berlin
Das Publikum schöpfte nun noch einmal Hoffnung auf ein besseres Ergebnis. Und auch die Spieler auf dem Platz schienen wieder daran zu glauben, dass in diesem Spiel noch etwas drin sein könnte.
Woo-yeong Jeong scheiterte erst noch aus guter Position an Alen Sherri im Tor von Cagliari. Bei der folgenden Ecke aber machte er es besser, fand den Kopf von Ansah – und der erzielte sein zweites Tor an diesem Nachmittag (90+1).
Gagzow verhindert Niederlage in letzter Sekunde
Fast hätte Jeong sogar noch das Siegtor geschossen, scheiterte jedoch erneut an Sherri. Auf der anderen Seite musste sich dann aber noch einmal Gagzow beweisen, der nach einem Schuss von Mendy glänzend reagierte und Union vor einer Niederlage in letzter Sekunde rettete.
Dann nämlich war Schluss in Köpenick. Die Partie endete 2:2. Ein Ergebnis, das nach mehr Spektakel klingt, als dem Publikum tatsächlich geboten wurde.
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