Unterwassermähboot schneidet Wasserpflanzen im Kasseler Bugasee

Stand: 03.09.2026, 08:30 Uhr

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Aktuell unterwegs: Mit einem Unterwassermähboot lässt die Stadt Kassel die Wasserpflanzen im Bugasee zurückschneiden. Vorn im Bild ein Teil der bereits entfernten und am Ufer angehäuften Biomasse. © Andreas Hermann

Stadt setzt seit dieser Woche ein Mähboot zur Reduzierung der Biomasse im See ein. Diese wird am Ufer angehäuft und später entfernt.

Kassel – Ein Unterwassermähboot setzt die Stadt Kassel seit Anfang dieser Woche auf dem Bugasee ein. Vom Ufer nahe der Seglergaststätte aus ließ sich am Mittwochmorgen gut sehen, wie mit dem Boot die Wasserpflanzen gemäht und anschließend am Gewässerrand angehäuft werden.

„Die Maßnahme dient der regelmäßigen Gewässerpflege und soll insbesondere verhindern, dass große Mengen pflanzlicher Biomasse nach dem Absterben im See verbleiben“, teilte ein Stadtsprecher mit. Die Wasserpflanzen (Makrophyten) seien keine Verunreinigung, sondern ein natürlicher und ökologisch wichtiger Bestandteil eines naturnahen Sees. „Sie produzieren während ihres Wachstums Sauerstoff, nehmen Nährstoffe aus dem Wasser auf und binden diese in ihrer Biomasse. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einem stabilen Gewässerökosystem und können auch einer übermäßigen Entwicklung von Phytoplankton und Cyanobakterien – umgangssprachlich häufig als Blaualgen bezeichnet – entgegenwirken.“

Die Kosten für die aktuelle Mahd betragen nach Angaben der Stadt rund 35.000 Euro. Die Arbeiten stellten sicher, dass der See als Erholungs- und Badegewässer weiterhin genutzt werden könne und sich sein ökologischer Zustand langfristig stabilisiere.

Für Badegäste stellten die Wasserpflanzen grundsätzlich keine Gefahr dar. „Sie gehören zu einem Natursee ebenso wie Fische, Insekten und andere Wasserorganismen. Ein vollständig pflanzenfreier See wäre aus ökologischer Sicht weder natürlich noch erstrebenswert“, erklärte der Stadtsprecher. Deshalb gehe es auch nicht darum, sämtliche Pflanzen zu entfernen, sondern die Bestände gezielt zu regulieren. Nach der Mahd würden die abgemähten Pflanzen und die darin gebundenen Nährstoffe entfernt, damit sie sich im Wasser nicht unter Sauerstoffverbrauch zersetzten.

Ob es mit dem Baden im Bugasee in diesem Spätsommer noch etwas wird, ist offen. Bislang lassen die wieder deutlich wärmeren Temperaturen, die für September angekündigt worden waren, in der Region auf sich warten. Zudem gilt für den Bugasee nach wie vor das Anfang August verhängte Badeverbot.

Wie berichtet, war das Verbot von Gesundheitsamt sowie Umwelt- und Gartenbauamt ausgesprochen worden, um gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen. Denn durch die anhaltende Trockenheit sowie die hohen Temperaturen hatten sich die Blaualgen im Bugasee massenhaft vermehrt.

Mit den Blaualgen, die eigentlich Bakterien sind, haben sich laut Stadt in diesem Jahr auch die Wasserpflanzen im Bugasee überdurchschnittlich stark vermehrt. Deshalb war bereits bei Verhängung des Badeverbots angekündigt worden, dass die Makrophyten mit einem Unterwassermähboot zurückgeschnitten werden müssten, um die Biomasse in der Buga zu entfernen.