Krieg in Nahost Neue US-Angriffe auf Iran - Trump droht
Stand: 21.07.2026 • 08:27 Uhr
Statt Waffenruhe nun die zehnte Nacht in Folge schwere Angriffe: Die USA haben wieder Iran bombardiert. Die Islamische Republik griff ihrerseits US-Ziele in der Region an. US-Präsident Trump droht mit Vergeltung.
Das US-Militär hat in der Nacht eine neue Angriffswelle gegen Iran geflogen. Die um 22.00 Uhr deutscher Zeit begonnen Bombardements zielten darauf ab, die militärischen Mittel Irans, um Handelsschiffe in der Straße von Hormus attackieren zu können, zu schwächen. Das teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando CENTCOM auf der Plattform X mit.
Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen. Es war bereits die zehnte Nacht in Folge mit Angriffen auf Iran.
Iran vermeldet Explosionen
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman gemeldet.
Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im Süden Irans. Die Nachrichtenagentur Fars meldete mehrere Explosionen im Bereich der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas.
Angriffe in Kuwait, Bahrain und Jordanien
Teheran griff unterdessen US-Verbündete im gesamten Nahen Osten an. Kuwait teilte mit, seine Luftabwehr habe anfliegende Geschosse abgefangen. "Die Bodentruppen der Armee nahmen die auf dem Stützpunkt Arifjan in Kuwait stationierten Himars-Raketensysteme der US-Terrorarmee mit Boden-Boden-Raketen ins Visier", erklärte die Armee nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna.
Staatsmedien berichteten am Morgen außerdem von iranischen Angriffen auf ein Zentrum des US-Unternehmens Amazon in Bahrain und einen US-Militärstützpunkt in Jordanien. Bestätigungen gab es dazu aus den Ländern zunächst nicht. Jordaniens Streitkräfte hatten bereits am Montagabend erklärt, sie hätten drei iranische Raketen abgeschossen.
Erneut Tanker beschossen
In der Straße von Hormus wurde erneut ein Tanker angegriffen. Er sei vor der Küste des Omans von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach knapp 15 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Limah.
Bereits zuvor waren innerhalb von 24 Stunden zwei Schiffe in der strategisch wichtigen Meerenge angegriffen worden.
Das US-Militär hatte Schiffe zuletzt aufgefordert, eine Route nahe der omanischen Küste durch die Straße von Hormus zu nutzen, um iranischen Kontrollen auszuweichen. Die USA werfen Iran vor, daraufhin Schiffe angegriffen zu haben. Teheran beansprucht die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge.
Trump droht mit Vergeltung
US-Präsident Donald Trump droht derweil Iran nach dem Tod weiterer US-Militärangehöriger mit massiver Vergeltung. "Jedes Mal, wenn Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er vielfach dafür bezahlen", erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er habe Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Daniel Caine entsprechend angewiesen, so der US-Präsident.
In den vergangenen Tagen waren im Iran-Krieg drei US-Soldaten getötet worden. Zwei Tote gab es am Freitag bei iranischen Luftangriffen in Jordanien. Ein weiterer Soldat starb im Irak bei der Vernichtung von Munition aus einer iranischen Drohne. Insgesamt sind seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar 17 US-Militärangehörige getötet worden.
Bemühungen um Waffenruhe
Die USA und Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich aber für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Am Montag erklärte Irans Präsident Massud Peseschkian, sein Land befinde sich in einem "vollumfänglichen Krieg" mit den USA.
Vermittler bemühen sich Berichten zufolge aber um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Feuerpause unterbreitet, berichteten das US-Nachrichtenportal Axios und das Wall Street Journal. Die Vermittler fürchteten demnach, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen.