Ganz ohne Kameras oder ähnliches Equipment Bewegungen in den eigenen vier Wänden erkennen, das macht US-Provider Comcast nun für seine Kunden verfügbar. Das Unternehmen setzt auf WLAN-Signale, um etwa unerwartete Personen im WLAN-Bereich zu erkennen und gegebenenfalls die Besitzer zu warnen.
Das hat Comcast am Dienstag angekündigt. Kundinnen und Kunden, die die Xfinity genannten Dienste des Unternehmens nutzen, können das „WiFi Motion“-Feature ohne weitere Zusatzkosten auf kompatiblen Internetroutern aktivieren. Die technische Basis dafür ist seit einigen Jahren in der Forschung bekannt – nun findet sie ihren Weg in die Praxis. In der Wissenschaft geht das Konzept inzwischen sogar schon weiter und erlaubt biometrische Identifikationen von Personen durch deren WLAN-Signalstörungen. Comcast setzt jedoch „lediglich“ auf die Erkennung von Bewegungen.
WLAN-Bewegungserkennung zur Einbrecher-Warnung
Comcast erklärt die Funktion „WiFi Motion“ so, dass sie ohne Kamera arbeitet und keine Bilder oder Videos aufzeichnet. Die Technik erkennt Änderungen in WLAN-Signalen zwischen verbundenen Geräten, die durch Bewegung von Objekten wie Menschen entstehen. Das Unternehmen hebt hervor, dass WiFi Motion entwickelt wurde, Bewegung zu erkennen und nicht spezifische Personen, und auch die genauen Orte der Bewegungen nicht nachverfolgt. Benachrichtigungen erfolgen, sofern Bewegungen zwischen verbundenen Geräten und dem Xfinity Gateway genannten Router erkannt werden.
Interessierte sollen dazu das Gateway an zentraler Stelle aufstellen und gegebenenfalls WLAN-Repeater (WiFi-Extenders), um die Abdeckung zu maximieren. Bis zu drei Geräte können sie dann auswählen, um Aktivitäten zu erkennen, etwa in Eingangsbereichen oder Wohnzimmern. Idealerweise bleiben die Geräte stationär und angeschaltet. Da die Bewegungserkennung zwischen Xfinity-WLAN-Geräten und ausgewählten Geräten erfolgt, sollten diese so positioniert werden, dass die zu überwachenden Laufwege dazwischen liegen. Kunden sollten dann auch regelmäßig prüfen, ob sie wie erwartet Benachrichtigungen erhalten.
Wer einen monatlichen Aufpreis von 15 US-Dollar (rund 13 Euro) in Kauf nimmt, kann das Feature auch zum „Shield Select“ aufbohren und damit etwa Kameras verbinden oder einen speziellen „Nachtwache“-Modus aktivieren; das bringt dann auch Profile für Familien mit, die Online-Zeiten und Ähnliches konfigurierbar machen.
Damit sind Forschungsergebnisse aus diesem Bereich nun auch praktisch nutzbar. Von Anbietern von WLAN-Routern im deutschsprachigen Raum ist bislang nicht bekannt, ob sie derartige Funktionen nachrüsten wollen.
(dmk)