AUDIO: US-Unternehmen plant Rüstungsfabrik in Leipzig (3 Min)
Covenant
Stand: 01.09.2026 08:17 Uhr
Das US-Rüstungsstartup Covenant plant nach Recherchen von MDR AKTUELL eine Produktionsstätte für Marschflugkörper in Leipzig. Viele Details bleiben offen: Das Unternehmen will sich erst in zwei Wochen äußern, auch Stadt und Branchenvertreter halten sich bedeckt.
von Britta Veltzke, MDR AKTUELL
- Das Rüstungsunternehmen Covenant will in Leipzig eine Produktionsstätte für Marschflugkörper errichten.
- Covenant kritisiert die vorzeitige Veröffentlichung und verweist auf teils unzutreffende Angaben.
- Eine pro-palästinensische Gruppierung nennt eine Fläche nahe dem Flughafen Leipzig/Halle als möglichen Standort.
Das Rüstungsunternehmen Covenant will im Stadtgebiet von Leipzig eine Produktionsstätte für Marschflugkörper bauen. Das hat eine Recherche von MDR AKTUELL ergeben.
Covenant ist ein US-amerikanisches Rüstungs-Startup mit einem Ableger in Frankfurt am Main. Seit Mai ist das Unternehmen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen.
Beteiligte Stellen halten sich bedeckt
Mehrere Stellen, die mit dem Vorhaben in Verbindung stehen könnten, äußerten sich bislang nicht näher oder verwiesen auf einen späteren Zeitpunkt. Dazu gehört auch die Stadt Leipzig.
Covenant wurde vor zwei Jahren gegründet
Das Unternehmen Covenant wurde erst vor zwei Jahren gegründet. Es hat die Mittelstreckenwaffe "Anthem" entwickelt, die deutlich kostengünstiger als vergleichbare Marschflugkörper produziert werden soll. US-Medien zufolge wurde sie Anfang August auf einem Militärgelände in Marokko getestet. Dabei seien auch deutsche Beobachter eingeladen gewesen.
Mit Informationen des Washington-Korrespondenten Arnd Henze.
Auch das Mitteldeutsche Institut für Sicherheitsindustrie (MISI), das die Interessen der regionalen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie vertritt, machte auf Anfrage keine Angaben zu dem Projekt.
Video: Proteste gegen geplanten Rüstungsstandort in Sangerhausen (3 Min)
Covenant unglücklich über Leak der Informationen
Covenant selbst veröffentlicht bislang nur wenige Informationen über seine Geschäftstätigkeit. Auf der Internetseite des Unternehmens finden sich lediglich der Firmenname und eine E-Mail-Adresse. Auf eine Anfrage von MDR AKTUELL verwies Covenant an eine deutsche Agentur, die die Pressearbeit für das Unternehmen übernommen hat.
Ein Mitarbeiter der Agentur erklärte gegenüber MDR AKTUELL, Covenant sei unglücklich darüber, dass Informationen über das Vorhaben bereits öffentlich geworden seien. Zudem seien offenbar nicht alle bislang veröffentlichten Angaben korrekt. Covenant erklärte, man wolle sich erst in zwei Wochen zu Details äußern.
Standort womöglich in der Nähe des Leipziger Flughafens
Nähere Angaben zu den Plänen machte das Unternehmen nicht. Offen bleiben damit unter anderem der Zeitplan für den Bau, die geplante Zahl der jährlich produzierten Raketen und der genaue Standort der Fabrik.
Eine pro-palästinensische Gruppierung behauptet, die Produktionsstätte solle in unmittelbarer Nähe des Flughafens Leipzig/Halle entstehen. Ein Bebauungsplan der Stadt Leipzig weist zwischen dem Porsche-Werk und dem Flughafen tatsächlich noch eine unbebaute Fläche von umgerechnet rund 180 Fußballfeldern aus. Ob diese Fläche für die geplante Fabrik vorgesehen ist, ist jedoch nicht bekannt.
Über die mögliche Ansiedelung von Covenant hatte Ende vergangener Woche zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Mehrere Medien griffen den Bericht auf.