Verstorbener US-Senator Graham mit Trauerfeier in Washington gewürdigt

Israels Premier war zu Gast, der ukrainische Präsident ebenso: Mit einer Trauermesse ist US-Senator Lindsey Graham in Washington verabschiedet worden. US-Präsident Trump hielt die Trauerrede – launige Sprüche inklusive.

29.07.2026, 06.34 Uhr

US-Präsident Trump und weitere Trauergäste am Sarg von Lindsey Graham US-Präsident Trump und weitere Trauergäste am Sarg von Lindsey Graham

US-Präsident Trump und weitere Trauergäste am Sarg von Lindsey Graham

Foto: Alex Wroblewski / AFP

Gut zwei Wochen nach seinem Tod ist der US-Senator Lindsey Graham mit einer Trauermesse in der Nationalkathedrale in Washington verabschiedet worden. An der Gedenkfeier nahmen unter anderem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu teil. US-Präsident Donald Trump würdigte Graham als respektierten Staatsmann. Der Republikaner habe es aus einfachen Verhältnissen zu weltweiter Anerkennung gebracht.

»Mehr als 30 Jahre lang ist in dieser Hauptstadt nichts von Bedeutung geschehen, ohne dass Lindsey Graham davon wusste«, sagte Trump vor den Trauergästen. »Nichts von Bedeutung ist irgendwo auf der Welt passiert, ohne dass Lindsey Graham eine Meinung dazu gehabt hätte.«

Trump nannte den Republikaner Graham »einen Freund, den niemand von uns je vergessen wird«. In seiner launigen Trauerrede spielte Trump allerdings auch auf Spannungen im Verhältnis zu dem neun Jahre jüngeren Top-Senator an. Als Graham ihn 2016 im Präsidentschaftswahlkampf kritisiert habe, habe er dessen private Handynummer in einer Rede erwähnt, sagte Trump. »Sein Telefon ist förmlich explodiert«, erzählte der Präsident unter dem Gelächter einiger Trauergäste.

Zudem habe Graham Kriege geliebt, sagte Trump in Anspielung auf die harte Linie des Senators gegenüber Russland und Iran. »Er hat nie einen Krieg gesehen, den er nicht gemocht hat«, sagte der Präsident, der sich selbst immer wieder als Kandidat für den Friedensnobelpreis ins Gespräch bringt.

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Bei einer vorherigen Gedenkfeier im Kapitol hatte US-Vizepräsident JD Vance Graham als umgänglichen, leidenschaftlichen und beliebten Senator gewürdigt. Der Republikaner habe politische Gegner während seiner mehr als 30-jährigen Arbeit im Kongress gern in Debatten herausgefordert, sagte Vance. Dem Republikaner aus dem Bundesstaat South Carolina sei »nicht alles in den Schoß gefallen« und deshalb sei er »von jedem einzelnen Menschen fasziniert« gewesen.

Zuvor waren am Kapitol die sterblichen Überreste Grahams eingetroffen. Armeeangehörige trugen den mit einer US-Flagge bedeckten Sarg in die Rotunda des Kongressgebäudes, während eine Militärkapelle Stücke wie »Amazing Grace« spielte. An der Zeremonie nahmen Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Republikaner wie auch der oppositionellen Demokraten teil. Bei der Trauermesse wurde Grahams Sarg dann in der Kathedrale aufgestellt. Am Mittwoch soll er in seinem Heimatbundesstaat South Carolina beigesetzt werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Graham nach dessen Tod als »wahren Freund« und »Partner Deutschlands« in der Nato gewürdigt. Netanyahu nannte Graham einen »großen Freund Israels« und einen Kämpfer gegen den Antisemitismus. Der ukrainische Präsident Selenskyj wollte im Anschluss an die Trauermesse bei Parlamentariern in Washington für die von Graham mit ausgehandelten Russlandsanktionen werben.

mrc/AFP