Stand: 09.09.2026, 08:10 Uhr
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Mitten in der Nordsee vor Niedersachsen liegen Inseln, die kaum jemand kennt. Manche sind winzig, andere fast menschenleer – und bei einigen gilt: Betreten verboten.
Niedersachsen – Wer bei Ebbe auf Minsener Oog blickt, könnte meinen, hier sei die Zeit stehen geblieben: ein schmaler Streifen Sand, dahinter Dünen und Gras, im Wasser stehen Vögel, über ihnen kreisen Möwen. Doch die kleine Insel vor der Küste bei Schillig ist kein normaler Urlaubsort. Auf dem Eiland brüten jedes Jahr Tausende Seevögel. Insbesondere Seeschwalben nutzen die ruhigen Flächen. Für Besucher gibt es deshalb nur einen kleinen Bereich im Süden. Der Rest gehört zur Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Das teilt der Verein Mellumrat mit, der die Insel betreut. Minsener Oog ist vermutlich der spannendste Geheimtipp für Niedersachsens Küste.
Urlauber dürfen die Insel tatsächlich besuchen – wenn auch nur auf einem kleinen Teil und am besten innerhalb einer geführten Wattwanderung. Der Weg ist rund sechs Kilometer lang und kann bei auflaufendem Wasser gefährlich werden. Noch erstaunlicher wird es ein Stück weiter westlich. Dort liegt die Insel Memmert, südwestlich von Juist. Das Eisland sieht heute auf den ersten Blick wie ein stilles Naturparadies aus. Doch sie ist auch ein Ort, an dem die Nordsee ihre Kraft zeigt.
Memmert: Niedersachsens geschützte Insel mitten in der Nordsee
Bei normalem Hochwasser ist Memmert rund 500 Hektar groß. Bei einer schweren Sturmflut ragen lediglich die höheren Dünen aus dem Wasser. Das geht aus den Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hervor. Der alte Leuchtturm ist längst Teil des Meeres geworden. Memmert steht schon seit 1924 unter Naturschutz. Heute lebt dort ein Inselvogt, der die Natur beobachtet und schützt. Für Urlauber ist die Insel nicht zugänglich. Wer hier Ruhe sucht, muss also vordergründig eines können: Abstand halten. Und wäre da auch noch die Insel Mellum.

Die Insel wirkt deutlich abgeschiedener. Es existiert weder ein regulärer Hafen noch sind Straßen vorhanden. Dennoch kommt es gelegentlich vor, dass hier Leute herkommen – allerdings nur bei speziellen Führungen. Im August 2026 bot der Verein Mellumrat eine solche Fahrt von Hooksiel an. Die Gäste durchquerten hierbei das Watt in Richtung der Insel und statteten der Naturschutzstation einen Besuch ab. Die Tour dauerte rund sechs bis sieben Stunden. Mehrere Tausend See- und Küstenvögel brüten jedes Jahr auf Mellum. Im Frühjahr und Herbst rasten dort zudem mehr als 100.000 Zugvögel. Die Insel Mellum gehört vorrangig den Tieren und ist daher nicht das Richtige für Menschen, die einen verlassenen Strand suchen. Im Vergleich zu Minsener Oog, Memmert und Mellum deutlich bekannter, aber trotzdem besonders, ist Wangerooge.
Wangerooge zeigt: Urlaub und Naturschutz liegen auf Nordsee-Inseln nah beieinander
Aufgrund der Tatsache, dass die Insel zu den bewohnten ostfriesischen Inseln zählt, ist sie viel einfacher erreichbar. Vor Ort wird deutlich, warum es wichtig ist, kleine, unbekannte Inseln zu schützen: Wangerooge hat große Dünen und Salzwiesen, in denen unzählige Tiere leben. Der Verein Mellumrat betreut dort Naturschutzflächen und führt unter anderem vogelkundliche Angebote durch. Wer einmal die ruhige und naturverbundene Seite der Nordsee kennenlernen möchte, sollte einen Urlaub auf Wangerooge planen. Anhand der Insel Wangerooge wird deutlich, wie eng Urlaub und Naturschutz miteinander verknüpft sind.