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Verheerender Brand in der Altstadt Lauterbach drängt auf schnellen Wiederaufbau
Nach dem verheerenden Feuer in der Lauterbacher Altstadt will die Stadt den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude vorantreiben. Alle Beteiligten haben sich nun erstmals am Runden Tisch getroffen. Der Bürgermeister hat dabei klare Erwartungen formuliert.
Mehrere Häuser wurden bei dem Brand in Lauterbach (Vogelsberg) stark beschädigt oder zerstört. Jetzt geht es an den Wiederaufbau. Bild © Jörn Perske (hr)
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00:39 Min. |04.08.26|Jörn Perske
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
Das Feuer in Lauterbach (Vogelsberg) ist gelöscht, die beschädigten und teils zerstörten (Fachwerk-)Gebäude in der Altstadt sind abgestützt und vor dem Kollaps bewahrt. Doch die Sorgen bleiben. Wie geht es weiter?
Diese Fragen stellt sich neben den Bewohnern der osthessischen Kreisstadt auch Bürgermeister Holger Marx (CDU). Deswegen lud er am Montagnachmittag alle Beteiligten an einen sogenannten Runden Tisch ins Rathaus. Mit dabei: Hauseigentümer, Versicherungen, Geschäftsinhaber und Fachleute von Behörden aus Stadt und Landkreis.
"Stadtbild rasch wiederherstellen"
Rathauschef Marx, der nach seiner Wahl erst seit wenigen Wochen im Amt ist, sagte der hessenschau: "Ich hoffe, dass die Häuser wieder aufgebaut werden und das Stadtbild möglichst rasch wiederhergestellt wird. Wir möchten vermeiden, dass in Lauterbach jahrelang Brand-Ruinen stehen, die abgesichert werden müssen."
Marx betonte: "Wir haben gemeinsam eine Schadenslage." Doch er sieht nun vor allem die Hauseigentümer und Versicherungen am Zug. Sie müssten dafür sorgen, dass die fünf vom Feuer beschädigten und teils zerstörten Häuser wieder nutz- und bewohnbar gemacht werden.
Damit es schnell vorangeht, hat die Stadt nun alle Beteiligten bei dem Kennenlern-Treffen vernetzt. "Damit nicht jeder auf dem Weg zum Ziel allein los läuft", erklärte Marx.
Guter Auftakt am Runden Tisch
Mit dem Auftakt-Treffen zeigte sich Marx zufrieden: "Der Austausch war wichtig. Und der Termin ist positiv verlaufen." Doch weitere Gespräche seien notwendig. Deswegen treffen sich die Beteiligten Mitte nächster Woche erneut.
Denn es gibt viel zu tun. Das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf rund fünf Millionen Euro.
Brandursache noch unklar
Die Polizei hatte am Montag erklärt, dass Brandstiftung bei der Suche nach der Ursache ausgeschlossen worden sei. Das hätten die Ermittlungen von Kripo-Beamten und Experten des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) ergeben.
Ob fahrlässiges Verhalten oder ein technischer Defekt für das Feuer verantwortlich sind, muss noch untersucht werden. Bis Ergebnisse feststünden, könne es noch dauern, sagte ein Sprecher der hessenschau. Der Brandort sei groß. Und die Ermittlungen gestalteten sich schwierig nach den tagelangen Einsätzen von Feuerwehr, Rettungskräften und Technischem Hilfswerk.
Am heftigsten zerstört ist das Haus im Zentrum der Brandstätte, wie der Lauterbacher Bauamtsleiter Jörg Saller auf Anfrage sagte. In dem Gebäude, in dem das Großfeuer entstanden sein soll, befindet sich im Erdgeschoss ein Restaurant. Es sei aber auch gut möglich, dass das Feuer in den oberen Stockwerken entstand. Trotz aller Zerstörung - zumindest die historische Fassade habe man retten können.
Einige der Gebäude in der Lauterbacher Altstadt stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die fünf vom Brand in Mitleidenschaft gezogenen Häuser stehen alle unter Denkmalschutz, wie Saller sagte.
Menschen konnten in Wohnungen zurück
Schon mal ein kleiner Trost für die Menschen, die am Mittwochabend vor dem Feuer aus den Häusern fliehen mussten: Sie durften mittlerweile alle in Begleitung kurzzeitig ihre Wohnungen betreten, den Schaden begutachten und persönliche Gegenstände mitnehmen.
Für sieben Bewohner kam das aber nicht mehr in Frage. Ihre Wohnungen sind komplett zerstört. Sie sind in der Jugendherberge in Lauterbach untergekommen. Es handelt sich um eine Familie mit zwei kleinen Zwillingskindern sowie drei Einzelpersonen. Die Stadt bemühe sich, sie bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu unterstützen, sagte Marx.
Große Hilfsbereitschaft
Unterdessen berichtet der Bürgermeister von einer bemerkenswerten Hilfsbereitschaft in Lauterbach. Nicht nur, dass die Einsatzkräfte während der Einsatztage mit Essen und Trinken von der Bevölkerung unterstützt wurden und sich die Nachbarn gegenseitig geholfen haben. Mittlerweile sind auch rund 50.000 Euro auf einem Spendenkonto zusammengekommen, wie Marx erklärt.
Geschäftsinhaber haben laut Marx auch Spenden-Boxen in ihren Läden aufgestellt. Bei Sportveranstaltungen sei bereits gesammelt worden. Und weitere Vereine seien dabei, Hilfsaktionen zu entwickeln.
Helferfest am 21. August geplant
Die Stadt will sich aber auch erkenntlich zeigen. Am 21. August soll in Lauterbach ein Helferfest für rund 450 Menschen veranstaltet werden - als Dankeschön für alle Beteiligten, wie Marx sagte.
Bis es soweit ist, sei es wichtig, dass wieder Normalität einkehre, sagte Marx. Deswegen werde der Wochenmarkt am Donnerstag wie üblich stattfinden auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Der Platz ist in Sichtweite der Brandstelle. Die Flammen haben dort eine tiefe Wunde ins Bild der Lauterbacher Innenstadt gerissen.
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