Sebastian Vettel bricht wegen Schumacher in Tränen aus: „Ich vermisse Michael“

Stand: 06.09.2026, 21:07 Uhr

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Sebastian Vettel dreht in Monza Runden in Michael Schumachers legendärem Ferrari F2002 – und bricht danach in Tränen aus.

Monza – Es gibt Momente im Sport, die sich tief ins kollektive Gedächtnis einbrennen. Was sich am Sonntag vor dem Großen Preis von Italien in Monza abspielte, gehört zweifellos dazu. Sebastian Vettel, viermaliger Formel-1-Weltmeister und einer der größten deutschen Rennfahrer aller Zeiten, kletterte ins Cockpit eines ganz besonderen Autos – und kehrte sichtlich verändert zurück.

Sebastian Vettel vermisst Michael Schumacher.

Sebastian Vettel vermisst Michael Schumacher. © Franck Robichon/dpa

Der Anlass war ein historischer: Vor genau 30 Jahren bestritt Michael Schumacher seine erste Saison für Ferrari. Und am kommenden Dienstag, dem 8. September, jährt sich sein erster Heimsieg in Monza für die Scuderia zum dreißigsten Mal. Ferrari nutzte das Rennwochenende für eine würdige Hommage an den siebenmaligen Weltmeister – und bat Vettel, den F2002 über den Asphalt der Königlichen Piste zu bewegen.

Sebastian Vettel über Schumacher: „Heute ist Michaels Tag“

Was folgte, war ein Bild, das kaum jemanden kaltließ. Vor vollbesetzten Tribünen drehte Vettel seine Runden, begleitet vom Jubel der Fans und dem in der heutigen Formel 1 längst ungewohnten Klang des V10-Motors. Als er aus dem Cockpit stieg, kämpfte er mit den Tränen. „Unglaublich, mein Herz pocht, ich bin sehr stolz, und ich vermisse Michael“, sagte er unmittelbar nach der Ausfahrt. Und dann, im Interview mit F1-TV, ließ er alle Hemmungen fallen: „Wir beide haben immer über Pipi in den Augen gescherzt. Jetzt habe ich Pipi in den Augen“, gestand er.

Vettel machte keinen Hehl daraus, wie viel ihm dieser Moment bedeutete. Schumacher sei zwar nicht dabei gewesen, „aber ich habe ihn stark in diesen Runden gespürt, ich hoffe ihr auch“, sagte er. Den Mittelpunkt des Tages wollte er dabei nicht für sich beanspruchen: „Heute ist Michaels Tag und wir senden all die Emotionen und Liebe zu ihm.“

Die Verbindung zwischen den beiden deutschen Ausnahmekönnern reicht weit zurück. Mit sieben Jahren sah Vettel Schumacher erstmals aus der Nähe – an einer Kartbahn, wie er bei Sky erzählte. „Das war ein Riesenhighlight.“ Mit zehn Jahren lernte er ihn persönlich kennen, und als Vettel selbst in der Formel 1 ankam, wurden die beiden Freunde. „Als ich selbst fast erwachsen war, haben wir uns dann auf einer anderen Ebene kennengelernt“, erinnerte er sich.

Dass die Hommage auch im Schumacher-Umfeld Anklang fand, hatte sich bereits im Vorfeld angedeutet. Managerin Sabine Kehm zeigte sich überzeugt, dass Schumacher an diesem besonderen Wochenende glücklich sei – was Vettels Worte und Tränen an diesem Sonntag noch eine Spur bedeutsamer machten.

Seit dem schweren Skiunfall im Dezember 2013 schützt Schumachers Familie dessen Privatsphäre konsequent, offizielle Informationen über seinen Gesundheitszustand werden nicht geteilt. Was Vettel an diesem Sonntag in Monza zeigte, war deshalb auch mehr als Nostalgie: Es war ein öffentliches Bekenntnis zu einem Freund, der nicht antworten kann – und der dennoch, so Vettel, spürbar präsent war.

Vettel huldigt seinem Freund Schumacher

Auch das Auto selbst hinterließ Eindruck. „Du brauchst nicht viele Runden, um die Seele eines Rennwagens kennenzulernen, und der F2002 schreit dich an, dass du pushen sollst“, schwärmte Vettel von Schumachers früherem Erfolgswagen. Vollgas gab er dennoch nicht – zu groß war der Respekt vor dem Erbe, das er da durch Monza trug.

Der Jubel der Fans zeigte, wie lebendig Schumachers Vermächtnis noch immer ist. „Die Väter und Mütter tragen das in die nächste Generation, und die macht dann das Gleiche“, sagte Vettel. Ein Versprechen, das an diesem Tag in Monza eingelöst wurde – mit Tränen in den Augen. (ck)