„Mit Steinen blutig verletzt“ – Mutter in Angst vor Vibrionen in der Ostsee

Vibrionen in der Ostsee? Mutter in Sorge, nachdem sich ihre Kinder „mit Steinen blutig verletzt“ haben

Stand: 05.08.2026, 20:25 Uhr

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Kinder spielen im Sommer im Wasser der Ostsee

Beim Spielen im Wasser verletzten sich die Kinder einer Urlauberin – und blieben dennoch in der Ostsee. © dpa/Stefan Sauer

Nach dem Ostsee-Urlaub wächst bei einer Mutter die Sorge: Ihre Kinder hatten kleine Verletzungen und spielten trotzdem im Meer. Wie gefährlich sind Vibrionen wirklich?

Lübecker Bucht – Vibrionen als Gefahr für Kinder? Eine Mutter, die mit ihrer Familie in der Lübecker Bucht kürzlich den Tag am Strand verbrachte, teilte jüngst in den sozialen Medien ihre Sorge mit. Ihre Kinder spielten am Meer und sich dabei „mit Steinen blutig verletzt“. Trotzdem blieben sie im Wasser. Erst danach habe die Mutter von der Gefahr durch Vibrionen erfahren. Nun fragte sie sich, ob sie mit den Kindern vorsorglich zum Arzt müsse. Mittlerweile hat sie den entsprechenden Beitrag in den sozialen Medien gelöscht – er liegt der Redaktion jedoch vor. Und dennoch: Mit ihrer Unsicherheit ist sie dieser Tage nicht allein.

Ostsee im Sommer: Warum Vibrionen bei warmem Wasser zum Thema werden

Die meisten Urlauber an der Ostseeküste, kennen die Bakterien durch Hiobsbotschaften, etwa wenn Badegäste nach dem Schwimmen im Meer durch eine Infektion mit den Bakterien sterben. Dabei kommen die Bakterien ganz natürlich im Meer- und Brackwasser vor. In der Ostsee fühlen sie sich besonders wohl, weil das Wasser dort wenig Salz enthält. Steigt die Wassertemperatur im Sommer auf mehr als 20 Grad, vermehren sich die Bakterien besonders gut, heißt es auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein.

Die meisten Menschen müssen sich trotzdem keine Sorgen machen. Für gesunde Kinder und Erwachsene ist das Risiko einer schweren Vibrionen-Infektion insgesamt eher gering. Wer außerdem keine offenen Wunden hat, kann in der Regel unbekümmert baden. Erst dann, wenn Badegäste chronische Krankheiten, ein geschwächtes Immunsystem und eine offene Wunde haben, werden Vibrionen gefährlich. Das Land Schleswig-Holstein rät hier zur Vorsicht.

Vibrionen in der Ostsee: Diese Symptome sollten Urlauber ernst nehmen

„Grundsätzlich können bei Wassertemperaturen ab 20 Grad Bakterien der Gattung Vibrio vulnificus (‚Vibrionen‘) aktiviert werden“, so das Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung. Wer nach dem Baden in der schleswig-holsteinischen Ostsee bemerkt, dass eine Wunde stark rötet, anschwillt oder schmerzt, sollte ärztlichen Rat suchen. Auch Fieber oder Blasen auf der Haut können Anzeichen für eine Infektion sein, heißt es im offiziellen Infoblatt des Landes Schleswig-Holstein.

Bakterien in der Ostsee: Was sind Vibrionen?

Vibrionen sind Bakterien, die natürlicherweise in Meer- und Brackwasser vorkommen. Bei warmen Wassertemperaturen vermehren sie sich besonders gut. Gelangen sie über eine offene Wunde in den Körper, können sie Infektionen auslösen. Für gesunde Menschen ist das Risiko einer schweren Erkrankung gering. Besonders vorsichtig sollten ältere Menschen sowie Personen mit Diabetes, Lebererkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem sein. Wer nach dem Baden eine stark gerötete oder schmerzende Wunde, Fieber oder Blasen bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.

Dass schwere Erkrankungen selten sind, zeigen auch die Zahlen des Robert Koch-Instituts. In diesem Jahr registrierte das RKI bislang 17 in Deutschland erworbene Vibrionen-Infektionen. Zwei hochbetagte Menschen starben an den Folgen. Nach Angaben des Instituts begann die Saison wegen der sommerlichen Temperaturen ungewöhnlich früh. Das mittlere Alter der Erkrankten lag bei 70 Jahren. Die gute Nachricht: Die Wasserqualität an den Badegewässern in Schleswig-Holstein ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiterhin ausgezeichnet. Wer gesund ist und keine offenen Wunden hat, muss seinen Strandurlaub deshalb nicht absagen oder dem Wasser fernbleiben.