Vielfalt zur Einheit: Bremer Spezialitäten am Festwochenende

Stand: 24.09.2026, 13:35 Uhr

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Kunst

„Ich möchte Schwarz-Rot-Gold nicht denen überlassen, die diese Farben für sich vereinnahmen“: Arbeiten der Bremer Künstlerin Petra Heitkötter. © Heitkötter

Dialekte, Sport und Lesungen: Bei der dreitägigen Bremer Einheitsparty stehen etliche Spezialitäten auf dem Programm. Wir werfen einen Blick darauf.

Bremen – Von Freitag bis Sonntag, 2. bis 4. Oktober, wird an der Weser gefeiert. Zur zentralen Einheitsparty bietet Bremen ein Riesenprogramm. So viel ist sonst selten los an einem einzigen Wochenende. Manches droht in der Fülle der Angebote unterzugehen. Damit das nicht geschieht, stellen wir hier einige der bremischen Besonderheiten und Spezialitäten vor – die Vielfalt zur Einheit.

Stadtmusikantenhaus

Noch ist das Stadtmusikantenhaus im Kontorhaus Langenstraße nicht eröffnet, doch am Einheitswochenende darf schon mal hereingeschnuppert werden. Eine echte Premiere! Das Literaturhaus Bremen, das auch mit ins Stadtmusikantenhaus ziehen wird, bespielt an den drei Tagen die „Willkommenshalle“ des Gebäudes (Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr). Neben einer Ausstellung zur Literaturarbeit in der Hansestadt sind auf der Aktionsfläche Kurzlesungen von Bremer Autoren geplant – in und vor der Kulisse des frisch umgebauten Bauwerks. Mit von der Partie sind Anna Lott, Leyla Bektaş, Corinna Pourian, Anke Bär, Jörg Isermeyer, Sadaf Zahedi, Michael Augustin, Jutta Reichelt, Anna Jäger, Antonia Bontscheva und Donka Dimova. Apropos Premieren: Wenige Gehminuten vom Kontorhaus entfernt öffnet das Netzwerk „Visionskultur“ das alte Postamt an der Domsheide. Gründer und Kreative präsentieren dort ihre Projekte, Ideen und Unternehmen (3. Oktober, ab 10 Uhr; Eingang über die Dechanatstraße).

Erzählen und Zuhören

„Am 3. Oktober erinnern wir uns daran, dass Einheit dort entsteht, wo Menschen einander wirklich zuhören“, sagt eine Sprecherin der Kulturkirche St. Stephani (Faulenquartier). Ein wahres Wort in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung und Wahlerfolgen radikaler Parteien. Nun: „Jenseits des Trubels der Festmeile lädt unser heller gotischer Kirchraum zum Ausprobieren des Formats ‚Sprechen und Zuhören‘ von ‚Mehr Demokratie e. V.‘ ein.“ Und: „Es geht nicht darum, recht zu haben, sondern einander zu begegnen.“ In diesem Fall zum Thema Einheit (Samstag, 16 bis 18 Uhr).

Fränkisch und Sächsisch

Gesprochen wird auch in der Kunsthalle Bremen – und wie! Das Museumsteam stellt sich ganz auf die (sprachlichen) regionalen Eigenheiten Deutschlands ein, sprich: es bietet am 3. und 4. Oktober Mundart-Kurzführungen sowie Bundesländer-Führungen zu verschiedenen Künstlern an. Die Dialekt-Rundgänge beginnen an beiden Tagen jeweils um 12 und 15 Uhr. Unter anderem im Programm: Schwäbisch mit Hartwig Dingfelder beziehungsweise Kevin Fickert und Sächsisch mit Rainer Berthold Schossig beziehungsweise Dr. Maria Aresin, Fränkisch mit Annette Schneider, Berlinerisch mit dem Künstler Norman Sandler sowie, last but not least, Bremisch mit Brigitte Tüttelmann.

Straßenkultur pur

Mit vollem Körpereinsatz am Start ist der Bremer Jugendhilfeträger „Hood Training“. „Wir bespielen vom 2. bis 4. Oktober eine eigene Fläche am Altenwall“, so Gründer Daniel Magel zur Mediengruppe Kreiszeitung. „Wir haben über die drei Tage ein ziemlich dickes Programm auf die Beine gestellt.“ Einige der Punkte daraus: „Calisthenics“ (Training mit dem eigenen Körpergewicht), Wettbewerbe, Grappling (Griff-, Wurf- und Bodenkampf), Graffiti sowie „offene Trainings und Mitmachaktionen für Kids, Jugendliche und Familien“. „Hood Training“ schafft damit ein „Schaufenster für Straßenkultur, Inklusion und soziale Integration“, heißt es im Konzept zum Auftritt. Programm: Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 20 Uhr

Gründer Daniel Magel im neuen „325 Gym“ von „Hood Training“ in Tenever.	Thomas Kuzaj

Gründer Daniel Magel ist mit „Hood Training“ beim Einheitsfest aktiv. © Kuzaj, Thomas

Gold und Glitzer

In der „Galerie Wiederkehr“ (Am Wall 182) zeigt die Bremer Künstlerin Petra Heitkötter mit Blick auf die Einheitsfeier die Ausstellung „Schwarz, Rot und ganz viel Gold und Glitzer“. „Seit vielen Jahren zieht sich das Spiel mit Glanz und Glitzer wie ein roter Faden durch Heitkötters Werk“, heißt es in einer Vorschau. „Rechts glitzert niemals“, fügt die Künstlerin gegenüber der Mediengruppe Kreiszeitung hinzu. „Ich möchte Schwarz-Rot-Gold nicht denen überlassen, die diese Farben für sich vereinnahmen. Bei mir stehen sie für etwas anderes: Schwarz für Tiefe und Nacht, Rot für Energie, Leben und Liebe und Gold für Licht, Kostbarkeit und Sieg des Lichtes über das Dunkel.“ Zu sehen ist die Ausstellung vom 2. bis zum 16. Oktober. Eröffnet wird sie bereits am Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr.

Zirkus und Zauberei

Zauberspektakel zum Mitmachen, poetisches Musiktheater, artistisches Zirkustheater und Geschichten rund um die Bremer Stadtmusikanten – das „Netzwerk für junges Publikum“ des Landesverbands freie darstellende Künste will am Einheits-Wochenende zeigen, dass „darstellende Kunst für Kinder weit mehr sein kann als eine klassische Bühnengeschichte“. Gleichzeitig gehe es darum, „die große Bandbreite der freien Szene sichtbar“ zu machen. Schauplatz: gegenüber der Kunsthalle; Zeiten: 3. und 4. Oktober, jeweils 11.15 bis 14 Uhr.