Wichtige Updates
Vier Hochzeitsgäste sterben nach US-Luftangriffen im Iran
Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,3 Prozent
Trump zeigt KI-Video von Explosionen auf iranischer Öl-Insel
Ölpreise steigen nach Militärschlägen im Iran-Krieg
Fynn Latendorf
Straße von Hormus: Zwei Tote bei Angriff auf saudiarabischen Öltanker
Bei einem Angriff auf einen saudiarabischen Öltanker am Montag in der Straße von Hormus sind nach Angaben der staatlichen Reederei Saudi-Arabiens zwei Menschen getötet worden. Bei dem „Sicherheitsvorfall“ auf dem Tanker „Sidr“ seien zwei Seeleute aus den Philippinen getötet worden, teilte die Reederei am Mittwoch mit. Das griechische Sicherheitsunternehmen Marisks hatte zuvor gemeldet, „unbekannte Geschosse“ hätten den Öltanker am Montag getroffen.
Am Mittwoch teilten die iranischen Revolutionsgarden zudem mit, zwei Öltanker seien in Brand geraten, nachdem sie beim Durchfahren der Straße von Hormus auf Minen gelaufen seien. Die Zwischenfälle ereigneten sich kurz nach den ersten US-iranischen Angriffen seit mehr als einem Monat. Die US-Armee hatte am Sonntagabend Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus angegriffen. Nach US-Angaben sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Meerenge deponiert. Teheran reagierte eigenen Angaben zufolge mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Sechs Monate nach Beginn des Iran-Kriegs befinden sich die Konfliktparteien weiterhin in einer Pattsituation: Der Iran blockiert weiterhin die Straße von Hormus, die USA setzen ihre Gegenblockade iranischer Häfen fort.
Fynn Latendorf
USA sind „Satan“: Iran reagiert nach tödlichem Angriff auf Hochzeit
Nach einem Angriff auf eine Hochzeit im Süden des Iran mit mindestens vier Toten hat der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf die USA als „Satan“ bezeichnet. „Wenn eine Macht sich wie Satan verhält, Ziele wählt wie Satan und tötet wie Satan, dann ist sie Satan“, erklärte Ghalibaf am Mittwoch im Onlinedienst X. Der Begriff „Großer Satan“ für die USA wurde vom Gründer der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Ruhollah Chomeini, im Jahr 1979 geprägt.
Iranischen Behörden zufolge war am späten Dienstagabend in Bandar Kuhestak in der Provinz Hormosgan ein Wohnhaus getroffen worden, in dem gerade eine Hochzeit stattfand. Mindestens vier Menschen seien getötet und mehrere weitere verletzt worden, hieß es. Ghalibaf betonte, bei dem Angriff seien „Kinder zusammen mit ihren Familien getötet worden“.
Der Iran reagierte auf den Vorfall mit Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in mehreren Golfstaaten, darunter Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die US-Armee äußerte sich nicht direkt zu dem Angriff auf die Hochzeit, erklärte aber, sie greife, im Gegensatz zu den Revolutionsgarden, „niemals Zivilisten an“.
Fynn Latendorf
Vier Hochzeitsgäste sterben nach US-Luftangriffen im Iran
Bei US-Luftangriffen auf Ziele im Iran sind nach iranischen Angaben mindestens elf Menschen getötet worden. Der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan habe mitgeteilt, dass bei einem nächtlichen US-Raketenangriff auf drei Orte sieben Menschen getötet und acht weitere verletzt worden seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Der Iranische Rote Halbmond hatte zuvor bereits vier Tote infolge eines US-Angriffs im südlichen Bezirk Sirik gemeldet, darunter ein Kind.
Die vier Menschen starben demnach, nachdem Raketensplitter ein Haus in der Stadt Kuhestak getroffen hatten, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Dabei seien überdies 50 Menschen verletzt worden. Als Vergeltung auf US-Angriffe hatte der Iran seine Attacken auf US-Ziele in umliegenden Ländern der Region verstärkt. Betroffen von iranischen Angriffen waren Jordanien, Kuwait, Bahrain und die autonome Region Kurdistan im Irak. Teheran hatte mit „schwerwiegenden“ Konsequenzen als Reaktion auf die US-Angriffe gedroht.
Washington äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten über die iranischen Angriffe auf die mit Washington verbündeten Länder der Region, wenngleich US-Präsident Donald Trump zuvor im Fall einer iranischen Reaktion vor „viel härteren und massiveren“ Angriffen gewarnt hatte.
Oskar Schulz
Auch Kuwait und Jordanien geraten erneut unter Beschuss
Der Golfstaat Kuwait ist erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Wie das Militär des mit den USA verbündeten Landes in der Nacht mitteilte, wehrte die Luftabwehr «Angriffe feindlicher Drohnen» aus dem Iran ab. Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen.
Auch Jordanien war in der Nacht wieder unter iranischen Beschuss geraten. Dort wurden eigenen Angaben zufolge zehn ballistische Raketen aus dem Iran erfolgreich abgefangen. Sie seien zerstört worden. Drei weitere seien in entlegene Gebiete gestürzt, teilte die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra mit. Es habe keine Verletzten gegeben.
Iranische Medien meldeten zudem Attacken auf einen US-Stützpunkt in Bahrain. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die USA hatten zuvor nach Angaben von Präsident Donald Trump wieder iranische Ziele nahe der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus ins Visier genommen. Irans Revolutionsgarden teilten wenig später in einer von Staatsmedien veröffentlichten Erklärung mit, man habe mit Vergeltungsattacken begonnen.
Oskar Schulz
USA beenden Angriffswelle gegen Ziele im Iran
Die USA haben ihre Angriffe auf Ziele im Iran nach Angaben des Militärs wieder beendet. Die US-Streitkräfte griffen Ziele der iranischen Revolutionsgarden an, darunter Luftabwehrstellungen, Radarsysteme sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Die Angriffe seien eine Folge der versuchten iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region. Die mehr als 50.000 US-Streitkräfte in der Region des Persischen Golfs seien weiterhin bereit, Angriffe durchzuführen, hieß es.
Leonhard Rosenauer
Europäischer Gaspreis steigt auf Dreijahreshoch
Der europäische Gaspreis ist nach der Wiederaufnahme der gegenseitigen Angriffe der USA und des Iran auf den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren angesprungen. Der als Referenz für die Großhandelspreise für Gas geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden legte am Dienstagabend um 6,2 Prozent auf 74,14 Euro pro Megawattstunde zu. Damit erreichte er den höchsten Stand seit Januar 2023.
Leonhard Rosenauer
Ölpreis steigt nach erneuten Kampfhandlungen in Nahost
Die Ölpreise legen angesichts einer Zuspitzung der Lage im Nahen Osten deutlich zu. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde bei 94,38 US-Dollar gehandelt. Das ist ein Plus von mehr als vier Prozent im Vergleich zu Montag.
Der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI kletterte erstmals seit Ende Juli wieder über 90 Dollar. Auch hier betrug der Aufschlag zuletzt gut vier Prozent.
Leonhard Rosenauer
Iran droht USA mit Gegenangriffen auf Militärstützpunkte
Der Iran droht nach den erneuten US-Angriffen auf sein Land mit Vergeltungsschlägen. Der Generalstab der iranischen Streitkräfte und das militärische Hauptquartier Chatam al-Anbija teilten in einer von Staatsmedien verbreiteten Erklärung mit, dem Feind würden vernichtende Schläge versetzt, je mehr Chaos die USA in der Region anrichteten, desto schwerere Verluste würden sie erleiden. Auch die iranischen Revolutionsgarden drohten den USA eine harte Bestrafung an. Das zentrale Hauptquartier Chatam al-Anbija übernimmt in Kriegszeiten das Kommando im iranischen Generalstab.
Leonhard Rosenauer
US-Militär greift erneut Ziele im Iran an
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen den Iran gestartet. Diese hätten um 12.00 US-Ostküstenzeit (19.30 Ortszeit in Teheran) begonnen und richteten sich gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden im Land, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Angriffe seien eine Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der Revolutionsgarden gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und gegen in der Region stationierte US-Soldaten, hieß es.
Tobias Köberlein
Irans Präsident offen für diplomatische Lösung mit USA
Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich im festgefahrenen Konflikt mit den USA erneut für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. "Sollten die USA zu ihren Verpflichtungen (...) zurückkehren, wird auch die Islamische Republik Iran unverzüglich entsprechend handeln", zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna aus einer Rede Peseschkians beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.
Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Donnerstag die Tür für eine diplomatische Lösung weiter offen gehalten. Vergangene Woche hatten regionale Staaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Delegationen der Vermittlerstaaten Pakistan, Katar und Oman waren dafür in die iranische Hauptstadt Teheran gereist.
Tobias Köberlein
Iran: Flugabwehr an mehr als 3.800 Orten stationiert
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge landesweit Flugabwehreinheiten an mehr als 3.800 Orten stationiert. "Viele dieser Orte befinden sich in schwer zugänglichen Gebieten. Iran ist ein Land mit vielfältigen geografischen Gegebenheiten, und die Luftverteidigungskräfte sind in Wüsten, an Küsten, auf Inseln und im Gebirge stationiert", sagte ein iranischer General im Staatsfernsehen.
Seinen Worten nach wurden bei den vergangenen militärischen Konflikten mit den USA und Israel seit Oktober 2024 rund 160 Soldaten der Flugabwehr getötet. In dem Interview äußerte er auch vorsichtige Kritik an importierten Waffensystemen. Der Iran sei daher zum Ergebnis gekommen, vermehrt heimisch produzierte Flugabwehrsysteme einzusetzen.
Tobias Köberlein
Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,3 Prozent
Die Inflation in der Eurozone ist im August wegen hoher Energiepreise deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Juli hatte die Inflationsrate bei 2,9 Prozent gelegen. Damit liegt sie weit über dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Jahresinflation von zwei Prozent anpeilt.
Volkswirte rechnen fest damit, dass die EZB bei ihrem Zinsentscheid am 10. September die Leitzinsen erhöht. "Eine Zinserhöhung auf der EZB-Sitzung nächste Woche ist überfällig", schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Viele Unternehmen dürften den Kostenschub bei Energie an Kunden weitergeben.
Tobias Köberlein
Iran kritisiert US-Sanktionen: "Verhalten aus der Steinzeit"
Irans Regierung hat die Einschränkung von Sprachtests im Zuge der neuen US-Sanktionen scharf kritisiert. "Das Ziel des Feindes ist es, unser Land durch Sanktionen zur Kapitulation zu zwingen", sagte Wissenschaftsminister Hussein Simai Saraf, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Dass nun auch ein renommierter Sprachtest für Englisch betroffen ist, bezeichnete er als "Verhalten aus der Steinzeit".
In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass der als TOEFL bekannte Sprachtest (Test of English as a Foreign Language) wegen der Sanktionen im Iran künftig nicht mehr absolviert werden kann. Auch ein Test auf der beliebten Sprachlern-App Duolingo ist künftig nicht mehr verfügbar. Bereits zu Jahresanfang wurden im Iran Prüfungen für den IELTS-Test (International English Language Testing System) eingestellt.
Oskar Schulz
Tanker in Straße von Hormus von drei „unbekannten Geschossen“ getroffen
Nach den ersten neuen US-iranischen Angriffen seit Wochen ist in der Straße von Hormus britischen Angaben zufolge ein Öltanker von drei „unbekannten Geschossen“ getroffen worden. Der Tanker habe den Beschuss beim Verlassen der vom Iran weitgehend blockierten Meerenge gemeldet, teilte die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO am Montag im Onlinedienst X mit. Der Vorfall ereignete sich demnach 31 Kilometer östlich der omanischen Küstenstadt Chasab. Verletzte oder Umweltschäden gab es demnach nicht. Wer für den Angriff verantwortlich war, bleibt unklar.
Louisa Thönig

Trump zeigt KI-Video von Explosionen auf iranischer Öl-Insel
US-Präsident Donald Trump hat am Montagmorgen ein KI-generiertes Video in den sozialen Medien veröffentlicht, das die Zerstörung der iranischen Öl-Insel Charg zeigen soll. Darin sind aus der Perspektive eines Hubschraubers mehrere Explosionen auf einem Industrieareal und an einem Schiff zu sehen. Unter dem Video schrieb der US-Präsident: „Die Insel Charg wird in Stücke gesprengt!“
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gab es zunächst keine unabhängigen Hinweise darauf, dass Charg tatsächlich angegriffen worden war. Ob Trump mit seinem Beitrag einen weiteren Angriff auf Charg ankündigen wollte oder lediglich ein mögliches Szenario darstellte, blieb zunächst unklar.
Noch in derselben Stunde veröffentlichte Trump einen zweiten, ähnlich gestalteten KI-Clip. Er zeigt ebenfalls Explosionen auf dem Gelände, nähert sich dem Geschehen jedoch aus einer etwas anderen Perspektive. Einen Kommentar fügte Trump dem zweiten Video nicht hinzu. Beide Aufnahmen wirken erkennbar künstlich erstellt, sind in den Beiträgen jedoch nicht ausdrücklich als KI-generiert gekennzeichnet.
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