Vom Bankenjob zum Franchisenehmer: Vegane Fleischerei kommt nach Leipzig

Neueröffnung

Stand: 23.08.2026 08:00 Uhr

Eine Fleischerei ohne tierische Produkte: In rund drei Wochen soll die erste Filiale der "Veganen Fleischerei" in Leipzig eröffnen. Das Konzept stammt ursprünglich aus Dresden. Vor drei Jahren startete dort die erste Filiale, inzwischen gibt es das Unternehmen als Franchise auch in weiteren deutschen Städten. Jetzt kommt die erste Filiale nach Leipzig. Eröffnen will sie Stephan Kunze – und der kommt eigentlich aus einer ganz anderen Branche.

von Konstantin Henß, MDR SACHSEN

Stephan Kunze steht mit strahlenden Augen in seinem neuen Laden auf der Karl-Liebknecht-Straße in der Leipziger Südvorstadt. Vor ein paar Monaten war hier noch ein Spieleladen Zuhause. Seitdem hat sich viel verändert: weiße Fliesen an den Wänden, schwarze Kühlschränke im Verkaufsraum, große Lampenschirme an der Decke. Bis Anfang September Leipzigs erste vegane Fleischerei eröffnet werden kann, gibt es für Kunze und sein Team noch einiges zu tun.

In knapp drei Wochen wird hier die Verkaufstheke stehen.

In knapp drei Wochen wird hier der Verkaufstresen stehen.

Vom Fan zum Franchisenehmer

Der 41-Jährige lebt seit 2013 in Leipzig und arbeitet eigentlich im Bankwesen. Er erzählt, dass er mit der Gastronomie oder dem Einzelhandel bislang beruflich wenig zu tun hatte. Vegan lebt Kunze (noch) nicht vollständig, Fleisch isst er allerdings seit mehr als 25 Jahren nicht. Auf die "Vegane Fleischerei" sei er zunächst als Kunde aufmerksam geworden. Das Konzept aus Dresden habe ihn von Anfang an begeistert, nicht nur wegen der Produkte, sondern vor allem wegen des Umgangs mit dem Thema Veganismus.

Ich fand die Art und Weise, wie sie das gemacht haben, quasi auch nicht belehrend zu wirken und das Thema Veganismus so ein Stück weit voranzutreiben, super cool und wichtig zugleich. Stephan Kunze | Inhaber Vegane Fleischerei Leipzig

Leipzig sei für das Konzept aus seiner Sicht eine passende Stadt. Außerdem habe ihm persönlich ein solcher Laden bislang gefehlt. Die Idee, selbst Franchisenehmer zu werden, habe sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Von der ersten Notiz bis zum jetzigen Standort vergingen laut Kunze etwa eineinhalb bis zwei Jahre.

Wo früher ein Spieleladen war, zieht nun die vegane Fleischerei ein.

Wo früher ein Spieleladen war, zieht nun die vegane Fleischerei ein.

Eine langjährige Freundin aus Dresden habe ihn ursprünglich darauf angesprochen, das Franchise nach Leipzig zu holen. Zunächst wollte sie das Projekt gemeinsam mit ihm umsetzen, zog sich aus privaten Gründen Anfang des Jahres aber zurück. Kunze führt das Vorhaben nun allein weiter.

"Das wird mein Baby"

Für Kunze ist der neue Laden deshalb nicht einfach eine Geschäftsidee. Er bezeichnet ihn als Herzensprojekt. "Da fließt gerade in den letzten Monaten auch wirklich super, super viel Energie rein und ich freue mich auf den Tag, wenn es losgeht", sagt er.

Gleichzeitig betritt der 41-Jährige mit der Selbstständigkeit berufliches Neuland. Er bleibt zunächst in seinem Angestelltenverhältnis und baut die Leipziger Filiale parallel dazu auf. Besonders die Bürokratie sei für ihn eine Herausforderung gewesen. Trotzdem bezeichnet Kunze den bisherigen Weg als spannende und lehrreiche Erfahrung.

Bis zur großen Eröffnung Anfang September müssen noch einige Handgriffe erledigt werden.

Bis zur großen Eröffnung Anfang September müssen noch einige Handgriffe erledigt werden.

Die letzten Wochen vor der Eröffnung

Inzwischen ist der Zeitplan seiner Meinung nach weitgehend aufgegangen. Bis zur Eröffnung bleibt trotzdem einiges zu tun. Die Mitarbeiter müssen eingearbeitet und geschult werden, Abläufe sollen getestet und die Ware eingeräumt werden. Auch der Verkaufstresen wird noch aufgebaut. Dazu kommen Absprachen über einen möglichen Auftritt auf dem Leipziger Samstagsmarkt. Kunze selbst gibt sich wenige Wochen vor der Eröffnung noch relativ entspannt. "Also ich muss sagen, ich bin noch relativ entspannt, was das Thema betrifft. Obwohl die Eröffnung immer näher heran rückt."

Neben Produkten der veganen Fleischerei, wird es auch andere regionale Lebensmittel zu kaufen geben.

Neben Produkten der veganen Fleischerei, wird es auch andere regionale Lebensmittel zu kaufen geben.

Die Produkte selbst werden größtenteils in der Dresdner Manufaktur hergestellt. In Leipzig soll es neben einer frischen Theke mit veganen Fleischalternativen auch Feinkost, Salate, saisonale Produkte und ein kleines Imbissangebot geben.

Ein Laden für alle

Eine bestimmte Zielgruppe will Kunze dabei nicht ansprechen. Der Laden soll ausdrücklich nicht nur für Menschen gedacht sein, die vegan leben.

Was für mich super wichtig ist und auch für den Standort hier spricht oder für Leipzig spricht, ist, dass das wirklich ein Laden für alle werden soll. Für jeden Mensch, egal wo er herkommt, egal ob er Fleisch isst oder nicht. Stephan Kunze | Vegane Fleischerei Leipzig

Niemand müsse dort seine Ernährungsweise erklären. Vielmehr gehe es darum, neugierig zu sein und die Produkte auszuprobieren. Kunze hofft, damit auch Menschen zu erreichen, die ihren Fleischkonsum nicht komplett aufgeben, sondern einfach reduzieren möchten.

In rund drei Wochen soll die "Vegane Fleischerei" öffnen.

Szene aus Livestream MDR-Fernsehen Geiseltalsee Blick auf einen See mit Hafen und Seebrücke Blick von oben auf einen Stapel Getränkedosen Martin SCHULZ (SC DHfK Leipzig) beim Schwimmen Eine Angeklagte (r.) sitzt neben Henrike Wittner, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht, zum Prozessauftakt am Landgericht Leipzig. Blick von oben auf einen Stapel Getränkedosen Karte Region Leipzig und Leipziger Land

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