Stand: 09.10.2026, 20:01 Uhr
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Eutin ist die Heimat eines der erfolgreichsten deutschen Food-Blogs: Mit ihrem „Kochkarussell“ erreicht Mia Schneider seit Jahren eine große Community.
Miriam Schneider mag es unkompliziert und persönlich. Deshalb ist die Ostholsteinerin für alle, die sie kennen, einfach Mia, und deshalb kreiert sie eine Küche, die in jeden Alltag passt. Seit 2013 dreht sich ihr Foodblog „Kochkarussell“ und bietet Woche für Woche neue köstliche Rezepte, die für eine ausgewogene Mahlzeit mit maximal zehn Zutaten und 30 Minuten auskommen.
„Ich habe schon immer gern gegessen und deshalb Ernährungswissenschaften studiert“, erzählt Mia Schneider. Als Ausgleich zum naturwissenschaftlichen Überhang des Faches begann sie, zum Thema Essen „immer mal etwas aufzuschreiben“, wie sie heute sagt. Mit großer Ernsthaftigkeit baute sie das Projekt aus, sammelte Ideen und Wissen dazu, wie man Gerichte präsentiert, knüpfte ein Netzwerk. Setzten die ersten Rezepte einen Schwerpunkt auf „Studentenküche“, steht mittlerweile familientaugliche Kost im Fokus.
Anspruch an sich selbst: Jeden Tag gutes Essen auf dem eigenen Tisch
Was wenig wundert, denn Mia Schneider ist inzwischen Zweifach-Mama und steht jeden Tag neu vor dem Anspruch an sich selbst, etwas Gutes auf den Tisch zu bringen. Trotz Job und chronischem Zeitmangel. Dabei ist sie nicht mehr allein. Mit dem Erfolg ist auch das Team gewachsen, 2020 kam Kathia Happe dazu, die sich um die Kooperation kümmert und die Übersicht hat: „Das hat mich sehr entlastet“, sagt Mia Schneider, für die es selbstverständlich ist, Aufgaben abzugeben und gemeinschaftlich zu arbeiten. „Mittlerweile sind wir mit Jenny Knospe und Sara Kobs vier Frauen, zu denen neun Kinder gehören“, berichtet die Unternehmerin.
Zu tun gibt es reichlich. In jedem neuen Rezept stecken zehn bis 15 Stunden Arbeit. Nach der Ideenrecherche geht es an den Einkauf, jedes Essen wird dreimal probegekocht – und gegessen: „Alle Rezepte sind kinderprobt“, merkt Mia Schneider an. Was für gut befunden wurde, wird im Shooting in Szene gesetzt, die entsprechenden Beiträge mit Text werden geschrieben, wobei immer darauf zu achten, dass Lesbarkeit und Auffindbarkeit im Internet ideal austariert sind. Anders formuliert: Wer die Frage „Was koche ich nach Feierabend?“ googelt, soll direkt beim „Kochkarussell“ landen. In jeder Woche erscheint ein neues Rezept: „Außerdem gibt es einen Update-Post, damit die Rezepte nicht verschwinden. Dazu kommt die Kommunikation mit der Community, die zunehmend über Instagram und Facebook läuft: „Wir haben eine sehr zugewandte, positive Community“, freut sich Mia Schneider, die diesem Austausch viel Gewicht beimisst und Anregungen gern aufnimmt: „Das kann zum Beispiel die vegane Variante eines Rezeptes sein“, sagt sie.

Über 700 Rezepte stark ist der Blog bereits. Die kürzesten brauchen gerade einmal fünf Minuten. Der Kidneybohnensalat ist ein Beispiel. Mit Zwiebel, Walnussöl, Balsamico, Zucker und Salz wird aus einer Dose aus dem Vorrat eine feine Mahlzeit, die sich ein bis zwei Tage im Kühlschrank hält und damit auch in die Kategorie „Meal Prep“ fällt.
„Meal Prep bedeutet eigentlich vorzukochen, um ordentlich Zeit und Geld zu sparen“, erläutert Mia Schneider. Passende Rezepte gibt es reichlich im Blog. Grundsätzlich empfiehlt die Food-Bloggerin, sich einen Grundzutatenvorrat anzulegen: „Damit man immer etwas Gutes kochen kann!“ Kichererbsen, Kokosmilch, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten gehören dazu. Teure Küchengeräte setzt Mia Schneider nicht ein: „Messer, Brett, Pfanne, Topf – mehr ist nicht nötig“, weiß sie. „Einfach“ ist der rote Faden, der sich durch ihr kulinarisches Wirken zieht. „Und meistens gesund und immer lecker“, ergänzt sie fröhlich. Eine Formel, mit der sie viele Menschen jeden Alters erreicht – und großen Erfolg hat. Zwei Kochbücher und vier E-Books hat sie schon auf den Markt gebracht und mit den „Ernährungs-Docs“ des NDR zusammengearbeitet. Unternehmenskooperationen und Werbebanner sind weitere Einnahmequellen. Auch in diesem Bereich vertraut sie ihrem eigenen Geschmack: „Wir würden nichts vorstellen, was wir nicht selber nutzen“, betont sie.
Eine Lieblingskochjahreszeit hat Mia Schneider übrigens nicht, ihr schmeckt jeder Monat: Mit Suppen, Eintöpfen und Aufläufen bringt das „Kochkarussell“ auch den November groß raus. Die Frage nach dem persönlichen Leibgericht ist so rasch wie überzeugend beantwortet: „Nudeln mit Gorgonzolasoße ist mein absolutes Lieblingsgericht und unser Familienessen“, verrät Mia Schneider und man spürt die Liebe, die für sie mit dem Thema Essen verbunden ist: „Die ist mir mitgegeben worden: Meine Mutter hat immer Vollzeit gearbeitet und trotzdem nach Feierabend frisch gekocht“, erzählt sie. Diese positiven Emotionen weiterzugeben und den Menschen das Leben und den Spaß am Kochen ein bisschen zu erleichtern ist der Motor des „Kochkarussells“. Damit ist auch die Frage beantwortet, was der Blog von Menschen für Menschen der Künstlichen Intelligenz voraus hat: „Bei einem KI-Rezept kann niemand sagen: Das hat meinem Kind geschmeckt“, sagt Mia Schneider.
Wer mitkochen will, schaut auf https://kochkarussell.com/blog/, was schmeckt.
Hier geht es zu ihrem Instagramkanal: https://www.instagram.com/kochkarussell/