Nach dem Draft lebt der Traum des Pitchers Fabio Bundi, in der MLB Fuss zu fassen. Wie haben der Zürcher und seine Familie den entscheidenden Moment erlebt?
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Die Schweiz mag vieles sein – eine Baseballnation ist sie sicherlich nicht. Seit Otto Hess 1902 kam kein Schweizer mehr in der nordamerikanischen Major League Baseball zum Zug. Die Zeichen stehen gut, dass sich das bald ändern könnte. Fabio Bundi wurde beim Draft am Montag in der 11. Runde von den Miami Marlins gezogen. Zwei Tage später tut sich der Zürcher immer noch schwer damit, dies zu realisieren, erzählt er gegenüber SRF: «Als der Agent dann angerufen hat, konnte ich es kaum glauben: Passiert das jetzt wirklich? Als ich den Namen auf dem Bildschirm sah, war das Gefühl so cool, man kann es fast nicht beschreiben.»
Er muss nicht mehr die Schulbank drücken
Bundi absolvierte zuletzt zwei Saisons für das Monterey Peninsula College, wo er mit Top-Leistungen glänzte. Seinem Traum, in der MLB zum Einsatz zu kommen, ist der Pitcher damit einen grossen Schritt weiter. Doch er weiss, dass sein Weg noch ein langer ist: «Ich muss mich immer noch weiter verbessern.» Doch zumindest fällt die schulische Belastung weg und Bundi verdient mit seinem Sport Geld. Schon am Samstag fliegt er nach Miami, wo der Medizincheck und anschliessend die Vertragsunterschrift warten.
Schon mit 7 Jahren begann Bundi mit Baseball. Via Rümlang Kobras und Zürich Barracudas schaffte er den Sprung in die USA. Dort wurde im Spätherbst 2025 die UCLA auf ihn aufmerksam. Die Los Angeles Times schwärmte damals von Bundis Fastballs, die auf 153 km/h kommen, von seinen 12-to-6-Curveballs.
Massgeblichen Einfluss auf den Weg des 22-Jährigen hat die Familie. Vater Mike Bundi war selbst Baseballspieler und ist seit vielen Jahren Trainer. Fabios 25-jähriger Bruder Livio gehört als Batter zu den Leistungsträgern bei den Hamburg Stealers. Und sogar die Mutter der beiden Brüder hat eine Softball-Vergangenheit. Der stolze Vater meint: «Dass es einer meiner Söhne in die USA schafft, übertrifft alle Erwartungen.» Als dessen Name beim Draft gefallen war, wusste Mike Bundi: «Es ist wahr!» Die Freude darüber überwiege den Schmerz über die grosse Distanz, die zwischen den Familienmitgliedern liegt.
Schweizer Bestresultat an der EM
Vater und Sohn hoffen übereinstimmend, in der Schweiz einen kleinen Baseball-Boom auslösen zu können. Ersterer findet: «Ich hoffe, dass das in der Schweiz viele Jungen sehen und das Interesse steigt, schon als ganz junger Knopf mit dem Baseball anzufangen.» Fabio sagt: «Mein Weg zeigt, dass es nicht unrealistisch ist, mit harter Arbeit im Baseball weiterzukommen. Sogar in der Schweiz.»
Den Aufschwung hierzulande hat Bundi übrigens bereits eingeleitet: Im September des letzten Jahres führte der Pitcher das Nationalteam zum 11. Rang an der Baseball-EM. So gut war die Schweiz noch nie gewesen.
SRF zwei, Sportflash, 15.7.26, 23:35 Uhr ; pro