Stand: 10.09.2026, 18:41 Uhr
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Schulen litten im Sommer ganz besonders unter der Hitze. Eine von ihnen ist die Friedrich-Ebert-Schule in Darmstadt. Die dortige Schulleiterin berichtet, was das für die Kinder bedeutet und was sie sich von der Politik wünscht. Für besonders betroffene Einrichtungen sollen laut Stadt jetzt schnelle Lösungen kommen.
Darmstadt – „Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung – so äußert sich die Belastung durch Hitze bei Kindern“, sagt Ulrike Noll, Schulleiterin der Friedrich-Ebert-Schule in Darmstadt. Selbstverständlich beeinträchtige dies Lernprozesse und Freude am Unterricht. Die Grundschule in der Heimstättensiedlung ist besonders stark von sommerlicher Hitze belastet. Das ergab kürzlich eine Studie der Hochschule Darmstadt.
Wie Noll auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitteilte, wurden bereits im Sommer 2025 in den Klassenräumen morgens um 8 Uhr Temperaturen von 30 Grad überschritten, auf über 35 Grad kletterte das Thermometer noch vor 12 Uhr. Auch in diesem Jahr stiegen die Werte morgens auf über 33 Grad, man habe gar nicht mehr kontinuierlich gemessen. Besonders problematisch sei, dass es keine Schalosien, sondern nur Vorhänge gebe. Der Denkmalschutz untersage die Anbringung einer Außenverschattung an dem in den 1950er Jahren errichteten Schulgebäude. Außerdem seien große Teile des Schulhofs asphaltiert, Bäume und schattige Bereiche in ausreichendem Maße fehlten. „Dadurch heizt sich Schulhof und Schulgebäude zusätzlich auf“, erklärt Noll. Man habe versucht, früh morgens zu lüften; nachts könnte man die Fenster aus Angst vor Einbrüchen oder Gewittern nicht offen lassen.
Weil die Grundschule für 305 Kinder am Pakt für den Ganztag teilnimmt, gibt es zudem kein Hitzefrei (also Schulschluss nach der fünften Stunde). Zwar habe man die festen Betreuungszeiten bis 14.30 Uhr gelockert. Doch viele Eltern seien berufstätig und hätten ihre Kinder nicht früher abholen können, erklärt die Schulleiterin.
„Für die Zukunft wünschen wir uns Klimaanlagen, außen liegenden Sonnenschutz, ein Sonnensegel auf dem Schulhof, Verschattung besonders sonnenexponierter Fensterflächen, Entsiegelung von Teilen des Schulhofs, eine stärkere Begrünung, Bepflanzung mit Bäumen und dauerhafte Verschattung des Schulgeländes“, so Noll. Aktuell habe man zudem Ventilatoren bei der Stadt angefragt.
Man sei in Eigeninitiative bereits mit dem Amt für Klimaschutz in Kontakt getreten. „Dort hat man sich unseren Pausenhof angesehen und wir haben die Zusage erhalten, dass einige wenige Quadratmeter entsiegelt werden“, so Noll. Das sei aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Außerdem habe man in jedem Klassenraum Lüftungsgeräte stehen, die während der Pandemie eingebaut wurden und nun nicht mehr gewartet werden. „Es wäre schön, wenn sich diese zu Klimaanlagen umfunktionieren ließen.“
Die Not der Schulen ist auch in der Politik angekommen. Auf Antrag von Grünen, Volt, CDU, SPD, Ufbasse und FDP wurde ein Hitzeschutzprogramm beschlossen. Danach soll zunächst eine Aktionsgruppe mit der Koordination und Beschleunigung von kurzfristig realisierbaren Maßnahmen an Kitas und Schulen beauftragt werden. Für besonders betroffene Einrichtungen sollen „pragmatische und notfalls auch provisorische Sofortmaßnahmen“ entwickelt und bis Mai 2027 umgesetzt werden.
Zudem soll der gegenwärtige Zustand aller Einrichtungen mit einer schnellen Abfrage 2026, gefolgt von einer umfangreichen Erhebung 2027, erfasst werden. Aufgrund dieser Daten sollen künftig nicht nur Sofortmaßnahmen gesteuert werden, sondern sie sollen auch verbindlich in die Priorisierung der Schulbausanierung und Bauvorhaben bei städtischen Kitas einfließen.