Vor den Midterms: Trump lässt Publikum absurden Treueschwur leisten
Stand: 11.09.2026, 21:18 Uhr
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Mit radikaler Rhetorik kämpft Donald Trump in Texas gegen drohende Wahlniederlagen. Sogar in den eigenen Reihen wächst die Kritik am Kurs.
Dallas – Hebt alle die rechte Hand: Donald Trump hat einen neuen Schwur eingeführt, eigenhändig auf dem Republikaner-Parteitag in Dallas. Er verlangte vom Publikum, die rechte Hand zu heben und ihm zu schwören, „wie die Hölle zu mogeln“.

Nach übereinstimmenden Medienberichten wies er die Menge (immerhin gut 20.000 Menschen) an, ihm im Wortlaut nachzusprechen: „Egal, ob ich registriert bin oder nicht, ich werde versuchen, wie die Hölle zu mogeln, so wie sie es tun.“
Mit der rhetorischen Spitze unterstellte Trump den Demokraten erneut systematischen Wahlbetrug. Zudem drängte er seine Anhänger, so zu tun, als stünde er selbst direkt auf dem Stimmzettel. Wer nicht wählen gehe, lande in der Hölle, schärfte der Präsident den Zuhörern ein.
Midterm-Wahlkampf 2026: Trumps Kampf gegen den Machtverlust
Der radikale Auftritt spiegelt die angespannte Lage des Präsidenten wider. Angesichts historisch schlechter Umfragewerte – getrieben von den hohen Lebenshaltungskosten, der schwachen Wirtschaft und dem anhaltenden Krieg im Iran – steht Trump vor den Midterms (Zwischenwahlen) unter Zugzwang. Verliert seine Partei die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, drohen ihm die politische Handlungsunfähigkeit und ein Amtsenthebungsverfahren.
Um die Niederlage abzuwenden, kündigte Trump eine sogenannte „Trump-Dividende“ an: Jeder erwachsene US-Bürger soll 5000 US-Dollar erhalten, sofern die Republikaner beide Kammern verteidigen. Ökonomen schätzen die Kosten dieses Versprechens auf über eine Billion US-Dollar.
Prominente Redner in Dallas: Die Kernbotschaften von Vance, Trump Jr. und RFK Jr.
Auch weitere Führungspersönlichkeiten der Partei nutzten die Bühne in Texas für scharfe Attacken auf die Opposition:
- Donald Trump Jr. warnte laut Guardian vor einem „demokratischen Sozialismus“ und zog Parallelen zu historischen Entwicklungen des Kommunismus.
- JD Vance bezeichnete die Demokraten laut Guardian als „Partei des Hasses“, die das eigene Land verachte.
- Robert F. Kennedy Jr. warb für seine „MAHA“-Initiative (Make America Healthy Again) und erklärte, die heutigen Demokraten spiegelten nicht mehr die Partei seines Vaters oder Onkels wider.
- Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses, warnte eindringlich vor Kommunisten im US-Kongress.
Leere Ränge und Wut der Opposition: Kritik am Republikaner-Parteitag
Das Event legte jedoch auch innerparteiliche Spannungen offen. Wie The Daily Beast unter Verweis auf leere Ränge im American Airlines Center berichtete, blieben zahlreiche republikanische Abgeordnete der Veranstaltung fern, um Abstand zu den schlechten Beliebtheitswerten des Präsidenten zu halten. Auch Trumps 5000-Dollar-Versprechen stößt intern auf Skepsis: Ein anonymer republikanischer Abgeordneter bezeichnete die Idee gegenüber Politico als „unglaublich verzweifelt“.
Die Demokraten reagierten prompt. Der kalifornische Abgeordnete Robert Garcia nannte den Parteitag auf einer Pressekonferenz vor Ort eine „teure Selbstdarstellung“: Während Trump und Vance feierten, könne sich die durchschnittliche amerikanische Familie angesichts steigender Miet- und Benzinpreise kaum noch Lebensmittel leisten. (Quellen: Mediaite, The Guardian, The Daily Beast) (frs)