Vorgaben für VielsitzerWie(viel) muss man für ein längeres Leben gehen?
09.09.2026, 08:14 Uhr
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Mit zahlreichen Untersuchungen wollen Forschende herausfinden, wie viele Schritte am Tag nötig sind, damit man sein Sterberisiko senkt. Nun schaut eine Forschungsgruppe auch auf die Intensität der Schritte und liefert klare Hinweise.
Egal, ob man täglich 7500 bis 10.000 Schritte geht oder 30 Minuten lang zügig läuft - die Effekte auf das Sterberisiko sind nahezu gleich. Das hat ein Forschungsteam der Monash University in Australien herausgefunden. Eine halbe Stunde am Tag in einem zügigen Tempo zu laufen, könne vor allem für Menschen, die viel sitzen, optimal sein, schreiben die Autoren und Autorinnen zu ihren Ergebnissen, die im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht wurden.
Für die Untersuchungen wurden die Daten von mehr als 103.000 Personen mittleren Alters aus der UK Biobank genommen, die zwischen 2013 und 2015 sieben Tage lang ohne Pause einen Aktivitätstracker trugen. So wurde einerseits die Anzahl und andererseits die Intensität der täglich zurückgelegten Schritte gemessen.
Als nächstes wurden die Probanden und Probandinnen gemäß ihrer Schrittzahlen in vier Kategorien unterteilt: 0 bis 5000, 5000 bis 7500, 7500 bis 10.000 und mehr als 10.000 Schritte. Zudem wurde die höchste anhaltende Schrittfrequenz jeder Person während ihrer aktivsten halben Stunde des Tages ermittelt.
Die Todesfälle wurden bis Ende November 2022 erfasst. Zu den Todesfällen aus beliebigen Gründen wurden bis dahin 64.743 Personen mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren gezählt, 58 Prozent davon waren Frauen. 70.075 Personen wurden den Todesfällen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeordnet. Bei ihnen lag das Durchschnittsalter bei 62 Jahren und der Anteil an Frauen lag bei 63 Prozent.
Kombinationen aus Schrittzahl und Schritttempo
Die Ergebnisse zeigten, dass unterschiedliche Kombinationen aus Schrittzahl und Schritttempo mit einem geringeren Sterberisiko verbunden waren. Das Risiko zu sterben war beispielsweise für diejenigen deutlich geringer, die ein höheres Schritttempo (mindestens 80 Schritte/Minute) erreichten, dabei aber weniger als 5000 Schritte pro Tag zurücklegten. Diese Variante von Bewegung entsprach fast genau der Risikominderung, die bei Personen beobachtet wurde, die 5000 bis 7500 Schritte pro Tag mit einem niedrigeren Schritttempo von 60 Schritten je Minute gingen. Die Effekte zeigten sich sowohl für das Sterberisiko wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch für das Sterberisiko aus beliebigen Gründen.
Die Forschenden wissen, dass ihre Beobachtungsstudie keine Beweise für Kausalzusammenhänge liefern kann. Sie betonen dennoch, dass die Ergebnisse vor allem für diejenigen relevant seien, die nicht jeden Tag die Zeit fänden, ausreichend Schritte zu machen. Aber auch für diejenigen, denen die Bewältigung der Anzahl der Schritte aufgrund von körperlichen oder umweltbedingten Einschränkungen nicht möglich sei.
Quelle: ntv.de, jaz