„Unmenschliches“ Verhalten: Schwesig erklärt, was Merz über die zurückgetretene Bas gesagt haben soll

Vorwürfe an Merz wegen Bas-Rücktritt: Schwesig-Lager nennt jetzt konkrete Aussagen

Stand: 15.10.2026, 07:57 Uhr

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Die SPD wirft der Union unmenschlichen Umgang mit Bärbel Bas vor. Nach dem Rückzug der Arbeitsministerin nennt ihre Parteikollegin nun Details.

Berlin – Als Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Montag (12. Oktober) zurücktrat, nannte sie neben dem Tod ihrer Stieftochter auch Angriffe „aus den Reihen des Koalitionspartners“ als Grund. Ihre Parteikollegin Manuela Schwesig warf dem Lager von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) daraufhin „unmenschliches“ Verhalten gegenüber Bas vor. Lilly Blaudszun, die Sprecherin Schwesig, kommentierte nun auf Anfrage der dpa, um welche Aussagen es dabei konkret ging.

Manuela Schwesig

Das Verhältnis zwischen Manuela Schwesig und Friedrich Merz gilt als schwierig. © Jens Büttner/dpa

Demnach soll Merz in Hintergrundgesprächen mit Journalisten kritisiert haben, dass Bas in Berlin derzeit kaum präsent sei und nichts vorlege. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung am Montag. Das hatte der Kanzler gesagt, „obwohl ihre Notlage ihm bekannt gewesen sei“, betonte Blaudszun laut dpa. Innerhalb der Union sei Bas zudem als „Fehlbesetzung“, „inakzeptabel“ und „Blockiererin“ bezeichnet worden. „All das sind persönliche Verunglimpfungen, die gar nicht gehen“, so Blaudszun weiter. Wer aus der Union die frühere Arbeitsministerin so bezeichnet haben soll, sagte die Sprecherin nicht. Merz selbst wies die Vorwürfe zurück.

Merz weist SPD-Kritik zurück – Koalitionsstreit geht weiter

Nach Beratungen der CDU-Spitze erklärte der Kanzler am Montag, er habe angesichts der für Bas besonders schwierigen Wochen von seiner Partei „jede persönliche, auch christliche Rücksichtnahme auf sie eingefordert“. Einen Verstoß der Union dagegen könne er nicht erkennen, hieß es weiter. Die Kritik aus der SPD bezeichnete er am Dienstag als „unlautere Behauptungen“ Einzelner. Auf der Plattform X sprach der Kanzler von einer guten Zusammenarbeit mit der früheren Arbeitsministerin. „Bärbel Bas und ich haben in der Bundesregierung vertrauensvoll zusammengearbeitet.“ Ihre Entscheidung verdiene Respekt. „Als Vater und Großvater kann ich nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiegt“, schrieb Merz am Montag weiter.

Noch als Oppositionsführer hatte Merz die Auseinandersetzungen innerhalb der damaligen Ampel-Regierung scharf kritisiert. Nun sieht er sich selbst mit anhaltenden Koalitionskonflikten konfrontiert. Schwesigs Sprecherin legte nach: „Die CDU sollte sich selbstkritisch mit ihrem Fehlverhalten auseinandersetzen, anstatt immer die Schuld bei anderen und Frau Schwesig zu suchen“, kommentierte Blaudszun. Der Streit innerhalb der Koalition geht damit weiter. Innerhalb der SPD hat Schwesigs Stimme Gewicht: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September hatte sie 35,5 Prozent der Stimmen geholt. Damit war sie deutlich erfolgreicher als die Bundes-SPD laut jüngsten Umfragewerten. (Quellen: Süddeutsche Zeitung, dpa, X) (bme)