VW-Krise: Warum VW nicht mehr zur europäischen Börsen-Elite gehört
Angesichts der Krise muss Europas größter Autokonzern einen wichtigen Aktienindex verlassen. Was bedeutet das für die Wolfsburger?
Außenansicht des VW-Stammwerks in Wolfsburg. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Volkswagen steht vorerst nicht mehr in einem der wichtigsten Börsen-Schaufenster Europas.
Denn am Freitag nach Börsenschluss fällt die VW-Aktie aus dem EuroStoxx 50. Von Montag an ist der Autokonzern dann nicht mehr in dem Index gelistet.
Warum muss VW den Index verlassen?
Entscheidend für die Zusammensetzung des Index ist vor allem die Rangfolge der Unternehmen nach ihrer frei handelbaren Marktkapitalisierung – also dem zusammengezählten Wert aller frei handelbaren Aktien. Das VW-Papier verlor angesichts der Krise bei Europas größtem Autohersteller zuletzt aber deutlich an Wert. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus aktuell knapp 22 Prozent, auf Sicht von fünf Jahren sind es sogar fast 60 Prozent. Dadurch ist Volkswagen im Vergleich zu anderen Unternehmen zurückgefallen.

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Welche Folgen hat das?
Zu welchem Aktienindex ein Unternehmen gehört, hat für dessen Geschäft keine konkreten Folgen. Eine Notierung bringt allerdings Prestige und mehr Sichtbarkeit bei internationalen Investoren. Der EuroStoxx 50 bündelt die Aktienkurse von 50 großen börsennotierten Unternehmen aus dem Euroraum und gilt als eines der führenden Börsenbarometer Europas.
Wichtig sind Indexänderungen vor allem für Indexfonds (ETFs), die etwa den EuroStoxx 50 direkt und eins zu eins abbilden. Sie müssen dann entsprechend umschichten und umgewichten, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann. Langfristige Kursfolgen haben Indexänderungen in der Regel aber nicht.
Was sagt Volkswagen dazu?
Die Zugehörigkeit zu einem Index ändere nichts an der fundamentalen Stärke des Unternehmens, teilte ein Konzernsprecher mit. Man sei davon überzeugt, dass Volkswagen mit seinem einzigartigen Portfolio aus starken Marken und Geschäftsfeldern, ikonischen Produkten und der Ausschüttungspolitik für Anleger weiterhin ein attraktives Investment sei.
Mit dem Anfang September beschlossenen Zukunftsplan will der Konzern unter anderem Kosten senken, Strukturen vereinfachen und profitabler werden. Bis 2030 soll die operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent liegen.
Die schnelle Umsetzung der Maßnahmen und die nachhaltige Verbesserung der finanziellen Performance sollten sich auch auf die Volkswagen-Aktien positiv auswirken, sodass man mittelfristig wieder in den Index zurückkehren könne, teilt der Sprecher weiter mit. „Darauf arbeiten wir hin“.

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