Wahlkampf in Berlin: Linkenwahlkämpfer in Berlin angegriffen

Beim Haustürwahlkampf in Charlottenburg sind zwei Wahlkämpfer der Linkspartei angegriffen worden. Einem 36-Jährigen wurde mehrfach ins Gesicht geschlagen.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

phd

Aktualisiert am 19. September 2026, 13:39 Uhr

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Wahlkampf in Berlin: Ein Wahlflyer der Linken zeigt Elif Eralp, Spitzenkandidatin bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 15. September.
Ein Wahlflyer der Linken zeigt Elif Eralp, Spitzenkandidatin bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 15. September. © Sean Gallup/​Getty Images

In Berlin sind zwei Wahlkampfhelfer der Linken von Unbekannten angegriffen worden. Wie die Polizei der ZEIT mitteilte, befanden sich die beiden, ein 36-Jähriger und eine 35-Jährige, auf Haustürwahlkampf in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Charlottenburg. Zu ihnen in den Aufzug stieg eine dreiköpfige Gruppe. Ein Mann aus dieser Gruppe soll ein Streitgespräch über Wahlwerbung mit den beiden angefangen haben. Dann soll er dem 36-jährigen Mann mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn in den Schwitzkasten genommen haben.

Anschließend sei der Angreifer mit den beiden anderen Personen geflüchtet. Die Ermittlungen übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes. Der angegriffene Mann wurde am Kopf verletzt, habe aber eine medizinische Behandlung abgelehnt.

Niklas Schenker, Kandidat der Linken im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte in einer Mitteilung, er sei geschockt. »Ein Angriff auf eines unserer Mitglieder ist ein Angriff auf uns alle.« Die Partei lasse sich nicht einschüchtern und stehe zusammen. »Im Wahlkampf haben wir immer wieder mit Anfeindungen gegen Wahlhelfende und unsere Kandidierenden zu tun. Wir fordern die Sicherheitsbehörden auf, diesen Angriff schnellstmöglich aufzuklären.«

Sachbeschädigungen und Angriffe

Im Berliner Wahlkampf hat die Polizei bislang rund 500 Straftaten registriert. Ein Großteil davon seien Sachbeschädigungen, besonders von Plakaten, teilte sie der Nachrichtenagentur dpa mit. Es kam aber auch zu Angriffen gegen Wahlhelfer und Politiker: 12 Körperverletzungen, 6 Bedrohungen und 22 Beleidigungen registrierte die Polizei bis Freitagmittag. Sowohl bei Plakatbeschädigungen als auch bei tätlichen Angriffen sei die AfD am häufigsten betroffen gewesen.

Nach den vorläufigen Zahlen der Polizei wurden beim diesjährigen Wahlkampf erheblich mehr Vorfälle registriert als bei der Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2021. Damals erfasste die Behörde nach eigenen Angaben insgesamt rund 120 Straftaten. Die Behörde wies darauf hin, dass es durch neue Erkenntnisse und Bewertungen der jeweiligen Fälle zu Änderungen der aktuellen Statistik kommen kann.

Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Aktuelle Umfragen sehen die oppositionelle Linkspartei knapp vor der regierenden CDU. Dahinter folgen AfD, Grüne und SPD. Das BSW muss um den Einzug ins Parlament bangen.