Waldbrand aus der Luft entdeckt: Dieser Pilot verhinderte Schlimmeres

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Flugsicherung unterstützt bei Brandbekämpfung Hinweise aus der Luft: So helfen Piloten der Feuerwehr bei Waldbränden

In diesem Sommer gab es in Hessen zahlreiche Waldbrände. Hinweise aus der Luft können für die Feuerwehr entscheidend sein. Wie der Pilot eines Motorflugzeugs Schlimmeres verhindern konnte, zeigt ein Beispiel aus dem Rheingau.

Zwei Männer sitzen mit Gehörschutz im Cockpit eines Kleinflugzeugs.

Maximilian Dahlen fliegt in seiner Freizeit gerne über den Rheingau Bild © Victoria Enzenauer (hr)

Unter ihm liegt der Rheingau: Maximilian Dahlen hat aus seinem Cockpit alles im Blick. Als er Mitte August plötzlich Rauchwolken zwischen den Bäumen sieht, handelt er sofort.

Der 31-Jährige ist Berufspilot und engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Rüdesheim. Vielleicht ist er deshalb auch in seiner Freizeit besonders aufmerksam, wenn es um Feuer geht.

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01:48 Min.|Kathinka Mumme

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Dahlen hat frei an diesem heißen Tag im August. Gemeinsam mit einem Freund fliegt er in einem kleinen Motorflugzeug von Mainz-Finthen nach Frankfurt und über den Taunus zurück. Die beiden wollen einen Ausflug machen. Dann entdecken sie den Rauch bei Oestrich-Winkel.

Pilot entdeckt Waldbrand im Rheingau

Zunächst sind sich der 31-Jährige und sein Freund unsicher, ob es sich tatsächlich um Rauch handelt. "Dann haben wir zwischen den Bäumen deutliche Flammen gesehen und wussten eigentlich sofort, dass es da einen Brand geben muss", erinnert sich Dahlen.  

Ein Mann im T-Shirt steht vor einem Kleinflugzeug und schaut in die Kamera.

Maximilian Dahlen ist Pilot und aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr in Rüdensheim am Rhein Bild © Victoria Enzenauer (hr)

Sie sehen im Wald weder Wanderer noch Feuerwehrkräfte. Dann informieren sie über ihre Funkverbindung die Deutsche Flugsicherung.

Deutsche Flugsicherung für Luftraum verantwortlich

Die Deutsche Flugsicherung mit Hauptsitz in Langen (Offenbach) steuert den Flugverkehr in Deutschland und sorgt dafür, dass im Luftraum alles reibungslos läuft. Privatpilotinnen und -piloten stehen dabei meist mit dem sogenannten Flight-Information-Service (FIS) der Flugsicherung in Kontakt.

Ein Mann sitzt an einem Arbeitstisch mit vielen Bildschirmen und technischem Gerät.

Der “Flight-Information-Service” der Deutschen Flugsicherung gibt Piloten Informationen über den Luftraum Bild © hr

Die FIS-Lotsen sitzen im Kontrollzentrum in Langen vor ihren Bildschirmen und scannen den Luftverkehr. Sie versorgen alle Flugzeuge, die nach Sicht fliegen, mit Informationen zu Wetter, Verkehr, Lufträumen und besonderen Vorkommnissen.

Kontrollzentrum in Langen informiert Feuerwehrleitstelle

Wenn Pilotinnen und Piloten Brände aus der Luft melden, geben die FIS-Lotsen diese Informationen an die Feuerwehr weiter. Dafür ruft das Kontrollzentrum über eine spezielle Telefonnummer bei der Feuerwehrleitstelle in Dietzenbach (Offenbach) an – und informiert die Einsatzkräfte darüber, wo ein Feuer gemeldet wurde und wie es aussieht.

Seit Oktober gibt es zusätzlich ein digitales Formular. Darin werden die wichtigsten Informationen zum Einsatzort und zum Brand gebündelt und weitergeleitet. Für die Feuerwehr bedeutet das: Die Einsatzkräfte können gezielt zum richtigen Ort fahren.

Daten aus der Luft helfen der Feuerwehr

Genau diese Meldekette hat dazu geführt, dass der Brand in Oestrich-Winkel schnell gelöscht werden konnte. Durch Dahlens Hinweis aus der Luft werden die Einsatzkräfte auf den Brand aufmerksam.

Vor allem die genaue Positionsangabe erweist sich dabei als hilfreich: "Im Nachgang hat mich auch der Einsatzleiter nochmal angerufen und erzählt, was die Herausforderungen waren und wie gut es war, dass wir die Position so genau eingrenzen konnten", erzählt Pilot Dahlen.

Die Feuerwehr ist auf schnelle Hinweise angewiesen. Besonders in den großen Waldgebieten stehen die Einsatzkräfte häufig vor der Herausforderung, dass sie nicht direkt wissen, wo sich das Feuer befindet.

"Wenn wir solche Hinweise aus der Luft bekommen, erhalten wir gleich auch Koordinaten – und das versetzt uns in die Lage, sehr schnell am Einsatzort zu sein und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen", erklärt Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbands.

Knapp 300 Brände bei der Flugsicherung gemeldet

Bis Ende August wurden bei der Deutschen Flugsicherung 299 Brände in ganz Deutschland erfasst, berichtet Tilman Elster, FIS-Spezialist in Langen.

Es sei ein gutes Gefühl, die Brandbekämpfer unterstützen zu können. "Gerade aus der Luft ist es einfach schneller zu sehen", findet Elster. Für die Deutsche Flugsicherung funktioniere die Zusammenarbeit bereits sehr gut.

Wenn es nach dem hessischen Innenminister geht, würde diesen Zusammenspiel vertieft werden. "Wir haben eine Saison im Sommer gehabt, die durch viele Wald- und Vegetationsbrände gekennzeichnet war, in einer Dimension, die wir so in Hessen noch nicht erlebt haben", sagt Roman Poseck (CDU).

Zusammenarbeit funktioniere gut

Die Luftverbände sollten die Pilotinnen und Piloten von Jets, Segelfliegern oder Motorflugzeugen weiter sensibilisieren, in der Waldbrandsaison besonders aufmerksam zu sein. "Die sind nah dran", so der Innenminister.

Im nächsten Jahr will das Innenministerium dieses Verfahren in einer schriftlichen Vereinbarung mit der Deutschen Flugsicherung bekräftigen.

Vier neue Polizeihubschrauber

Außerdem schafft die schwarz-rote Landesregierung aus den Mitteln des sogenannten Sondervermögens vier neue Polizeihubschrauber an, die auch bei der Waldbrandbekämpfung helfen sollen.

"Diese Hubschrauber haben eine ganz wichtige Funktion bei der Waldbrandbekämpfung, weil sie Wasser abwerfen. Mit den neuen Hubschraubern kann dies noch genauer und in noch größeren Mengen geschehen", so Poseck.

Das Beispiel aus dem Rheingau zeigt: Manchmal beginnt ein Feuerwehreinsatz nicht am Boden, sondern in der Luft – mit einem Blick aus dem kleinen Cockpit eines Motorflugzeugs.

Blick aus dem Flugzeug (Vogelperspektive). Ein Fluss, Ortschaften, Felder und der Horizont mit Wolken sind zu sehen.

Der Blick über den Rheingau aus dem Flugzeug von Maximilian Dahlen Bild © Victoria Enzenauer (hr)