Publiziert22. August 2026, 20:04
Japan«Warte hier»: Vater lässt Sohn (7) allein am Fuji zurück
Weil er nicht mehr weiterlaufen wollte, liess ein Vater seinen 7-jährigen Sohn am Fuji zurück und wanderte mit dem älteren Bruder weiter.

Darum gehts
- Ein 48-jähriger Vater hat seinen 7-jährigen Sohn am Fuji alleine auf einer Bank zurückgelassen und ist mit dem älteren Sohn weiter zum Gipfel gewandert.
- Ein Berghütten-Mitarbeiter entdeckte das Kind und alarmierte die Polizei, die den Vater zur Umkehr aufforderte.
- Der Bub blieb unverletzt – die Polizei bezeichnete das Zurücklassen eines Kindes als inakzeptabel.
Ein 7-Jähriger ist müde und möchte nicht mehr weiterlaufen. Eigentlich Alltag bei einer Wanderung mit Kindern. Das Problem hier: Der Bub befindet sich nicht auf irgendeinem Spazierweg, sondern am Fuji, dem höchsten Berg Japans. Und sein Vater entscheidet sich für eine ziemlich ungewöhnliche Lösung: Der 7-Jährige soll einfach warten, während er mit dessen grossem Bruder weiter Richtung Gipfel wandert.
Wie «Japan Today» berichtet, war der 48-Jährige am Donnerstagmorgen mit seinen beiden Söhnen auf dem Fujinomiya Trail unterwegs. Als dem 7-Jährigen etwa bei der sechsten von insgesamt zehn Stationen die Kräfte ausgingen und er sich über seine Müdigkeit beklagte, sagte sein Vater zu ihm: «Warte hier.» Dann zog er mit dem älteren Sohn, der 12 oder 13 Jahre alt ist, weiter. Den Bub liessen sie nur mit Snacks, einem Süssgetränk und ohne Geld zurück.
Er wäre siebeneinhalb Stunden alleine gewesen
Und zwar nicht nur für ein paar Minuten. Laut der offiziellen Website für die Besteigung des Fuji dauert es von dort bis zum Gipfel etwas mehr als fünf Stunden. Für den Abstieg zurückkommen nochmals rund zweieinhalb Stunden hinzu. Hätte der Vater seinen Plan durchgezogen, hätte der 7-Jährige also mindestens siebeneinhalb Stunden alleine auf ihn warten müssen. Dabei sind Pausen oder ein Aufenthalt auf dem Gipfel noch gar nicht eingerechnet.
So weit kam es aber nicht. Gegen 7.40 Uhr soll ein Mitarbeiter einer Berghütte das Kind bemerkt haben, das alleine auf einer Bank sass. Er holte den 7-Jährigen in die Hütte und alarmierte die Polizei. Die Beamten konnten den Vater kontaktieren. Zu diesem Zeitpunkt war der 48-Jährige bereits zwei Stationen weiter und wurde aufgefordert, umzukehren und seinen Sohn abzuholen.
Es regnete bereits und Nebel zog auf
Wie lange der Bub tatsächlich alleine war, ist unklar. Die Situation hätte allerdings schnell gefährlich werden können: Als er entdeckt wurde, regnete es bereits und Nebel zog auf. Die Wetterbedingungen am Fuji können sich rasch verändern und unter anderem die Sicht und die Bedingungen auf den Wegen verschlechtern.
«Ich bereue es zutiefst.»
Der 7-Jährige blieb unverletzt und wurde wieder mit seinem Vater vereint. Von der Polizei gab es danach deutliche Worte: Ein Kind zurückzulassen, sei nicht akzeptabel – auch wenn das bedeute, den gemeinsamen Aufstieg abbrechen zu müssen.
Der Vater zeigte sich nach dem Vorfall reumütig. «Ich habe eine vorschnelle Entscheidung getroffen und bereue es zutiefst», sagte er laut «Japan Today».
Wo ziehst du bei Wanderungen mit Kindern die Grenze?
Wenn das Kind müde ist, wird sofort umgekehrt.
Ich mache lange Pausen und passe das Tempo konsequent an.
Wir planen nur Touren, die für das Alter absolut machbar sind.
Ich motiviere sie zum Durchhalten, solange es sicher bleibt.
Ich gehe mit Kindern gar nicht erst auf anspruchsvolle Bergtouren.
Ich habe keine Kinder.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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