Weiter Fraktionsaustritt in Münster: CDU verliert zweites Mitglied

Stand: 22.08.2026, 08:12 Uhr

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In der konstituierenden Sitzung der Münsterer Gemeindevertretung saßen CDU-Fraktionschef Thorsten Schrod (erste Reihe links) und Günter Huther (zweite Reihe rechts) noch beisammen. Nach dem Austritt aus dem Gemeindeverband und der Fraktion macht Huther künftig als fraktionsloser Gemeindevertreter weiter.

In der konstituierenden Sitzung der Münsterer Gemeindevertretung saßen CDU-Fraktionschef Thorsten Schrod (erste Reihe links) und Günter Huther (zweite Reihe rechts) noch beisammen. Nach dem Austritt aus dem Gemeindeverband und der Fraktion macht Huther künftig als fraktionsloser Gemeindevertreter weiter. © Jens Dörr

Nach einem Austritt vor wenigen Wochen hat nun auch Günter Huther die CDU-Fraktion verlassen. Das Bündnis aus CDU und klar! kommt damit nur noch auf 17 von 37 Sitzen.

Münster – Mit zusammen 20 Sitzen im 37 Gemeindevertreter umfassenden Ortsparlament waren in Münster die CDU und die Wählergemeinschaft klar! in die neue Wahlperiode gegangen. Ob dieser Mehrheit hatten die zwei Fraktionen, von denen die CDU zunächst 14 und klar! sechs Mandate eingebracht hatte, eine „strategische Partnerschaft“ geschmiedet. Das Bündnis schrumpfte aber schon vor ein paar Wochen durch die Fraktionsaustritte von Patricia Bombala (CDU) und Erwin Vogl (klar!) auf 18 Personen und fiel damit um eine Stimme unter die absolute Parlamentsmehrheit. Nun wird es noch unwahrscheinlicher, dass CDU und klar! kommunalpolitische Beschlüsse ohne Unterstützung der inzwischen fraktionslosen Bombala und Vogl oder aus den Reihen von SPD, FDP und ALMA-Die Grünen fassen können, weil in Günter Huther ein weiterer Christdemokrat seinen Austritt aus der Fraktion erklärt hat (wir berichteten). Nun hat auch die CDU dazu Stellung bezogen – und am Wochenende offiziell vom Fraktionsaustritt erfahren.

Denn CDU-Fraktionschef Thorsten Schrod erläutert, dass Huther zwar bereits am 7. August (zwei Tage vor der Münsterer Bürgermeister-Wahl) gegenüber der CDU seinen Austritt aus dem Gemeindeverband erklärt habe. Schrod betont aber, dass es damals allein um den Parteiaustritt, jedoch nicht um den Fraktionsaustritt gegangen sei. „Ich habe mit Günter noch am 7. August ein Gespräch geführt und ihm erklärt, dass er auch als Parteiloser Teil der CDU-Fraktion bleiben kann.“ In einem Schreiben vom 14. August, das Schrod am Samstag (15.) gelesen habe, habe Huther jetzt jedoch klargestellt, dass er auch die CDU-Fraktion verlasse. Sein Mandat wolle er indes behalten und in der Gemeindevertretung wie Bombala und Vogl künftig fraktionslos agieren.

Rückkehr zur Mehrheit wäre theoretisch möglich

Schrod ärgert sich nicht nur, dass Huthers CDU-Austritt just am Tag vor der Wahl publik wurde. Er hält es auch für eine Unsitte, dass sich Kommunalpolitiker über eine Liste wie die von CDU oder klar! ins Parlament wählen lassen und dort dann schon nach kurzer Zeit ihr eigenes Süppchen kochen. „Die Bürger erwarten eigentlich, dass sie CDU-Politik machen, wenn sie auf der CDU-Liste standen. Schließlich haben sie mit dem CDU-Programm Wahlkampf gemacht. CDU-Wähler wollen dann auch, dass das umgesetzt wird.“ Kandidaten sollten dann „wenigstens so konsequent sein und ihr Mandat ganz niederlegen“. Bombala beispielsweise habe aber schon konträr zur CDU-Linie abgestimmt.

Günter Huther selbst, der sich kurz vor der Bürgermeisterwahl gegenüber unserer Mediengruppe noch geäußert hatte, war für eine weitere aktuelle Stellungnahme bislang nicht erreichbar. Das CDU-klar!-Bündnis mache derweil auch nach verlorener Mehrheit weiter, blickt Thorsten Schrod voraus. Rein theoretisch könnten Union und Wählergemeinschaft die Mehrheit noch in dieser Wahlperiode zurückgewinnen: Voraussetzung dafür wäre, dass mindestens zwei der drei Fraktionslosen ihre Mandate niederlegen und auf den frei werdenden Plätzen CDU- beziehungsweise klar!-Vertreter nachrücken. In diesem Fall wären die Verhältnisse, für die sich der Bürger bei der Kommunalwahl im März entschieden hatte und die im Münsterer Parlament aktuell nicht mehr korrekt abgebildet werden, wiederhergestellt. (Jens Dörr)