Wetterwende bringt Regen und Gewitter nach Deutschland – doch dann kehrt die Hitze wohl zurück

Stand: 30.09.2026, 14:10 Uhr

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Eine Gewitterfront über Deutschland kündigt sich an. Viele hoffen jetzt auf Rettung für den ausgetrockneten Rhein. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Die Lage am Rhein ist dramatisch, und das schon seit Wochen. Am Pegel Kaub, dem Nadelöhr der Schifffahrt zwischen Bingen und Koblenz, ist der Wasserstand zuletzt auf gerade mal zwei Zentimeter abgesackt. So wenig wurde dort seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie gemessen. Frachter fahren nur noch mit einem Bruchteil ihrer Ladung, größere Schiffe kommen an der Engstelle praktisch nicht mehr durch.

Die Niederschlagssummen bis Freitag (2. Oktober).

Die Regensummen bis Freitagmittag (2. Oktober). © METEORED/www.daswetter.com

Hinter uns liegt einer der heißesten Sommer überhaupt, dazu ein September, der sich bis zuletzt eher nach Juli angefühlt hat. Selbst jetzt, am Monatsende, klettern die Temperaturen im Westen und Südwesten noch einmal auf 26 bis 29 Grad. Die Böden sind knochentrocken, viele Bäche und kleinere Nebenflüsse führen kaum noch Wasser.

Wetterwende bringt Regen und Gewitter nach Deutschland, aber viel zu wenig

In der Nacht zum Donnerstag (1. Oktober) ist dann Schluss mit dem Dauersonnenschein. Von Westen zieht eine Front mit Regen, Schauern und Gewittern heran, örtlich kann es auch über mehrere Stunden kräftig schütten. Wer jetzt auf die große Wende für den Rhein hofft, wird aber enttäuscht. Die ausgedörrten Böden saugen das Wasser auf wie ein Schwamm, bevor überhaupt nennenswert etwas in den Flüssen ankommt. Verbreitet sind nur 5 bis 15 Liter pro Quadratmeter drin, lediglich unter kräftigen Gewittern lokal mehr. Am Pegel Kaub ist damit bestenfalls ein kurzes Zucken um ein paar Zentimeter möglich. Für eine echte Trendwende bräuchte es tagelangen, flächendeckenden Landregen im gesamten Einzugsgebiet, und zwar nicht nur einmal.

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Keine Entspannung in Sicht: Hochdruck-Wetter kommt wohl zurück

Genau danach sieht es aber nicht aus. Schon Richtung Wochenende setzt sich nach aktuellem Stand wieder Hochdruck durch, die Wettermodelle rechnen für die erste Oktoberhälfte überwiegend mit trockenem, teils goldenem Herbstwetter. Für Spaziergänger ein Traum, für den Rhein ein Albtraum. Der Regen vom Donnerstag dürfte schnell verpufft sein, danach geht es mit dem Pegel wieder bergab.

Die Schifffahrt muss sich auf weitere Wochen mit halb leeren Frachtern einstellen, Transporte werden teurer, Engpässe bei Heizöl, Sprit oder Baustoffen sind nicht ausgeschlossen. Erst wenn im Spätherbst die großen Tiefs vom Atlantik anrollen, kann sich die Lage wirklich entspannen. Bis dahin bleibt der Wetterumschwung genau das, was er ist: ein Tropfen auf den heißen Stein.