Kinder rasten aus: Wie Schlaf und Stress zusammenhängen

Kind ohne Mittagsschlaf

Wie Schlaf und Stress zusammenhängen

Wutausbrüche von Kleinkindern ohne Mittagsschlaf sind laut Studien oft eine biologische Stressreaktion: Bis etwa 4 Jahre können Kinder erhöhtes Cortisol nur begrenzt abbauen. Eine ruhige Pause kann helfen.

Publiziert: vor 2 Minuten

  • Wutanfälle ohne Mittagsschlaf sind Stressreaktionen
  • Bis zum vierten Lebensjahr kann das unreife Gehirn Cortisol kaum senken
  • Mittagsschlaf oder ruhige Zeit helfen bei Selbstregulation
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Falsches Joghurt, kaputte Banane, falscher Becher: Wenn Kleinkinder am späten Nachmittag wegen jeder Kleinigkeit ausrasten, steckt dahinter nicht immer schlechtes Benehmen. Oft sind sie schlicht überreizt und müde.

Das Gehirn braucht eine Pause

Kleinkinder verarbeiten täglich unzählige neue Eindrücke. Bis etwa vier Jahre können sie Stress und Gefühle noch nicht selbst steuern. Fehlt die Pause, folgt am Nachmittag das Drama: Die Geduld ist weg, und der falsche Becher wird zum Weltuntergang.

US-Forscherin Megan Gunnar zeigt: Ohne Erholung erreicht der Stresspegel zwischen 15 und 16 Uhr seinen Höhepunkt. Der Grund: Da das kindliche Gehirn noch nicht ausgereift ist, läuft es schnell auf Hochtouren.

Die Bedeutung des Schlafens

Schlaf spielt eine enorm wichtige Rolle: Er schüttet Wachstumshormone aus, stärkt die Abwehrkräfte und bringt die Psyche ins Gleichgewicht. Weil wichtige Gehirnareale für Gefühle noch im Aufbau sind, können Kleinkinder Frust schlicht nicht wie Erwachsene abbauen.

Nicht jedes Kind braucht einen Mittagsschlaf

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch der Schlafbedarf. Viele Kinder brauchen rund um das vierte Lebensjahr keinen Mittagsschlaf mehr. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie mitten am Tag keine Pause benötigen.

Eine feste Ruhezeit kann helfen, die vielen Eindrücke des Vormittags zu verarbeiten und neue Energie zu tanken. Schon eine halbe Stunde mit einem Buch, beim Malen oder mit ruhigem Spielen kann ausreichend sein.

Fernsehen, wildes Herumrennen und lautes Spielzeug sollten in dieser Zeit möglichst vermieden werden. Stattdessen geht es darum, eine ruhige Umgebung zu schaffen, in der das Kind langsam herunterfahren kann.

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