Stand: 30.07.2026, 19:30 Uhr
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Rock’n’Roll- und Schlager-Legende Peter Kraus spricht im Exklusiv-Interview über kuriose Pannen, nervigen Alltagsfrust und emotionale Familienmomente auf der Bühne.
München – Seit mehr als vier Jahrzehnten sorgt die ARD-Show „Verstehen Sie Spaß?“ mit versteckter Kamera für unvergessliche Fernsehmomente. An diesem Samstag blicken die Moderatorinnen Barbara Schöneberger, Andrea Kiewel und Entertainer Peter Kraus um 20:15 Uhr auf die schönsten Verladefilmchen der Vergangenheit zurück – inklusive jener Streiche, bei denen Kraus selbst zum Opfer wurde. Im Interview mit uns spricht der 87-Jährige über schweißtreibende Drehs, die Kunst des gelungenen Scherzes und verrät, warum ihn heute nicht versteckte Kameras, sondern Park-Apps und Flughäfen an seine Grenzen bringen.

Herr Kraus, worauf dürfen sich die Zuschauer am Samstag freuen?
Wir zeigen wirklich das Beste aus der langen Geschichte von „Verstehen Sie Spaß?“. Und ich sitze zwischen den beiden Damen und versuche ebenfalls, mein Bestes zu geben. (Lacht.) Nein, ernsthaft, ich habe mich ein wenig vor diesem Auftritt gefürchtet, weil Barbara und Kiwi die Schnellsprecherinnen der Nation sind, und da fühle ich mich schon etwas älter und seriöser. Aber ich glaube, dass es recht unterhaltsam geworden ist – zumal Barbara und ich ja auch gemeinsam singen werden. Sie liebt wie ich alte Jazz-Nummern.
Peter Kraus schwitzte Blut und Wasser: Wenn die eigene Band plötzlich völlig falsche Töne anstimmt
Wie oft wurden Sie selbst schon reingelegt?
Dreimal, aber das ist schon eine Weile her. Auch diese Filme werden zu sehen sein.
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Hand aufs Herz: Haben Sie nie gemerkt, dass die versteckte Kamera im Einsatz ist?
Nein, dafür ist man in so einem Moment viel zu beschäftigt. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Galaauftritt in Bregenz mit meiner Band. Wir hatten eine Menge geprobt – alles lief bestens. Aber beim Konzert haben die Musiker dann jeden Song in einer ganz anderen Tonart gespielt und auch völlig ignoriert, welches Tempo ich einzähle. Ich habe auf der Bühne wirklich Blut und Wasser geschwitzt, und mich gefragt, ob die alle betrunken sind. Und dann überlegt man fieberhaft, wie die Situation zu retten ist. Da hat man gar keine Zeit, sich über die versteckte Kamera Gedanken zu machen.
Sie waren zuletzt auch selbst als Lockvogel im Einsatz. Was fällt Ihnen leichter: die Fassung zu bewahren oder andere hinters Licht zu führen?
Mir macht beides Spaß, aber die Dreharbeiten zu dem Film, in dem ich einen alten Portier gespielt habe, waren schon anstrengend. Ich sollte das Opfer im Hotel gegen 22 Uhr in Empfang nehmen. Um 19 Uhr kam ich schon fix und fertig aus der Maske: mit angeklebtem Bart und reichlich Make-up. Erst um 1:30 Uhr ließ sich die Dame dann blicken. Nach diesem Lockvogeleinsatz war ich ziemlich erledigt.
Auch das ist in der Show zu sehen. Hat sich der Humor im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Ich finde ja. Viele der alten Geschichten waren von der Grundidee zwar simpel, aber amüsant und lustig. Danach sehne ich mich manchmal zurück. Ein gutes Beispiel ist der Film mit Reinhold Messner. Erinnern Sie sich? Da kämpft er sich stundenlang den Berg hoch und oben am Gipfel steht ein Kiosk, der mit dem Hubschrauber dort platziert wurde. Das war schon extrem lustig.
Von App-Frust bis Bühnenglück: Peter Kraus über Tücken des Alltags und Pläne mit Sohn Mike
Sie wirken gut gelaunt und gelassen. Gibt es nichts, was Sie aus der Ruhe bringt?
Im Alltag? Eine ganze Menge! (Lacht.) Ich hasse es beispielsweise, zu fliegen. Und ich verstehe auch nicht, warum ich auf dem Weg zum Flugzeug durch fünf Kaufhäuser spazieren muss. Außerdem verzweifle ich daran, dass heute alles über Apps organisiert wird. Erst kürzlich habe ich festgestellt, dass man in Lugano nicht mehr einfach parken und Geld einwerfen kann, sondern eine App benötigt, um das Auto abzustellen. Für reifere Herrschaften ist das schon fürchterlich.
Ihr Sohn hatte gerade Konzertpremiere im Münchner Lustspielhaus. Da standen Sie und auch Ihre Enkelin mit auf der Bühne. Sie haben offensichtlich die Leidenschaft für die Musik an die nächste und sogar die übernächste Generation weitergegeben...
Ja, das ist ein tolles Gefühl! Da war ich richtig happy und wahrscheinlich auch aufgeregter als mein Sohn Mike. Das hat sich tatsächlich erst gelegt, als ich auf die Bühne gesprungen bin und mit ihm gesungen habe. Und das werden wir auch wieder tun. Gerade schreibe ich am Buch für unsere gemeinsame Tournee, die wir im nächsten Jahr machen werden. Der Kartenverkauf für „Peter Kraus & Mike Kraus – Live hoch zwei“ hat schon begonnen. Das wird anstrengend, aber darauf freue ich mich.
Astrid Kistner