Wirtschaftsblase: Die Tesla-SpaceX-Blase platzt - Golem.de

Die Geschäftspläne, die nicht von Science-Fiction-Romanen zu unterscheiden sind, überzeugen nicht mehr.

Einst flog ein Tesla Roadster mit der ersten Falcon Heavy in Richtung Mars. (Bild: SpaceX)

Einst flog ein Tesla Roadster mit der ersten Falcon Heavy in Richtung Mars. Bild: SpaceX
Inhalt
  1. Wirtschaftsblase: Die Tesla-SpaceX-Blase platzt
  2. SpaceX-Mitarbeiter dürfen bald ihre Aktien verkaufen
  3. Wie SpaceX das Licht des Bewusstseins zu den Sternen bringen will

Es ist so weit: Die Aktien der KI-Firma Tesla und der KI-Firma SpaceX verlieren drastisch an Wert. Die einst für Elektroautos und Raumfahrt bekannten Unternehmen wurden von ihrem CEO Elon Musk in den letzten Jahren zu KI-Firmen erklärt, um an der Investitionsblase teilzuhaben. Dabei wurde das Kerngeschäft vernachlässigt und die Produktentwicklung vollständig den Vorstellungen Musks unterworfen. Jetzt zeigen sich die Folgen.

Der ehemals weltweit führende Elektroautohersteller konnte trotz der Schließung der Straße von Hormus und weltweit steigender Benzinpreise keinen Profit mit dem Verkauf von Elektroautos mehr machen. Dadurch nahm die Enttäuschung nach der Aktionärskonferenz zum zweiten Quartal 2026 überhand. Trotz Verkäufen von 480.000 Autos – während der größten Ölkrise seit den 1970er Jahren – lagen die Profite unter den Erwartungen der Anleger. Der Aktienkurs fiel von über 380 US-Dollar auf unter 310 US-Dollar.

Das Unternehmen musste zu große Rabatte und Nullzinsfinanzierungen gewähren, um die veralteten Modelle 3 und Y überhaupt verkaufen zu können. Dadurch, und wegen zu großer anderer operativer Kosten, verlor es in dem Quartal trotz der hohen Verkaufszahlen über eine Milliarde US-Dollar an Cashflow. Die Luxusmodelle S und X, die zusammen mit 3 und Y einst das Wort S3XY bilden sollten, wurden eingestellt. Der Cybertruck wurde zu einem historischen Flop der Autoindustrie und wird inzwischen weithin mit dem Ford Edsel von 1958 verglichen.

Profite stammen von SpaceX-Aktien

Die dritte Version des stationären Megapack-Akkuspeichers wurde ins Jahr 2027 verschoben. Verschiebungen wie die des Verkaufs des Tesla Semitrucks aufs nächste Jahr und der Einführung von Full-Self-Driving für den Autopiloten ist längst zum Ritual geworden. Der Roadster ist eine mythische Gestalt. Das Robotaxi wird ohne fertigen Autopiloten in Produktion geschickt. Mild ausgedrückt: ein Geschäftsrisiko.

Der Optimus-Roboter, inzwischen vorgeblicher Kernbestandteil des Tesla-Geschäfts, ist kein kommerzielles Produkt, er tut ohne Fernsteuerung noch immer nicht viel und auch mit Fernsteuerung nichts, was die Massenfertigung rechtfertigen würde. Von den lange Zeit vorgebrachten Plänen, jährlich 20 Millionen Autos zu verkaufen, ist schon länger nichts mehr zu hören.

Ein Großteil der Tesla-Profite des Quartals waren zudem Kursgewinne der SpaceX-Aktien in Tesla-Besitz. Seit dem 30. Juni hat die SpaceX-Aktie aber drastisch an Wert verloren. Sie wurde mit einem nominellen Wert von 135 US-Dollar ausgegeben und hatte an der Börse einen ersten Preis von rund 160 US-Dollar. Am selben Tag stieg sie auf rund 180 US-Dollar und in den Tagen danach bis zu einer Spitze von rund 220 US-Dollar. Inzwischen ist sie auf rund 112 US-Dollar gefallen und fällt weiter.

Starship macht viel Aufwand ohne wirtschaftlichen Nutzen

Dabei wird das Starship ein zunehmend problematischer Aspekt des Geschäfts von SpaceX, nicht nur, weil schon der einfache Abbruch eines Teststarts am 16. Juli zu einem Kursverfall führte. Der Aufwand für die Entwicklung ist gigantisch. Anfang Juli wurde bekannt, dass SpaceX das 1000. Merlin-1D-Triebwerk für die erste Stufe der Falcon 9(öffnet im neuen Fenster) Raketen fertiggestellt hat. Damit wurden über 100 erste Stufen für Falcon 9 und Falcon Heavy gebaut, die inzwischen 675 Missionen mit weiteren 675 Merlin-Vakuum-Triebwerken durchführten.

Bei der Vorstellung des Raptor-3-Triebwerks trug das letzte Raptor-2-Triebwerk die Seriennummer 569. Vom Raptor 1 wurden über 50 Triebwerke hergestellt und die Seriennummern des Raptor 3 nähern sich der 200. Mit insgesamt über 800 Triebwerken wurde keine einzige Nutzlast in den Orbit gebracht, obwohl sie mit ihrer höheren Effizienz und dem dreifachen Schub pro Flug fast die vierfache Nutzlast transportieren können sollten. Hätte SpaceX eine teilweise wiederverwendbare Rakete wie die Falcon 9 mit Raptor-Triebwerken entwickelt, wären längst Hunderte Flüge mit 70 bis 100 Tonnen Nutzlast durchführbar gewesen.