(Motorsport-Total.com) - Zur Halbzeit der Formel-1-Saison 2026 wird wieder über ein Red-Bull-Cockpit gesprochen - allerdings nicht über den Platz, der in den vergangenen Jahren am stärksten unter Druck stand. Das ist möglicherweise das größte Kompliment, das Isack Hadjar nach seiner Beförderung zu Red Bull erhalten konnte.

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Vor allem an den Sonntagen ist Max Verstappen noch schneller als Isack Hadjar Zoom
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Seit Daniel Ricciardos Wechsel zu Renault hatten Pierre Gasly, Alexander Albon, Sergio Perez, Liam Lawson und Yuki Tsunoda allesamt zu einem bestimmten Zeitpunkt Schwierigkeiten im zweiten Red-Bull-Cockpit. Bei Hadjar ist davon bislang nichts zu sehen.
Der 21-jährige Franzose selbst sagt, dass er nicht überrascht sei. Bereits im vergangenen Jahr hatte er erklärt, dass die umfassende Überarbeitung des technischen Reglements die beste Gelegenheit bieten würde, den Schritt zu Red Bull zu machen. Nun sieht er diese Einschätzung bestätigt.
"Um ehrlich zu sein, habe ich mich in diesem Jahr tatsächlich nicht selbst überrascht. Ich fahre einfach auf einem hohen Niveau, definitiv besser als im vergangenen Jahr", sagt er und erklärt: "Das ist normal, weil es meine zweite Saison ist. Ich bin noch nicht sehr erfahren, aber ich verbessere mich ein wenig."
Das spiegelt sich auch in den Daten wider. Zahlen des Datenpartners Paceteq zeigen, dass Hadjar Verstappen im Qualifying bislang durchschnittlich um 0,237 Sekunden hinterherfuhr. Damit ist der Abstand kleiner als bei seinen Vorgängern im zweiten Red-Bull-Cockpit.
Im Rennen ist Verstappen deutlich schneller
Dabei ist allerdings zu beachten, dass Verstappen der Ansicht ist, dass Fahrer wie er unter dem aktuellen Reglement weniger den Unterschied ausmachen können. Fest steht jedoch, dass Hadjar samstags bislang sehr starke Leistungen gezeigt hat.
Trotzdem sieht er selbst einen klaren Bereich, in dem er sich in der zweiten Saisonhälfte im Vergleich zu Verstappen noch verbessern muss: das Renntempo. "Ich würde sagen, dass Max sonntags insgesamt sehr beeindruckend ist", erklärt der Franzose.
"Ich denke, mein Tempo über eine Runde war ziemlich gut. Aber wie gut er die Rennen managt, spielt auf einem anderen Niveau. Darauf konzentriere ich mich und daran arbeite ich", verrät er. Auch das wird durch die Daten bestätigt.
Während Hadjars Rückstand im Qualifying etwas mehr als zwei Zehntelsekunden beträgt, ist die Lücke beim Renntempo größer. Durchschnittlich verlor Hadjar sonntags pro Runde 0,490 Sekunden auf Verstappen. Das unterstreicht, dass hier tatsächlich noch das größte Verbesserungspotenzial besteht.
Hadjars Feedback deckt sich mit Verstappens Einschätzung
Abgesehen von seiner eigenen Lernkurve glaubt Hadjar, dass auch Red Bull als Team noch viel Arbeit vor sich hat. Das zeigte sich erneut beim Großen Preis von Ungarn, bei dem sich der junge Red-Bull-Fahrer im RB22 nie wirklich wohlfühlte.
"Wir haben es nicht geschafft, den 'Sweet Spot' zu finden und ein für mich fahrbares Auto zu haben. Das war das gesamte Wochenende über nicht möglich", sagt er und betont: "Auf dem Papier sah Ungarn nach einer Strecke aus, die uns liegen würde, und ich war zuversichtlich."
"Aber das Auto erwachte einfach nicht wirklich zum Leben", so Hadjar. Ein positiver Aspekt ist jedoch, dass sich Hadjars Feedback mit jenem von Verstappen deckt. Das ist nicht nur für die von Pierre Wache geleitete technische Abteilung von Vorteil, sondern auch für Hadjar selbst.
"Ja, sagen wir, das ist beruhigend. Andernfalls würde ich mir wirklich Fragen stellen. Das sind also gute Nachrichten", sagt Hadjar und ergänzt: "Ich denke, es zeigt auch, warum der Abstand im Qualifying immer so gering ist."