„War so groß, dass er ihr keine Chance gelassen hat“ – Familienhündin rettet Kleinkind vor Wolf und stirbt

Wolf attackiert Kind beim Grillen in beliebter Urlaubsregion – Familienhündin bezahlt Rettung mit dem Leben

Stand: 21.07.2026, 18:06 Uhr

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Ein Sommerabend in der Toskana endet im Schrecken. Ein Wolf nähert sich einem spielenden Kleinkind – Familienhündin Destiny opfert sich heldenhaft.

Orbicciano – Grillduft zieht durch den Garten, ein Zweijähriger spielt im Freien. Dann bricht innerhalb von Sekunden die Idylle zusammen: Ein ausgewachsener Wolf dringt in den Hof einer Familie im toskanischen Bergdorf Orbicciano ein. Das Raubtier steuert direkt auf das Kind zu. Nur die siebenjährige Mischlingshündin Destiny verhindert das Schlimmste – und bezahlt dafür mit ihrem Leben.

Wolf Toskana Begegnung im Garten

Eine Familie aus der Toskana erlebte am Wochenende einen wahren Albtraum. Eine Wolfsbegegnung bezahlte die Familienhündin Destiny mit ihrem Leben. (Symbolbild/Collage) © Bernd Thissen/dpa/Stefano Orazzini/Imago

Am Samstagabend (18. Juli) gegen 20:30 Uhr bereitet Vater Tommaso (39) im Innenhof den Grill vor. Mutter Paula (40) steht in der Küche, die Tür zum Garten steht offen. Ihr Sohn spielt draußen gemeinsam mit Destiny, berichtet das Regionalportal VersiliaToday. Plötzlich taucht der Wolf auf – offenbar ohne jede Scheu vor Menschen.

Tragische Wolfsbegegnung in Italien: Eltern und Nachbarn können Familienhündin nicht retten

Die Hündin der Familie reagiert sofort und stellt sich zwischen das Raubtier und den Jungen. Doch gegen den Wolf hat die Hündin keine Chance. „Destiny war sehr mutig, aber dieser Wolf war so groß, dass er ihr keine Chance gelassen hat“, schildert die Mutter gegenüber dem Portal. Das Tier packt die Hündin an der Kehle und zerrt sie in Richtung Wald.

Tommaso hört das Jaulen seiner Hündin, dreht sich um – und sieht die erschreckende Szene. Gemeinsam mit herbeigeeilten Nachbarn versucht er, den Wolf zu vertreiben und Destiny zu retten. Vergeblich. Das Raubtier erscheint immer wieder, ein Näherkommen bleibt unmöglich. Auch Paula stürzt sich ins Geschehen, um Sohn und Hund zu schützen. Dabei verletzt sie sich und muss anschließend ins Krankenhaus, wie der Corriere Fiorentino berichtet. Ihr Zustand ist zum Glück nicht ernst. Das Kind bleibt unverletzt.

„Müssen mindestens drei oder vier Wölfe gewesen sein“

Am Tag darauf findet die Familie nur noch wenige Überreste von Destiny. Der Vorfall schlägt in der Region hohe Wellen. Die Associazione Nazionale per la Tutela dell‘Ambiente e della Vita Rurali (Nationaler Verband zum Schutz der ländlichen Umwelt und des ländlichen Lebens) weist darauf hin, dass das Grundstück der Familie erst seit April bewohnt und nicht eingezäunt sei. In der Gegend waren bereits zuvor Wolfssichtungen gemeldet worden.

Die Umweltvereinigung hegt Zweifel, ob nur ein einzelner Wolf für den Angriff verantwortlich war. „Um einen Hund von etwa 22 Kilo so zu verschlingen, müssen es mindestens drei oder vier Wölfe gewesen sein“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Organisation fordert ein stärkeres Wolfsmanagement und beruft sich dabei auf europäische Ausnahmeregelungen für all jene Fälle, in denen die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht. „Niemand verlangt die Ausrottung des Wolfes – aber seine Regulierung schon“, zitiert der Corriere die Organisation.

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Orbicciano liegt auf nur 235 Metern Höhe im Gemeindegebiet von Camaiore, Provinz Lucca. Waldgebiete umgeben den kleinen Ort. Wolfsbeobachtungen in besiedelten Gebieten werden in der beliebten Urlaubsregion Toskana immer häufiger gemeldet. (Quellen: VersiliaToday, Corriere Fiorentino, Corriere)