Zitronensäure oder Essigsäure? Was wirkt wann?

Stand: 23.07.2026, 05:48 Uhr

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Eine Person entkalkt einen Wasserkocher

Regelmäßiges Entkalken lohnt sich: Ohne Kalkschicht braucht der Wasserkocher weniger Energie, um Wasser zu erhitzen. © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Kalkablagerungen sind nicht nur unschön, sie können auch die Leistung technischer Geräte verschlechtern. Also am besten Entkalken. Doch welches Mittel eignet sich für welches Gerät?

Fellbach - Wo der Kalk nicht hingehört, verschwindet er besser schnell. Denn regelmäßiges Entkalken kann die Lebensdauer von Haushaltsgeräten verlängern und unnötige Reparaturen oder Neuanschaffungen verhindern. Aber warum ist das so?

Kalk kann bei Wasserkochern laut René Rettig vom Berufsverband Hauswirtschaft eine isolierende Schicht bilden. Das Wasser braucht dann länger zum Erhitzen und der Energieverbrauch kann steigen. Wer den Kalk also regelmäßig entfernt, hält Geräte wie Kaffeemaschinen und Wasserkocher nicht nur gut in Form, sondern spart auch noch Energie. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten.

Alles eine Frage der Dosierung?

Entscheidend sind laut Rettig also die richtige Dosierung und die passende Anwendung. Denn wenn man Entkalker überdosiert, kann dies die Umwelt belasten. Zudem können ungeeignete Mittel Geräte beschädigen.

„Nachhaltig ist aus meiner Sicht, so wenig Mittel wie möglich, so gezielt wie nötig, keine unnötigen Duftstoffe, keine wilden Mischungen und immer gründlich nachspülen“, so Rettig.

Denn dafür muss man wissen: Kalk besteht überwiegend aus mineralischen Ablagerungen, vor allem Calcium- und Magnesiumverbindungen. Um Kalk wirklich zu lösen, eignen sich also vor allem Säuren, wie:

  • Zitronensäure
  • geeignete Spezialentkalker
  • Essig beziehungsweise verdünnte Essigessenz

Essig und Essigessenz riechen deutlich stärker, können Atemwege reizen und bei häufiger oder falscher Anwendung empfindliche Oberflächen angreifen. Daher der Rat: Essigessenz immer nur verdünnt und gezielt einsetzen.

Übrigens: Entstehen Materialschäden, spielt die Einwirkdauer oft eine Rolle. Daher rät die Verbraucherzentrale NRW davon ab, Säuren über Nacht in Geräten einwirken zu lassen.

Wasserkocher und Kaffeemaschine - welches Mittel passt jeweils?

Für Wasserkocher eignet sich Zitronensäure grundsätzlich gut. Allerdings sollte man diese laut Rettig nicht stark erhitzen oder aufkochen. Denn dabei kann sich aus Kalk und Zitronensäure schwer lösliches Calciumcitrat bilden - wodurch neue Ablagerungen entstehen können.

„Stattdessen besser die Zitronensäure in kaltem bis lauwarmem Wasser lösen, einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen“, so sein Tipp. Danach sollte man ein- bis zweimal klares Wasser aufkochen und wegschütten.

Auch Kaffeemaschinen profitieren von regelmäßiger Entkalkung, weil Kalk den Durchlauf, die Temperatur, den Geschmack und die Geräteleistung beeinträchtigen kann.

Für einfache Filterkaffeemaschinen kann ihm zufolge ein geeigneter Kaffeemaschinenentkalker sinnvoll sein. Bei Kaffeevollautomaten sollte man sich an die Herstellerangaben halten und den vorgesehenen Entkalker verwenden - also besser keine Experimente wagen. Der Grund: Es sind verschiedene Materialien wie Dichtungen, Schläuche, Metalle und Kunststoffteile verbaut. Sie können alle jeweils anders auf ungeeignete Reiniger reagieren.

Tipp: Zugunsten von Trinkwasser und Umwelt sollte man schon beim Kauf von Kaffeevollautomaten und anderen Geräten darauf achten, dass sie sich umweltfreundlich ohne „Sulfamidsäure“ entkalken lassen. Dazu rät die Verbraucherzentrale NRW und stellt online eine Übersicht zur Verfügung, welche Reinigungsmittel die Chemikalie enthalten und welche nicht.

Auf Natron & Co besser verzichten?

Hausmittel wie Natron und Backpulver sind laut René Rettig keine klassischen Entkalker - und werden häufig überschätzt. Sie könnten aber einen gewissen unterstützenden Effekt haben.

„Gebissreiniger würde ich zum Entkalken von Haushaltsgeräten nicht empfehlen“, so Rettig. Diese Produkte seien für einen anderen Zweck entwickelt. Generell empfiehlt er: Bei Geräten, in denen Wasser für Getränke oder Lebensmittel erhitzt wird, sollte man keine Mittel verwenden, deren Rückstände, Schaumbildung oder Materialverträglichkeit für diesen Einsatz nicht vorgesehen sind. dpa