Zocken im Norden der Stadt Keine „zweite Luke“, sondern ein eigener Orbit – Neue Gaming-Bar in Trier
Trier · Als DJ hat Oliver Jax regelmäßig in der Luke aufgelegt. Nun hat er mit Geschäftspartner Marco Cosse ein neues Kapitel aufgeschlagen und eine Gaming-Bar eröffnet – mit ungewöhnlichem Konzept.
29.07.2026 , 13:27 Uhr
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Orbit: So sieht es in der neuen Garming Bar in Trier-Nord aus
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Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Nintendo 64, VR-Brillen und Cocktails: Im Norden der Stadt haben Oliver Jax und Marco Cosse unter dem Namen „Orbit“ eine neue Bar ins Leben gerufen, die Gaming und Gastro verbindet. Das Besondere: Auf Eintritt oder die Vergabe von festen Zeitfenstern verzichten die Betreiber bewusst.
Zocken ohne Zeitdruck – Das Konzept der neuen Trierer Gaming-Bar Orbit
Stattdessen haben sie einen Mindestverzehr in Höhe von 7 Euro festgelegt. „Wir wollten einen Ort schaffen, zu dem die Leute einfach hinkommen können, ohne arm zu werden. Die Leute können frei spielen“, sagt Oliver Jax, der dem ein oder anderen als ehemaliger Resident-DJ in der Luke in Erinnerung geblieben sein dürfte und auch in der neuen Bar regelmäßig als DJ auflegt.
Dass manch einer unweigerlich an die Luke denkt, ist dem 36-Jährigen bewusst. Doch der Vergleich hinkt. „Wir sind keine zweite Luke“, stellt Jax klar. Das Konzept sei ein anderes. Wo die Luke für viele ein vertrautes Stammlokal war, setzt Orbit vor allem auf Gaming und wechselnde Veranstaltungsformate. Überschneidungen gebe es nur bei DJ-Abenden oder Metal-Nights (siehe Info-Box).
Neue Gaming-Bar in Trier trotzt altem Klischee
Die Idee für die Bar ist nicht nur auf Jax‘ Leidenschaft fürs Gaming entstanden, sondern auch aus der Beobachtung heraus, dass die Szene in Trier bis dato keinen festen Treffpunkt hatte. Für den 36-Jährigen, der auch Gründungsmitglied des Gaming-Vereins Geco ist, steht fest: „Es gibt das alte Klischee, dass Leute, die Videospiele spielen, im Keller sitzen und nicht rauskommen. Das ist aber Quatsch. Sie haben genau das gleiche soziale Bedürfnis rauszugehen wie alle anderen auch.“
Entsprechend bunt gemischt sei das Publikum der Bar, die von Jax und Cosse Anfang Mai ins Leben gerufen wurde. Der Schwerpunkt liege bei 20- bis 30-Jährigen, es kämen aber auch ältere Gäste, erzählt Jax, der gelernter Heilerziehungspfleger ist und 2018 eine Weiterbildung zum Eventmanager absolviert hat.
Orbit: Ein Konzept zwischen Cocktails und Konsolen
Aber zurück zum Konzept von Orbit: Den Betrieb der Gaming-Bar will das Betreiber-Duo über den Verkauf von Getränken finanzieren. Dabei sollen auch die Getränkepreise moderat bleiben. Cocktails kosten zwischen 7 und 8,50 Euro, zudem werden alkoholfreie Cocktails sowie Softdrinks angeboten.
Kann das finanziell klappen? Jax, der neben seiner Arbeit in der Bar weiterhin selbstständig im pädagogischen Bereich tätig ist, schließt nicht aus, das Modell zu evaluieren, sobald die Bar richtig angelaufen ist. Zumindest ein Kostenfaktor aber fällt weg: Konsolen, Spiele und Co. sind Privatbesitz der Betreiber, zusammengetragen über mehrere Jahre.
Und das Angebot für die Gaming-Community kann sich sehen lassen: Zur Verfügung stehen unter anderem verschiedene Konsolen (darunter Nintendo 64 und Super Nintendo) sowie PCs, VR-Brillen (Virtual Reality, dt. virtuelle Realität), Air Hockey und Darts sowie ein Pac-Man-Automat.
Aufgebaut sind die insgesamt rund 130 Quadratmeter fassenden Räume, die Kapazitäten für bis zu 100 Personen bieten, modular. So kann je nach Veranstaltung umgebaut werden, etwa für Turniere, Konzerte oder DJ-Abende. Im August soll das erste Livekonzert stattfinden, bei dem die Thrash-Metal-Band Urban Spine aus Luxemburg auf der Bühne steht. Zudem gibt es regelmäßig Smash-Brothers-Turniere und Fighting-Games-Abende sowie monatliche Treffen des Gaming-Vereins Geco.
Oliver Jax hat seine Passion zum Beruf gemacht: Seit Anfang Mai betreibt er mit Geschäftspartner Marco Cosse die Gaming-Bar Orbit im Norden Triers.
Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Neue Gaming-Bar: Ab vom Schuss – und trotzdem gut erreichbar?
Was Konzept und Publikum anbelangt, scheinen Jax und Cosse also gut aufgestellt. Bleibt noch eine Frage: Wo genau befindet sich die Bar eigentlich? Anders als man das von anderen Bars kennt, liegt die neue Gaming-Bar jedoch nicht in der Innenstadt, sondern weit ab vom Schuss in der Ohmstraße, im tiefen Norden der Stadt, in der Nähe der Handwerkskammer.
Dass die Lage immer wieder hinterfragt wird, stört die Betreiber wenig. „Natürlich haben wir keine Laufkundschaft wie in der Innenstadt, wir sind ja aber auch eher im Bereich Nischen-Events unterwegs. Die Leute, die uns kennen, die finden uns auch“, ist sich Jax sicher.
Die Gaming-Bar Orbit befindet sich in der Ohmstraße 5-7 in Trier. Rund 250 Meter entfernt, auf Höhe der Handwerkskammer, befindet sich eine Bushaltestelle. Geöffnet hat die Bar aktuell nur zu Veranstaltungen (siehe Infobox), feste Öffnungszeiten sind laut den Betreibern in Planung. Aktuelle Informationen findet man über die Website und über den Instagram-Account der Bar.