Felssturzgefahr in Graubünden: Zwei Felsen bei Fläsch instabil

Publiziert21. Oktober 2026, 07:51

GraubündenZwei Felsen oberhalb von Bündner Dorf drohen abzustürzen

Oberhalb von Fläsch GR werden zwei instabile Felskörper abgetragen – notfalls mit einer Sprengung. Die Steigstrasse bleibt noch zwei bis drei Wochen gesperrt. Das Dorf ist nicht bedroht.

Konstantin Furrer

Darum gehts

  • Oberhalb von Fläsch GR werden zwei instabile Felskörper am Matlusch gezielt abgetragen.
  • Die Steigstrasse, der Klettergarten und der Wanderweg bleiben noch zwei bis drei Wochen gesperrt.
  • Falls nötig, lockern Spezialisten den grösseren Felspfeiler mit einer Sprengung.
  • Am stärksten betroffen ist die Armee, die mit ihren Fahrzeugen durch Maienfeld fahren muss.

Seit dem 23. September ist die Steigstrasse zwischen Fläsch GR und der St. Luzisteig gesperrt. Grund ist Felssturzgefahr am Matlusch. Auch der Klettergarten und der Wanderweg Matlusch bleiben zu. Nun ist klar, wie es weitergeht: Zwei instabile Felskörper werden gezielt abgetragen.

Andere Varianten wurden geprüft und verworfen. Sicherungen, Verankerungen oder Steinschlagschutznetze seien «unzuverlässig und unverhältnismässig», sagt Peter Ebneter vom Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden gegenüber der «Südostschweiz». Der Fels ist stark zerrüttet, das Gelände steil. Für das Dorf Fläsch selbst besteht laut den Behörden weiterhin keine Gefahr.

Holzschnitzel schützen die Fahrbahn

In der vergangenen Woche wurde die Infrastruktur unterhalb des Felsens geschützt. Ein Wasserreservoir und weitere kleinere Bauten wurden mit Stahlpalisaden und einer Holzabdeckung eingekleidet. Auf der Steigstrasse selbst soll eine Schicht Holzschnitzel die Fahrbahn schützen.

Am Montag haben Spezialisten mit dem mechanischen Abtrag des ersten Felskörpers begonnen – mit hydraulischen Hebekissen. Beim benachbarten, grösseren Felspfeiler ist noch offen, ob das Lösen von Hand reicht. «Oder ob eine Lockerungssprengung notwendig ist», sagt Ebneter.

Der Matluschkopf ist bei Kletterern beliebt.

Der Matluschkopf ist bei Kletterern beliebt.Paebi/Wikipedia

«Kleiner als ein halber Kubikmeter»

Falls gesprengt wird, soll der Fels in möglichst kleine Stücke zerfallen. «Kleiner als ein halber Kubikmeter», sagt Gemeindepräsident René Pahud. So soll der darunterliegende Schutzwald nicht übermässig beschädigt werden. Anschliessend wird die Felswand gesäubert, der Sturzraum gesichert und der Objektschutz wieder zurückgebaut.

Die Arbeiten dauern zwei bis drei Wochen. Entscheidend sind das Wetter und das Verhalten des Felsens. Bis zum Abschluss bleiben Strasse, Klettergarten und Wanderwege gesperrt, der Verkehr wird umgeleitet.

Am stärksten betroffen ist die Armee: Sie muss seit der Sperrung mit ihren Fahrzeugen durch das Städtchen Maienfeld fahren. Die Kosten der Arbeiten übernehmen zu grossen Teilen Bund und Kanton, bei der Gemeinde bleiben nur Restkosten.

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Konstantin Furrer

Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.

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