Stand: 24.09.2026, 19:00 Uhr
Kommentare

In Bahrenborstel entsteht ein gemeinsames Feuerwehrhaus für die Ortsfeuerwehren Holzhausen und Bahrenborstel. Der Bauantrag ist bereits gestellt – der erste Spatenstich soll zügig folgen.
Kirchdorf – Zur Feuerwehrausrüstung gehört längst mehr als ein Eimer, der mit Wasser gefüllt wird. In der Samtgemeinde Kirchdorf sind in den zurückliegenden 20 Jahren die Einsatzfahrzeuge gegen neue, passgenau geplante Modelle ausgetauscht worden. Fast einher gingen die Pläne für umgebaute oder neu gebaute Feuerwehrhäuser. Zuletzt feierten die Varreler den Einzug in ihr neues Domizil. Demnächst sind die Holzhauser und Bahrenborsteler Einsatzkräfte dran.
Zunächst mit der versprochenen Eigenleistung, dann mit Feiern. Die Besonderheit an diesem Bauprojekt ist, dass sich zwei Ortsfeuerwehren künftig ein Domizil teilen. Die Bahrenborsteler Ortsfeuerwehr ist noch in einem Gebäude untergebracht, das längst nicht mehr alle Bestimmungen erfüllt, aber auch nicht mehr saniert werden kann. Was tun? Auch die Holzhauser haben ein altes Gebäude. Wieso also nicht für beide Ortsfeuerwehren ein gemeinsames planen? Bahrenborstel und Holzhausen haben eine Lösung gefunden.
Auch dank der Familie Buschhorn. Reinhard Buschhorn stellte der Gemeinde das Grundstück zur Verfügung, auf dem jetzt, unter anderem, das neue Feuerwehrhaus gebaut wird. Der Rat der Gemeinde hat am Dienstagabend in seiner jüngsten Sitzung den Namen für die Erschließungsstraße des neuen Gewerbegebietes festgelegt: „Buschhorns Kamp“ lautet die Adresse. „Wir sind der Familie von Reinhard Buschhorn außerordentlich dankbar. Es ist nicht so leicht, einen Standort für ein neues Gewerbegebiet zu finden. Aber dank solcher Familien wie Buschhorns war das für uns jetzt möglich.“ Allen Ratsmitgliedern sei sofort klar gewesen, dass der Straßenname etwas mit der Familie zu tun haben muss. Der Beschluss, die Straße „Buschhorns Kamp“ zu benennen, fiel einstimmig.
Vorbereitet haben die Pläne für ein gemeinsames Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehren Holzhausen und Bahrenborstel Sandro Frede, stellvertretender Ortsbrandmeister in Bahrenborstel, und Thomas Niemeyer, Ortsbrandmeister in Holzhausen. „Eine tolle, tolle Arbeit“, bescheinigte ihnen Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher. Die Finanzierung steht, der Samtgemeinderat hat den Beschluss gefasst: Gerechnet wird mit Baukosten von rund einer Million Euro. Und der Bauantrag, so die neueste Meldung von Bauamtsleiter Olaf Heuermann, ist raus. Zeitnah soll auch der erste Spatenstich erfolgen können.
Das Gebäude ist fast eine Blaupause des Hauses in Varrel: Es soll ebenfalls über drei Einfahrten für Fahrzeuge der beiden Ortsfeuerwehren Holzhausen und Bahrenbortel verfügen. Gebaut wird in der sogenannten „Sandwichbauweise“, wie in Varrel. Der Sozialtrakt werde jedoch anders geplant: „Es sind ja zwei Feuerwehren, die hier untergebracht werden. Außerdem sind zwei Räume für die Samtgemeinde-Feuerwehr eingeplant. Die Ortsfeuerwehren Bahrenborstel und Holzhausen stellen Funktionsträger auf Samtgemeindebene. Anders als in Varrel ist kein Flachdach für den Sozialtrakt vorgesehen“, erklären Frede und Niemeyer.
Es gibt mehrere Eingänge, für die verschiedenen Bereiche. Untergebracht am neuen Standort ist auch der Hygieneanhänger für die zehn Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde. Weitere Planungen umfassen, unter anderem, einen kleinen Werkstattbereich, einen Bereich für die Stiefelwäsche, je einen Lagerraum für die Bahrenborstel und die Holzhauser, ebenso für die gemeinsame Jugendfeuerwehr der Ortsteile. Der Umkleidebereich für Damen und Herren wurde so berechnet, damit Platz für die derzeit insgesamt aktiven 20 Damen und rund 70 Herren der Einsatzkräfte gegeben ist. „Wir sind da an der oberen Grenze, sind aber variabel mit Spinden, so, wie die gestellt werden“, erklärt Thomas Niemeyer.
Sind genügend Duschen eingeplant? „Ja aber die meisten duschen am liebsten zuhause“, erklärt Sandro Frede. Für die Küche ist eine Durchreiche vorgesehen, ein Übungsplatz gehört auch zur Planung, ein Schulungsraum, der in zwei kleinere Räume aufteilbar ist (beide Teile sind dann getrennt zugänglich). Dazu noch Technikraum und Heizung sowie ein kleines Büro für die beiden Kommando-Teams. Die Liste, die Sandro Frede und Thomas Niemeyer abgearbeitet haben, um alle notwendigen Vorgaben und Bedürfnisse einzuarbeiten, ist beachtlich. Ebenso die Umsetzung.
Wie lange wird gebaut? „Anderthalb Jahre, so unsere Schätzung, vielleicht können wir im Mai 2028 fertig sein. Das hängt von den Bedingungen im Winter ab. Und es steckt viel Eigenleistung drin und diese Einsätze müssen abgestimmt sein“, heißt es seitens der Planer von Feuerwehr und Verwaltung.
Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher betont: „Keine der beiden Ortsfeuerwehren wird aufgelöst. Hier wird ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Das Gebäude in Holzhausen wird weiterhin genutzt, eventuell kann sich hier die gemeinsame Jugendfeuerwehr treffen, das wäre tolle Möglichkeit.“
Laut Bürgermeister Matthias Stelloh sind die Bürger in der Gemeinde Bahrenborstel gespannt darauf, dass es losgeht. „Wir sind dankbar, dass sich beide Wehren gemeinsam auf den Weg machen. Wenn man einen Standort aufgibt, ist das mit Erinnerungen verbunden. Nicht nur wegen der Einsätze, sondern auch wegen der Freundschaften. Als Gemeinde stellen wir selbstverständlich die Fläche.“