Stand: 11.10.2026, 21:02 Uhr
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Die Tölzer Löwen gewinnen bei den Passau Black Hawks mit 4:3 – erst nach Penaltyschießen. Eine Sekunde vor dem Ende kassieren sie den Ausgleich zum 3:3.
Passau/Bad Tölz – Nichts für schwache Nerven war das Gastspiel der Tölzer Löwen am Sonntagnachmittag bei den Passau Black Hawks: Erst fehlten gerade mal 1,4 Sekunden zum Sieg nach regulärer Spielzeit. Im Penaltyschießen machten die Löwen schließlich doch noch den Erfolg perfekt: Sie gewannen mit 4:3 (1:1, 0:0, 2:2, 0:0, 0:1). Entsprechend hin- und hergerissen war Trainer Axel Kammerer in seinem Fazit zum Spiel: „Auf der einen Seite freuen wir uns über die zwei Punkte, auf der anderen Seite ärgern wir uns, dass wir eine Sekunde vor Schluss den Sieg verschenkt haben.“
Von Beginn an war die Partie von taktischer Disziplin geprägt. Die Löwen bestimmten das Spielgeschehen, während die Gastgeber mit ihren Kontern stets gefährlich blieben. Das zeigte sich auch in der Schussstatistik: Nach zwei Dritteln hatten die Löwen 25-mal auf das gegnerische Tor geschossen, die Passauer 20-mal. Beide Teams hatten bis dahin jeweils einmal getroffen. Erst zog Justin Braun ab, Yannick Wenzel fälschte den Puck unhaltbar zum 1:0 ab (7.). Luis Scheibengraber antwortete mit einem Direktschuss, nachdem Klavs Planics ihn mit einem präzisen Pass hinter dem Tölzer Tor in Szene gesetzt hatte. Beim 1:1 blieb es bis zur 53. Minute.
Kammerer bescheinigte den Gastgebern in der Pressekonferenz eine strukturierte Spielweise und gute Defensivarbeit. Zugleich kritisierte er die „sehr schlechte Schussqualität und schlechte Chancenverwertung“ seiner Mannschaft. Die Folge sei ein „ganz gefährliches Spiel“ gewesen. Und ein dramatisches noch dazu. Passaus Andrew Schembri fälschte mit dem Schlittschuh einen Schuss von Luis Scheibengraber ab, den Enrico Salvarani parierte. Gegen den Nachschuss von Leonard Mössinger war der Löwen-Schlussmann aber machtlos.
Dann schlug die Stunde von Yannick Wenzel: In der 55. Minute traf der Löwen-Stürmer ins lange Eck zum 2:2. Zwei Minuten später war er auch am 3:2 durch Toms Prokopovics entscheidend beteiligt. Die Gastgeber erhöhten den Druck und nahmen 45 Sekunden vor Schluss Torhüter Janik Engler zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Löwen schienen den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Doch eine Sekunde vor Schluss fand Alex Blais nach einem präzisen Pass von Andrew Schembri eine Lücke und erzielte den 3:3-Ausgleich. „Da bestand überhaupt keine Gefahr, das ist nicht zu entschuldigen“, ärgert sich Kammerer.
In der Verlängerung hatten beide Teams gute Möglichkeiten, doch ein Treffer fiel nicht. Auch das Penaltyschießen blieb spannend bis zum Schluss. Passaus Leonard Mössinger scheiterte am Pfosten, Michael Keränen an den Beinschonern von Janik Engler. Anschließend verwandelte Klavs Planics sicher, wenig später zog Toms Prokopovics nach. Damit stand es vor den letzten Schützen weiterhin 3:3. Dann parierte Enrico Salvarani den Versuch von Alex Blais mit der Fanghand, ehe Yannick Wenzel erneut die Nerven behielt und den Sieg sicherte.
Passaus Trainer Daniel Reja bezeichnete die Tölzer als starkes und gut gecoachtes Team. In Passau habe jede Mannschaft eine „schwere Zeit“. Der ehemalige Tölzer Tom Horschel, der inzwischen für die Passau Black Hawks verteidigt, erkennt eine Aufwärtstendenz. Zu Saisonbeginn seien die Black Hawks sehr nervös gewesen und hätten „extrem viele Fehler“ gemacht: „Aber jetzt haben wir die Fehler minimiert“, sagt er. Dass die Tölzer Löwen als starkes Team dennoch zu Chancen kämen, sei nicht überraschend. „Aber wir haben gut dagegengehalten – ein geiler Fight.“