Stand: 22.09.2026, 14:00 Uhr
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Der größte Münzschatz Deutschlands: Im Herbst 2025 entdeckte ein Sondengänger Silbermünzen auf einem Acker. Dahinter steckt der fünftgrößte Münzfund aus römischer Zeit weltweit.
Wesseling – Auf einem Acker in Wesseling bei Köln hat ein Sondengänger den größten römischen Münzschatz auf deutschem Boden entdeckt. Der gefundene Münzhort umfasse 934 römische Denare aus Silber, erläuterte der Leiter des Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Erich Claßen, am Dienstag (22. September) in Bonn.
Artikeld er KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Die älteste Münze stamme aus der Zeit der Römischen Republik und sei im Jahr 148 v. Chr. geprägt worden. Die jüngste Münze lasse sich auf das Jahr 124 oder 125 datieren, also auf die Regierungszeit Kaiser Hadrians (117–138). Rund zwei Drittel der Denare stammten aus dem letzten Drittel des ersten Jahrhunderts nach Christus, sagte Claßen.

Der Fund habe sich über rund 20 Meter auf der Ackerfläche erstreckt. Wie der Münzhort in den Boden gelangt sei, könne nicht rekonstruiert werden. Wahrscheinlich sei eine Verbindung zu einem nahegelegenen römischen Landsitz. Fraglich sei, warum der Schatz nie geborgen worden sei.
„Möglicherweise starb der Besitzer oder die Besitzerin vorher, ohne das Wissen um die Münzen weitergeben zu können.“ Finder Oliver Riedl habe sich beim Fund im Herbst 2025 vorbildlich verhalten, betonte Claßen.
„Vergangenheit gehört uns allen“
Der Abteilungsleiter für Bestandspflege und Sammlungserschließung am Landesmuseum Bonn des Landschaftsverbands Rheinland, Michael Schmauder, ergänzte, Sondengänge seien anmeldepflichtig, was jedoch oft nicht geschehe. Auch meldete nicht jeder Sucher entsprechende Funde. Für die Öffentlichkeit sei das ein großer Schaden.
„Die Vergangenheit gehört uns allen und nicht einem Einzelnen“, betonte der Vorsitzende des West- und Süddeutschen Verbands für Altertumsforschung, Simon Matzerath. In Deutschland gebe es schätzungsweise Zehntausende illegale Sondengänger, die das Kulturerbe im Boden systematisch plünderten.
Es sei davon auszugehen, dass Hunderte ähnliche Funde privat gehoben und illegal verkauft worden seien. Das Amt für Bodendenkmalpflege weist darauf hin, dass der Fund nun Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen sei, wie es das entsprechende Denkmalschutzgesetz vorsieht. Da der Finder sich regelkonform verhalten habe, erhalte er vom Heimatministerium eine Belohnung.