1980er-Hits auf Platt: Niederdeutsches Theater Delmenhorst gibt Gastspiel in Neerstedt

Stand: 22.10.2026, 19:00 Uhr

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„Wi sünd de Welt“: Das Niederdeutsche Theater Delmenhorst präsentiert ab heute sein Programm „Ein musikalischer Blumenstrauß“ auf der Neerstedter Bühne.

„Wi sünd de Welt“: Das Niederdeutsche Theater Delmenhorst präsentiert ab heute sein Programm „Ein musikalischer Blumenstrauß“ auf der Neerstedter Bühne. © WZ

Das Niederdeutsche Theater Delmenhorst spielt seine Herbst-Revue wegen Sanierungsarbeiten viermal in Neerstedt. Ein 80-Jähriger steht dabei trotz geplantem Abschied nochmals auf der Bühne.

Neerstedt/Delmenhorst – Der Vorhang der „Neerstedter Bühne“ hebt sich am heutigen Freitagabend um 20 Uhr zu einer ganz besonderen Veranstaltungsreihe: Denn das Niederdeutsche Theater Delmenhorst (NTD) gibt dort ein mehrtägiges Gastspiel. Präsentiert wird die bunte Revue „Ein musikalischer Blumenstrauß“ mit Melodien unter anderem aus den 1970er- und 1980er-Jahren – natürlich vorgetragen im besten Plattdeutsch, wie beim NTD nicht anders zu erwarten.

Freuen sich auf das Gastspiel: Elga Eilers (l.) und Ute Thiemann vom Niederdeutschen Theater Delmenhorst im Zuschauerraum der „Neerstedter Bühne“.

Freuen sich auf das Gastspiel: Elga Eilers (l.) und Ute Thiemann vom Niederdeutschen Theater Delmenhorst im Zuschauerraum der „Neerstedter Bühne“. © WZ

Gleich viermal präsentieren die Delmenhorster dieses Programm in Neerstedt. Bereits am morgigen Samstag geht es mit der zweiten Aufführung weiter, ebenfalls ab 20 Uhr. Und wer zu beiden Terminen keine Zeit hat, der kann noch am Samstag, 31. Oktober, wiederum ab 20 Uhr, sowie am Sonntag, 1. November, dann ab 15 Uhr den „Musikalischen Blumenstrauß“ live miterleben.

Der Grund des Gastspiels auf „fremder Bühne“ in der Gemeinde Dötlingen sind die Umbauarbeiten im Theater „Kleines Haus“ in Delmenhorst. „Dort können wir derzeit nicht wie seit Jahren sonst üblich auftreten“, bedauerte der Vorsitzende Austen Dobrin-Stein im Foyer des einzigen Theaters im Landkreis Oldenburg. Zusammen mit Regisseur und Autor Philip Lüsebrink und Pressesprecherin Fentke Stolle stellten sie das Herbst-Programm jetzt vor, das nun in Neerstedt aufgeführt wird. Die Sanierung des „Kleinen Hauses“ in ihrer Heimatstadt dauert nämlich länger als geplant. „Umso glücklicher sind wir, hier auf den Bühnenbrettern stehen zu dürfen“, so Stolle und Lüsebrink. Das Ensemble des NTD sprach Annika Stolle, Vorsitzende des Vereins Neerstedter Bühne, und dem Team in Neerstedt ein dickes „Dankeschön“ aus.

Hinter dem vielversprechenden Titel verbirgt sich ein Zusammenschnitt aus bekannten Musikproduktionen des NTD unter Lüsebrinks Regie. Rund 14 Darstellerinnen werden über zwei Stunden hinweg (zuzüglich Pausen und Umbauten) auf der Bühne mit den plattdeutschen Liedern zu hören und zu sehen sein. Diese stammen allesamt aus den NTD-Produktionen „Rock op Platt“, „Ein Festival der Liebe“ und „Völlig losgelöst“. „Das ist eine bunte Hit-Revue, gesungen im besten Platt und dargestellt mit hervorragender passender Kostümierung“, so Lüsebrink. Als Abschlusslied werde zum Beispiel „We are the world“ zu hören. Dann aber auf Platt als „Wi sünd de Welt“.

Obwohl die Neerstedter Bühne über moderne Theatertechnik verfügt, ist seit zwei Wochen auch Maiko Pfeiler, Veranstaltungstechniker der NTD, gefragt. Alleine 16 Headsets sind im Einsatz. Das ist für einen Techniker schon eine Herausforderung. „Da muss vieles abgestimmt werden. Wenn die Vorführung läuft, dann kann ich da nicht mehr viel machen. Das gilt auch für die richtige Beleuchtung und die Musik“, weiß Pfeiler. Alleine 150 Meter Kabel hat er zusätzlich verlegt und außerdem weitere digitale Technik mit nach Neerstedt gebracht.

Insgesamt sind neben den Darstellern und zwei Inspizientinnen (Ute Thiemann und Elga Eilers) noch rund zehn weitere Personen im Einsatz, um die Produktion erfolgreich in Szene zu setzen. Das passiere dann auch generationsübergreifend, so Dobrin-Stein. „Im Alter von 17 bis 80 Jahren sind hier Menschen beteiligt, die die plattdeutsche Sprache auf der Bühne pflegen und wirken lassen.“

Dazu gehört auch Dieter Brackhahn, als ältester Darsteller auf der Bühne. Er lebt in Aschenstedt und gehört dem Delmenhorster Ensemble schon seit vielen Jahren an. Für ihn ist es also eine besondere Auftrittsreihe gleich „vor der Haustür“ in Neerstedt. Im vergangenen Jahr feierte er sein 40‑jähriges Bühnenjubiläum und wollte bereits Abschied nehmen, ist aber nun doch noch einmal dabei.

Für die vier Aufführungen gibt es noch Restkarten, die direkt bei der Neerstedter Bühne geordert werden können.