Stand: 20.08.2026, 14:07 Uhr
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Während der russische Zolldienst von mehr als 20.000 Grenzübertritten an einem einzigen Tag spricht, weist das georgische Innenministerium diese Zahlen entschieden zurück.
Tiflis – Das georgische Innenministerium hat Berichten über eine beispiellose Welle von 20.000 russischen Ankömmlingen am Grenzübergang Oberer Lars (Verkhny Lars) widersprochen und die Zahlen als gezielte Fehlinformation bezeichnet. Nach Angaben der georgischen Behörden reisten in den letzten 24 Stunden lediglich 7.880 Personen über den Kontrollpunkt nach Georgien ein, während 8.406 Personen das Land verließen.
Die Behauptungen über einen Massenansturm entsprächen nicht der Wahrheit und dienten der vorsätzlichen Verbreitung von Falschinformationen durch bestimmte Interessengruppen, zitiert Caucasian Knot die Behörde. Das Ministerium rief die Öffentlichkeit dazu auf, keine unüberprüften Angaben zu verbreiten.
Die Klarstellung erfolgt vor dem Hintergrund eines seit Tagen extrem hohen Verkehrsaufkommens an der einzigen Landgrenze zwischen Russland und Georgien. Der russische Föderale Zolldienst meldete hingegen, dass am 18. August mehr als 20.000 Menschen die Grenze überschritten hätten, während es am 15. und 16. August jeweils mehr als 19.000 gewesen seien. Laut der Deutschen Welle gab der russische Zoll an, dass das derzeitige Verkehrsaufkommen das Niveau vergleichbarer Zeiträume der Vorjahre deutlich übersteige.
Augenzeugen berichteten in den letzten Tagen von kilometerlangen Staus auf russischer Seite. Nach Angaben des Telegram-Nachrichtenkanals Ostorozhno Novosti kamen Fahrzeuge stellenweise nur etwa 100 Meter in zwei Stunden voran, schreibt Meduza.
Erinnerungen an die Mobilmachung von 2022
Das hohe Reiseaufkommen weckt Erinnerungen an Ende September 2022, als der Grenzübergang zum Nadelöhr für Hunderttausende Russen wurde, die das Land nach der Ankündigung der Teilmobilmachung verließen. Damals bildeten sich tagelange Wartezeiten. Die georgische Präsidentin Salome Surabischwili erklärte später, dass im Herbst 2022 mehr als 700.000 Russen die Grenze überquerten, wovon etwa 100.000 im Land blieben, berichtet Caucasian Knot.
Spekulationen über neue Einberufungen
Zusätzliche Nervosität entsteht durch Spekulationen über eine mögliche neue Mobilisierungswelle in Russland. Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Ende Juli, dass Russland für diesen Herbst eine weitere Einberufungswelle plane, meldet die Deutsche Welle. Zudem berichteten die unabhängigen Medien Vazhnyye Istorii und Verstka, dass neue Einberufungen nach den für die zweite Hälfte September geplanten Parlamentswahlen beginnen könnten.