580 Millionen Euro Defizit: So will Dresden sparen

Ein roter Stift ist in Stuttgart neben einem Aktenordner mit der Aufschrift "Stadtbücherei, Schwimmbäder, Theater" zu sehen (Symbolfoto zum Thema "Kommunale Finanzen" vom 08.04.2010).

AUDIO: Dresden vor Sparkurs: Höhere Gebühren, weniger Stellen, mehr Belastungen (1 Min)

580 Millionen Defizit

500 Stellen weg, höhere Gebühren und Elternbeiträge: So will Dresden Millionen sparen

von MDR SACHSEN

Stand: 03.09.2026 19:39 Uhr

Dresden muss in den kommenden fünf Jahren Hunderte Millionen Euro sparen. Darauf hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert am Donnerstagabend den Stadtrat eingeschworen, als er den Entwurf des Haushaltsplans 2027/2028 vorlegte. "Wir müssen ein Defizit hinnehmen. Belastungen für die Bürger werden nicht zu vermeiden sein", sagte Hilbert.

580 Millionen Euro Defizit im nächsten Doppelhaushalt

Einige der Sparvorschläge nannte Hilbert "unpopulärste Maßnahmen", vor allem die geplante Erhöhung der Elternbeiträge für Kinderbetreuungseinrichtungen. Für 2027 beträgt das Defizit laut Stadtverwaltung 217,8 Millionen Euro und im Folgejahr 370,4 Millionen Euro.

  • Rund 500 Stellen in der Stadtverwaltung sollen wegfallen, aber ohne betriebsbedingte Kündigungen. (Das soll 300 Millionen Euro Einsparung bringen.)
  • Bis zum Jahr 2031 müssten 1.200 Stellen wegfallen, um 780 Millionen Euro zu sparen.
  • Anhebung der Grundsteuer B
  • Erhöhung der Parkgebühren
  • Anpassung des DVB-Liniennetzes (Das soll 9 Millionen Euro Einsparung bringen.)
  • Erhöhung der Elternbeiträge für Horte (6,5 Prozent mehr) und Krippen/Kitas (9 Prozent mehr)
  • Trennung von sanierungsbedürftigen Objekten und Standorten, beispielsweise von der ehemaligen Staatsoperette und der Dienststelle des Gesundheitsamtes in der Braunsdorfer Straße 13
  • Verkauf von "unattraktiven Grundstücken"
  • Zusammenlegung von Kulturträgern wie Philharmonie und Musikfestspielen
  • Einnahmen aus dem Sparkassenverbund (ca. 4 Millionen Euro pro Jahr)


Quelle: Rede OB Hilbert im Stadtrat, 3. September 2026

Kinder spielen im Kindergarten

Dresden kann Gelder in der Stadt nicht mehr in gewohntem Umfang ausgeben. Auch für Kitas, Krippen und Horte sollen die Elternbeiträge steigen.

Bürger sollen Haushaltspläne diskutieren

An die Stadtratsfraktionen gerichtet, sagte der Rathauschef am Donnerstag: "Es ist einfach, einzelne Maßnahmen zu verdammen. Viel schwieriger ist es, eine finanzielle Alternative zu finden. Wir brauchen einen Kompromiss." Sollte Dresden weiter so handeln, wie bislang, wäre Dresden 2031 "handlungsunfähig".

Im Herbst sollen die Sparvorschläge mit den Dresdnern bei Bürgerdialogen diskutiert werden. OB Hilbert hofft, dass der Stadtrat Ende November den Doppelhaushalt 2027/2028 beschließt.

MDR (kk)