Schaum am Sylter Strand: Darum sollten Kinder Abstand halten

Schleswig-Holstein

Schaum am Nordseestrand: Kinder sollten damit besser nicht spielen

Schaumteppiche am Strand von Sylt sehen harmlos aus, können aber langlebige Chemikalien wie PFAS enthalten.
Roman Pawlowski / Greenpeace

Sylt-Urlauber, aufgepasst: Im Schaum am Strand können sich langlebige Chemikalien anreichern. Warum vor allem Kinder Abstand halten sollten und wann Baden okay ist.

Am Strand von Sylt liegen nach windigen Tagen manchmal ganze Schaumteppiche. Sie sehen harmlos aus, Kinder treten hinein oder greifen danach. Doch das Land Schleswig-Holstein rät inzwischen dazu, den Kontakt mit Meeresschaum vorsorglich möglichst gering zu halten. Der Grund sind unter anderem sogenannte PFAS, die sich im Schaum stark anreichern können. Baden in der Nordsee ist deshalb aber nicht grundsätzlich gefährlich.

Warum schäumt die Nordsee?

Meeresschaum entsteht zunächst ganz natürlich. Abgestorbene Algen und andere organische Stoffe gelangen ins Wasser.

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Schaumende Wellen treffen auf einen sandigen Strand unter einem bewölkten Himmel.
Wind und Wellen schlagen organisches Material im Wasser auf – so entsteht Meeresschaum vor Sylt ganz natürlich.
www.imago-images.de

Proteine und weitere oberflächenaktive Substanzen werden durch Wind und Wellen aufgeschlagen – ähnlich wie Schaum in einer Badewanne. Je nach enthaltenem Material, Alter und Verschmutzung kann der Schaum weiß, gelblich oder bräunlich wirken.

Was steckt im Meeresschaum auf Sylt?

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Problematisch ist nicht der Schaum an sich, sondern das, was sich darin sammeln kann. PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind besonders langlebige Chemikalien. Nach Angaben des Landes Schleswig-Holstein können sie sich im Meeresschaum stark anreichern, während die Konzentration im Wasser selbst eher gering ist. Wie viel PFAS im Schaum steckt, hängt von Standort, Zeitpunkt und Alter des Schaums ab. Auch andere Chemikalien und Verschmutzungen können sich dort sammeln.

Ist Baden auf Sylt trotzdem sicher?

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Für einen normalen Strandbesuch gibt es deshalb keinen Grund zur Sorge. Schwimmen und Baden im Meerwasser stellen nach aktuellem Kenntnisstand wegen der PFAS im Meeresschaum keine Gesundheitsgefahr dar.

Der Schaum selbst sollte jedoch möglichst nicht aufgenommen werden. Besonders Kinder sollten nicht darin spielen oder ihn in den Mund nehmen. Nach dem Baden oder dem Badetag empfiehlt das Land, den Körper abzuduschen.

Wann Schaum zum Warnsignal wird

Schaum kann außerdem bei einer stärkeren Vermehrung von Mikroalgen entstehen. Solche Algenblüten sind häufig natürliche Erscheinungen, können das Wasser aber verfärben, trüben oder auffällig riechen lassen. Einzelne Arten können Giftstoffe bilden. Das Landesamt für Umwelt kontrolliert deshalb von Ende März bis Oktober regelmäßig die Mikroalgen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und veröffentlicht die Ergebnisse im Algenreport.

Wer auf Sylt ungewöhnlich starke Schaumteppiche, deutlich verfärbtes Wasser oder einen auffälligen Geruch bemerkt, sollte aktuelle Hinweise zur Badegewässerqualität beachten. Steht an einem bewachten Strand die rote Flagge, gilt unabhängig vom Grund: nicht baden. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de.)