60 Jahre Ehrenamt: Schauenburger von Land Hessen ausgezeichnet

Stand: 10.10.2026, 12:08 Uhr

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Rolf-Martin Barkhof

Am liebsten auf dem Trecker: Fünf Stück hat Rolf-Martin Barkhof restauriert. Mit seinem Fendt und Schäferwagen geht er nun auf Tour, bei der er am Tag schon mal 1200 Kilometer zurücklegt. © Tanja Temme

Rolf-Martin Barkhof war Feuerwehrmann, Schöffe und Vorsitzender der Gemeindevertretung. Beruflich leitete er nebenbei den Sicherheitsbereich bei VW.

Schauenburg – Rolf-Martin Barkhof gehört zu einer Menschengruppe, die man Extrem-Ehrenamtler nennen könnte. Eine, von denen es immer weniger gibt. Ganze 60 Jahre hat sich der Schauenburger für die Allgemeinheit stark gemacht: in der Feuerwehr, in der Gemeindevertretung und vor Gericht. Dafür wurde ihm nun vom Land Hessen mit einer Ehrung gedankt.

Rolf-Martin Barkhof

Am liebsten auf Tour mit dem Bulldog: Mit seinem Fendt und Schäferwagen geht Rolf-Martin Barkhof nun auf Tour, bei der er am Tag schon mal 1200 Kilometer zurücklegt. © Tanja Temme

Wer dem 76-Jährigen begegnet, merkt schnell, dass sein Herz ganz besonders für die Feuerwehr und Trecker schlägt. Als Feuerlöscher startete er auch Mitte der 60er Jahre seine jahrzehntelange Ehrenamtszeit. Während er seit gut 20 Jahren nicht mehr mit Löschschlauch und Einsatzwagen unterwegs ist und es dabei hoch bis zum stellvertretenden Ortsbrandmeister geschafft hatte, hat er seine Liebe zu Fendt und Hanomag lange nicht aufgegeben. Tagelang macht er mit seiner Frau Touren durch Deutschland. „Mit 30 km/h tuckern wir dann mit unserem Trecker und Schäferwagen durch die Lande.“ Schlafen tun die beiden allerdings nicht mehr im Schäferwagen, der ist eher zum Pausenmachen dabei. Dass in Barkhofs Leben Sorgfalt eine große Rolle spielt, zeigt sich schon an seinem perfekt lackierten, auf Hochglanz gebrachten Trecker. Aber auch die vielen Ordner in seinem Arbeitszimmer, die mit Aufschriften wie „Schätzungen“, „Reparaturen“ oder „Amtsgericht“ versehen sind, erzählen von einer gewissen Akribie.

Ohne sie hätte er sicher nicht seinen verschiedenen Ehrenämtern nachgehen können, von denen viele zeitlich parallel stattfanden. So war er fast ein Vierteljahrhundert Vorsitzender der Schauenburger Gemeindevertretung und hatte sich zuvor als Gemeindevertreter für Themen in der SPD stark gemacht. Parallel dazu war er zehn Jahre Hauptschöffe am Amts- und Landgericht. Auch dem Gasversorgungszweckverband Kassel saß er vor und ist bis heute der Vorsteher des Ortsgerichts.

Auch im Ruhestand wurde Barkhof nicht wirklich ruhiger und mischte viele Jahre in verschiedenen Vereinen in Breitenbach mit. So war er Chef der Traktorenfreunde, spielte Fanfare im Seniorenspielmannszug und kümmerte sich um die Pressearbeit des Sportvereins. „Ich habe mich eigentlich nie bewusst um ein Amt bemüht“, sagt der schlanke, hochgewachsene Mann, vielmehr sei es die Neugier auf etwas Neues gewesen.

Bei all seinen Ämtern ging es dem Breitenbacher vor allem um eines, nämlich die Begegnungen mit Menschen. „Gemeinschaft leben – ob bei einer Bratwurst oder einer Feuerwehrübung.“

Von den vielen Ehrenämtern geht Barkhof heute nur noch dem Ortsgericht nach. „Drei, vier Termine im Monat kommen da zusammen.“ Mehr möchte er auch nicht mehr machen, denn er geht viel lieber auf Treckertour. Lesen, Trainieren im Sportstudio und jede Menge Gartenarbeit sind ansonsten Beschäftigungen, denen er nachgeht.

Bemerkenswert war sein Engagement auch deshalb, weil er beruflich eine verantwortungsvolle Position als Leiter des Sicherheitsbereichs bei VW innehatte. Auch da ging es vorrangig ums Feuerlöschen auf dem riesigen Areal. Barkhof ist in der Nähe von Nordheim aufgewachsen, lernte erst Schlosser und studierte später Maschinenbau.