„Abartig bitter“: Königstransfer des SC Riessersee fällt aus

Stand: 28.08.2026, 07:02 Uhr

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Bozen statt Miesbach: Max Bolle darf sich mit Red Bull München beim Südtirol Summer Classic zeigen.

Bozen statt Miesbach: Max Bolle darf sich mit Red Bull München beim Südtirol Summer Classic zeigen. © Andreas Mayr

Ein Zentimeter, der alles verändert: Ein Schuss trifft einen Eishockeyspieler des SC Riessersee an ungünstigster Stelle. Nun hat der Verein ein Problem.

Garmisch-Partenkirchen – Nur zwei Wechsel war die Eishockeysaison alt, da dürfte es manchem Riesserseer Fan im Olympia-Eissportzentrum schon wieder kalt den Rücken hinuntergelaufen sein. Lars Reuß krümmte sich auf der Spielerbank vor Schmerzen. Was war passiert? Bei einem Angriff wollte der 25-Jährige dem Bad Nauheimer Torwart die Sicht nehmen. Eine Situation, die Profis hunderte Male erleben. Doch dieses Mal traf ihn ein Schuss seines Mitspielers zentimetergenau zwischen Schlittschuh und Schienbeinschoner an der Außenseite des Beins. „Da ist nur eine minimale Stelle ungeschützt“, erzählt Reuß. „Das war maximal unglücklich.“ Als er das Knacken im Knochen hörte, ahnte er bereits, dass der Treffer mehr als nur einen blauen Fleck hinterlassen hatte. Im Krankenhaus bestätigte sich schließlich die Hiobsbotschaft: Wadenbeinbruch.

Verletzung: Ein Albtraum für Reuß und den SC Riessersee

Ein Albtraum für Reuß und den SC Riessersee. Schließlich hatte Geschäftsführer Michael Kreitl den 25-Jährigen als Königstransfer für die Defensive angekündigt. Zudem sollte der ehemalige Spieler der Hammer Eisbären eine wichtige Rolle im Powerplay übernehmen. „Das ist abartig bitter und trifft uns sehr“, ärgert sich Kreitl. Drei Wochen vor dem Oberligaauftakt tut sich damit eine weitere Baustelle in der ohnehin dünn besetzten Abwehr auf. Kreitl hat zwar ein paar Ideen im Kopf, macht aber auch keinen Hehl aus der schwierigen Situation: „Viele Verteidiger sind nicht auf dem Markt und Geld haben wir nullkommanull. Das wird interessant in den kommenden Wochen.“

Trainer Leif Carlsson sieht immerhin etwas Glück im Unglück. Schließlich ereilt ihn der Ausfall seines Abwehrankers in einer frühen Phase der Saison und nicht in der entscheidenden, wie es zuletzt bei Robin Soudek der Fall war. „Verletzungen passieren immer, der Zeitpunkt ist entscheidend.“ Auch Reuß versucht, die positive Seite zu sehen. Am Donnerstag durfte er das Krankenhaus nach seiner Operation verlassen. Nun stehen sechs Wochen Teilbelastung an. Eine Metallplatte stabilisiert die Bruchstücke und unterstützt den Heilungsprozess. „Jetzt muss ich erst einmal warten.“ Doch nur zu Hause auf der Couch zu liegen, kommt für Reuß nicht infrage. Oberkörper und rechtes Bein kann er weiterhin belasten. „Also wird weiter trainiert. Ich bin positiver Dinge, dass ich stark zurückkomme.“ Zumal er in besten Händen ist. Nach dem Eingriff ist der 25-Jährige vorübergehend in sein früheres Kinderzimmer nach Bad Wörishofen zurückgezogen. Dort kümmert sich seine Mutter um ihn, die als Physio- und Rehatrainerin arbeitet. „Sie hat mir schon einen Trainingsplan geschrieben, da fehlt es mir an nichts.“ Dementsprechend zuversichtlich ist Reuß, nach seiner Reha ähnlich schnell wieder aufs Eis zurückzukehren wie nach seiner früheren Außenbandverletzung.

Zwei Tryoutspieler dürfen sich weiter beweisen

Der SCR könnte ihn gut gebrauchen. Bereits heute (20 Uhr) steht beim Bayernligisten TEV Miesbach der nächste Test an. Zuletzt wurde die Mannschaft vom Trainerstab ordentlich gefordert. Acht Einheiten innerhalb von eineinhalb Wochen haben die Profis absolviert, dazu kamen jeweils Krafteinheiten vor dem Eistraining sowie das Vorbereitungsturnier. „Sie waren fleißig“, lobt Carlsson.

Gleiches gilt auch für Matthias Harr und Arel Bryan Albert. Die beiden 18-jährigen Tryoutspieler der Eisbären Juniors Berlin dürfen sich in Miesbach erneut in Weiß-Blau präsentieren. Für die beiden Youngster eine weitere Chance – für den SCR zugleich eine willkommene Option. Denn dank des bulligen Harr kommt der Oberligist derzeit immerhin auf sechs Verteidiger. Verzichten müssen die Riesserseer an diesem Wochenende dagegen auf Max Bolle und Luis Becker. Die beiden Münchner sind mit Red Bull beim Südtirol Summer Classic im Einsatz.