Abschied für drei aus dem Gemeinderat – Blumen und Urkunden für Klaus Glaesner, Reinhard Papesch und Lothar Richter

Stand: 03.09.2026, 08:22 Uhr

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Uslar, Bodenfelde, Gemeinderat, Ehrung, Verabschiedung der Ratsleute Reinhard Papesch (von rechts9, Lothar Richter, Klaus Glaesner mit Bürgermeister Gerald Wucherpfennig

Blumen zum Abschied: Bodenfeldes Bürgermeister Gerald Wucherpfennig (von links) mit den scheidenden Ratsherren Klaus Glaesner, Lothar Richter und Reinhard Papesch während der Gemeinderatssitzung im DLRG-Zentrum. © Foto: Jürgen Dumnitz

Bodenfelde – In der wohl letzten öffentlichen Sitzung des Bodenfelder Gemeinderates in dieser Legislaturperiode wurden langjährige Ratsmitglieder verabschiedet. Blumen gab es für Klaus Glaesner, Reinhard Papesch und Lothar Richter. Nachgeholt werden soll die Ehrung für Stefan Fiege und Frank Strautmann, die nicht an der Sitzung vor 18 Zuhörern im DLRG-Zentrum teilnahmen.

Am längsten dabei ist der parteilose Glaesner, der von 1981 bis 1986 Ratsherr war und anschließend erneut von 1991 an bis jetzt. Er sei unter anderem Mitglied im Finanzausschuss gewesen, im Jugend- und Sportausschuss und seit 2011 Vorsitzender des Gemeinderates, sagte Wucherpfennig in seiner Laudatio. Papesch ist als SPD-Mitglied seit 2006 Ratsmitglied und war ebenfalls in verschiedenen Fachausschüssen sowie als stellvertretender Ratsvorsitzender und 2. stellvertretender Bürgermeister des Fleckens aktiv. Richter war von 2001 als SPD-Mitglied Ratsherr und dann wieder von 2016 bis jetzt und wirkte ebenfalls in Fachausschüssen mit.

Fiege (SPD) ist laut Gemeindeverwaltung von 2011 an Ratsmitglied und ebenso der parteilose Strautmann (zuletzt Mitglied der Bürgervereinigung Zukunft Bodenfelde/BZB). Die genannten fünf langjährigen Ratsherren treten bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder an. Sie bekamen neben dem Blumengesteck auch Urkunden der Gemeindeverwaltung als Dankeschön für ihr freiwilliges lokalpolitisches Engagement.

Gleich nach der Ehrung stellte Lothar Richter für die SPD-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag. Unter Punkt 10 war in der von der Verwaltung vorbereiteten Tagesordnung der Kauf des Grundstücks der alten Käserei an der Dammstraße vorgesehen. Richter stellte den Antrag auf Absetzung des Punktes, weil er die Entscheidung dem neuen Bürgermeister und dem neuen Gemeinderat überlassen wolle. Richter begründete das mit den nicht vorhersehbaren Folgekosten nach dem Kauf. Deshalb solle der neue Gemeinderat entscheiden.

Vor der Abstimmung sagte Bürgermeister Wucherpfennig, dass er das als „Drücken“ empfinde, schließlich sei der gesprächsbereite Seniorchef der Thelen Holding GmbH (Essen), der die alte Käserei gehöre, alt und man wisse nicht, ob die Verkaufsabsicht Bestand habe. Er zählte seine Bemühungen der vergangenen Jahre auf, und sprach von einem Entwicklungskonzept und einer Projektskizze, die dem Eigentümer vorliegen. Dieser habe das aber 2023 abgelehnt. Im August 2025 habe Wucherpfennig den Rat über den Kaufpreis von 200.000 Euro informiert und kurze Zeit später gesagt, dass er den Preis akzeptiere, wenn der Eigentümer ein Bodengutachten wegen möglicher Altlasten vorlege. Das sei erfolgt. Den Fraktionsvorsitzenden habe er Mitte März dann klar gemacht, dass der Kaufpreis nicht 1 Euro sein könne, weil der Flecken das Gebäude mit Grundstück ja haben und nicht der Eigentümer zwingend verkaufen wolle.

„Ihren Antrag auf Vertagung finde ich feige“, sagte Wucherpfennig in Richtung Lothar Richter. Günstiger werde man das Areal seiner Einschätzung nach nicht bekommen, argumentierte der Bürgermeister. Bei der Abstimmung stimmte die Ratsmehrheit mit acht Stimmen für die Absetzung des Tagesordnungspunktes. Christian Ilsemann, Ulf Janßen (beide CDU), der Ratsvorsitzende Glaesner (Neue Gruppe) und Bürgermeister Wucherpfennig wollten sofort über den Kauf entscheiden, scheiterten jedoch am Mehrheitsvotum. Neben Strautmann und Fiege fehlte auch Werner Drese in der Sitzung.